Es kribbelt

Jetzt, wo alles an Bord wieder funktioniert, wir wieder die totale Freiheit haben, zu kochen, backen, waschen, putzen und föhnen wann und wo wir wollen, die Sonne scheint, die Vögel pfeifen und das Gras schon wieder knallgrün ist, fängt es an.

Das grosse Kribbeln.

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Kulturschock XII: Essen wie Gott in Frankreich

Die Franzosen sind sehr stolz auf ihre Küche und die französischen Erzeugnisse. SEHR. Das verstehe ich. Es gibt wunderbare und endlos viele Käsesorten, gutes Brot, herzerwärmende Gerichte und vorzügliche Saucen und Desserts.

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6 Monate

Seit 6 langen Monaten sitzen wir hier fest und es ist noch nicht zu Ende. Von Gluthitze bis fast 40° auf Minus 10° und aktuell wieder auf milden März-Temperaturen. Wir kämpfen gegen ein Gefühl des Überdrusses. Der ständige Regen macht es nicht gerade besser. Habe ich hier tatsächlich mal geschrieben, ich liebe das Trommeln des Regens auf dem Kabinendach? Tja.

Der Kanal ist wohlgefüllt, die Marne, die nebenan fließt, hat viel Strömung und ist randvoll. Die Wetterapp warnt seit Tagen vor Hochwasser-Gefahr. Da der Kanal etwas höher liegt als der Fluss, besteht keine unmittelbare Gefahr, aber wir werfen immer wieder Kontrollblicke auf die rasend schnell und hoch fließende Marne.

Von VNF erhalten wir jeden Tag Nachrichten von Streckenschliessungen. Die Saône führt Hochwasser, die Rhone auch. Die Schifffahrt für Freizeitschiffer ist vielerorts eingestellt. Gestern erreichten uns schreckliche Nachrichten aus dem Westen Frankreich: der Lot führt so viel Wasser, dass sich ein ganzer Steg mit 21 Miet-Booten gelöst hatte und mit den Fluten davon trieb. Zum Glück befand sich niemand an Bord. Teils trieben die Boote mehr als 10 km weit, wenn sie nicht schon vorher an Brücken oder Schwellen zerborsten und untergegangen sind! Für an Bord Lebende ziemlich beunruhigende Nachrichten.

Ausser den kommerziellen Transportschiffen sehen wir zur Zeit hier nur Segler. Die wollen ins Mittelmeer und betrachten die Abkürzung, von Nord nach Süd, quer durch Frankreich als schneller und weniger riskant als im Winter rundum zu segeln. Die bleiben jetzt halt alle irgendwo sitzen. Auch die Boots-Überführer, die jeweils so rassig an uns vorbei brausen, dass es uns wild herum schlägt, werden abgebremst. Mit denen habe ich kein Mitleid. Die fahren rücksichtslos auf Zeit und ziehen eine enorme Heckwelle, welche an den Ufern frisst, hinter sich her. Das Tempo, das die da draufhaben, liegt weit über der erlaubten Geschwindigkeit, und dass Vorschriften und Höflichkeit es Gebieten würde, langsam an fest liegenden Booten vorbei zu fahren, scheint denen egal zu sein. Die Frachter können das, die Profi-Überführer nicht.

Das Taubenhaus
Taubenhaus
Das Taubenhaus bei der Anlegestelle in Riaucourt mit Picknick-Tischen

Wir sollten eigentlich wegen dem andauernden Heizungsproblem jetzt in eine Werft; wir erwägen einen Totalersatz. Die Krux ist, auf der Fahrt in die nächstgelegene Werkstatt hätten wir überhaupt keine Heizung. Auf den 110 km, für uns mindestens 4 Tage Fahrt, gibt es bloss zwei potenzielle Anlegestellen mit Strom, wo wir unsere Ölradiatoren laufen lassen könnten. Dies bedeutet, dass wir es nur 2 Nächte einigermassen warm hätten, sonst aber winterlich kalt. Ich glaube, unser Leidensdruck ist noch nicht gross genug dafür. Wir haben auch immer noch die Hoffnung, jemanden zu finden, der hierher kommt und uns die Sache in Ordnung bringt.

Ein seltener, schöner Sonnenaufgang

Man könnte jetzt meinen, wir seien deprimiert und frustriert. Manchmal schon ein wenig, aber meistens nicht. Alle haben zur Zeit ihre Probleme und kaum etwas läuft so, wie wir es uns alle vor einiger Zeit noch ausgemalt hatten. Jammern bringt nichts und Probleme sind zum lösen da, oder etwa nicht? So stapfen wir halt auf den tropfnassen Treidelpfaden herum, gönnen unseren Hunden den Spass im Dreck und spülen oder reiben sie zähneknirschend wieder sauber und trocken. Wir kochen uns was Schönes und dazu gibt es einen guten Wein. Ab und zu fahren wir mit dem geliehenen Auto nordwärts, um die Strecke zu rekognoszieren, die wir künftig befahren werden, so wir denn je von hier wegkommen sollten… dies einfach so, um einmal etwas anderes zu sehen als die ewig selbe Aussicht hier. Es ist immer noch alles geschlossen was Freude machen könnte; nicht einmal für einen Kaffee kann man in ein Lokal. Wenigstens hat die Regierung vorläufig davon abgesehen, uns in den dritten Lockdown zu versetzen. Wir haben jedoch Ausgangssperre von 18 bis 06 Uhr, aber wo könnten wir da hin, es ist ja eh alles zu. So backen wir jetzt halt öfters, inzwischen bin ich schon leidlich gut darin! Alles gut.

Kulturschock XI: Krankenversicherung

Vor mehr als drei Jahren sind wir nach Frankreich ausgewandert. In der Schweiz haben wir absolut nichts mehr. Mit einer einzigen Ausnahme: der Krankenversicherung.

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Guetzli time!

Leider haben wir beim Räumen unseres Hauses vor dreieinhalb Jahren gar zu enthusiastisch gehandelt und wohl gemeint, jetzt sei fertig mit Weihnachten. Auf jeden Fall ist auf dem Boot keinerlei Deko für Weihnachten zu finden; keine einzige Christbaumkugel, kein Lametta, kein Flitter oder Glitter, einfach nichts.

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Kleine Welt

Kleine und fast heile Welt.

Wir beginnen heute die fünfte Woche des confinements. Papa Macron hat vorgestern den Lockdown um zwei Wochen verlängert, allerdings mit einigen wichtigen Lockerungen: kleine Läden dürfen wieder aufmachen. Deren Schliessung wurde landesweit diskutiert und stiess mehrheitlich auf grosses Unverständnis. Unser persönlicher Aktionsradius wurde von 1 auf 20 km und von einer einzigen Stunde pro Tag auf täglich 3 Stunden erhöht. Fühlt sich an wie Freiheit!

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Lockdown- Kochen

Heute Abend gibts etwas Besonderes.

In diesen Corona-Zeiten ist es schwierig Freundschaften aufrecht zu halten. Wir telefonieren viel öfter als sonst und auch Video-Chats nutzen wir. Das Schönste sind die Video-Aperos, wo wir mit Freunden zusammen sitzen, jeder zu Hause in seinem Land, und wir plaudern und trinken. Die Prioritäten in dieser Reihenfolge, obwohl es ohne ein Glas Wein oder einen Drink natürlich nicht dasselbe wäre.

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