Der erste Nachwuchs ist da

Der Frühling findet trotz der neuerlichen tieferen Temperaturen statt! Unser Entenpaar, das jeden Abend kommt um sich auf der hinteren kleinen Terrasse zu putzen – und jedes mal vergisst, das WC so zurückzulassen wie sie es antreffen -, also, unsere Enten haben sich reproduziert. Am Samstag paddelten plötzlich 6 winzige Entchen ums Boot. Weiterlesen „Der erste Nachwuchs ist da“

Lust auf Pizza

Mächtig Lust auf Pizza! Wir waren den ganzen Tag über fleissig und haben das schöne und trockene Wetter genutzt. Die Vorhänge sind gewaschen, das Bettzeug raus-und wieder reingezerrt, die neuen Vorratsgläser (weg mit den letzten Plastikbehältern!) sind eingetroffen und schon befüllt.

Es riecht nach Frühling und das weckt die Räum-und Putzgeister! Weiterlesen „Lust auf Pizza“

Ein Anfang ist gemacht

… und ich kann es kaum erwarten, bis wir wieder losziehen können! Dies ist so die Jahreszeit, an dem unsere Nerven bereits wieder beginnen zu kribbeln! Schon vor einem Jahr konnte mir der Winter nicht kurz genug sein. Langsam werden die verschiedenen Karten und Führer wieder hervor gekramt. An der Wand hängt schon eine grosse Karte mit den Wasserstrassen Europas. Weiterlesen „Ein Anfang ist gemacht“

Gergy – unscheinbare Anlegestelle in toller Natur

Gergy ist bloss eine kleine Haltestelle und sieht vom Fluss her nicht sehr attraktiv aus: Ein Ponton unter einer seltsamen und uralten Betonkonstruktion, ein Bootslift für kleine Boote und ein Restaurant auf Stelzen. Alles ein wenig mehr oder weniger in die Jahre gekommen.

Schon mehrmals sind wir daran vorbeigefahren; ich habe mir ins Bordbuch nur kurz vermerkt, dass hier Schwimmpontons sind und ein Halt möglich wäre. Das haben wir dieses Mal genutzt und zwei Nächte hier verbracht. Der Ponton hat durch die Überflutungen noch weiter gelitten und alles wartet auf eine Reparatur. Eher enttäuschend.

Von der Umgebung wurden wir dann aber reich entschädigt. Nicht immer können wir so tolle Spaziergänge mit den Hunden machen. An der Saône entlang führt die Voie bleue, ein Radweg, der auch für andere Nutzer offen ist, und zu den Europäischen Radwegen gehört (Nr. 6, falls das jemandem etwas sagt). Wundervoll! Wir gelangten an einem grossen, renaturierten Sumpfgebiet vorbei, an Fischteichen und riesigen, heckenbestandenen Weiden. Häuser und ein Schlösschen nur in weiter Ferne ab und zu durch die Bäume hervor blitzend. Die Sonne stand tief und zauberte starke Farben. Die Kühe standen in knietiefem, saftigen Gras, die Bäume üppig grün und überall blühende Sträucher die stark dufteten. Die Vögel sangen ein Gesamtwerk der Natur und ein Kuckuck konnte nicht aufhören mit seinem „Gesang“ dazwischen zu kuckucken. Frösche komplettierten das Konzert. Wir wandelten wie in einem Szenenbild vom Sommernachtstraum. Ich wäre überhaupt nicht erstaunt gewesen, wenn hinter einem Baum ein Faun hervorgeguckt hätte!

Plangis*

Sonntag Nachmittag in einer Stadt. Einer Stadt mit langem Quai, fast wie am Mittelmeer oder an einem See. Wir sind auf dem Boot und hören die flanierenden Menschen auf dem Quai reden, lachen. Hören spielende Kinder, zwitschernde Vögel, ab und zu einen Hund bellen. Es ist nicht mehr so schönes Wetter wie die vergangenen zwei Tage, die Temperaturen sind aber warm geblieben und so stehen unsere Türen offen. Wenn ich nicht hinausblicke und somit nicht sehe, dass die Platanen am Quai noch kein einziges Zeichen von Grün tragen, klingt es wie im Sommer. Ich höre die Tauben, die einen Platz gerade auf unser Höhe unterhalb der Quaimauer zu ihrem Badeplatz auserkoren haben. Es plantscht und gurrt. Wäre nicht ab und zu ein Auto das durchfährt, es könnte idyllisch sein.

Etwas später werden wir uns ebenfalls unter die Flanierenden mischen, im Moment bin ich einfach noch zu faul dazu. Die Hunde wechseln in der Zwischenzeit mehrmals ihre Liegeplätze. Drinnen hören sie die „Action“ draussen und haben Angst etwas zu verpassen, und draussen ist es ihnen offensichtlich etwas zu warm in ihrem noch vorhandenen Winterpelz. Nächste Woche lassen wir sie etwas scheren, dann werden sie sich wohler fühlen. Unter unserer Wollmaus wird ein kleiner Hund hervorkommen und der Grosse wird dann vorübergehend wie ein Jagdhund aussehen.

Noch haben die Cafés und die Restaurants ihre Terrassen auf der Promenade nicht eröffnet. Falls die milden Temperaturen anhalten, ändert sich das sicher bald. Gestern Abend wären die potentiellen Gäste schon hier gewesen. Menschen tummelten sich bis spätabends auf dem Quai und eine Bar/Pizzeria hatte ein Karaoke-Abend veranstaltet und wir hörten die Musik und die mehr oder weniger begabten Sänger und Sängerinnen bis spätabends sich bei offenen Türen vergnügen.

Ich freue mich darauf, dass diese Zeit der lauen Nächte bald anbricht. Also, ICH bin bereit, worauf warten wir denn noch?

„Plangis“ ist ein schweizerdeutscher Ausdruck für das Sehnen nach Etwas. Das Verb heisst „plangen“

 

 

 

 

Weckt mich wenn Frühling ist!

Offensichtlich leide ich dieses Jahr an extremer an Frühjahrsmüdigkeit. Ich kann im Moment schlafen wie ein Siebenschläfer oder wie Kater Puma! Und wenn ich auf bin, könnte ich mich eigentlich auch gerade wieder schlafen legen, so schlapp bin ich zur Zeit. Ich hasse das; ich bin lieber fit und munter, voller Tatendrang und Ideen. Wo ist mein übliches Selbst nur hin?

Es kann gut am Wetter liegen. Ja, geben wir dem Wetter die Schuld, das ist am einfachsten: Es pendelt zwischen strahlend schön und kalt über strahlend schön und warm, regnerisch und warm bis zu regnerisch und kalt. Heute war es kalt ohne Regen, 4-5°C und eine eisige Nacht steht uns bevor.

Ich leide sicher unter Lichtmangel. Der meist grau-grau-graue Deckel über uns ist zum Verzweifeln. Zudem haben wir wiederum ein kleines Hochwasser. Unglaublich! Alle hier sagen, so einen Winter hätten sie noch nie gehabt. Na, wir werden in unserem allerersten Winter, den wir auf dem Hausboot verbringen, aber arg geprüft! Trotz Allem, ganz unterkriegen lassen wir uns nicht. Ich finde es gemütlich in unserem übersichtlichen kleinen Reich und wenn ich halt wieder ein Stündchen schlafen muss, dann sei es drum. Ich habe ein sehr gemütlich-kuscheliges Bett.

Habe ich eigentlich erzählt, dass wir letzte Woche den ersten Tag hatten, der schön und warm genug war um ein, zwei Stunden auf dem Deck zu sitzen und etwas zu trinken? Das tat so richtig gut! So müsste es jeden Tag sein. Die ersten Blätter und Blüten zeigen sich auch schon! Die Vögel haben begonnen frühmorgens zu singen, die Schwäne veranstalten ihr Brautspiel, die Kormorane geben so komische (wohl Kormoran-sexy) Knurrlaute von sich. Also bitte, etwas mehr Frühling! Jetzt, subito!

Den Aussenbereich des Bootes, also die Decks, die Treppen und die Gangway, haben wir auch schon geputzt und bereitgemacht für die erste Fahrt. Mann steigt regelmässig in die Eingeweide des Bootes hinab, um alles fahrtauglich zu machen. Die Dichtungen der Rohre und Schläuche sind geprüft. Ein paar Ersatzteile, die wir zur Sicherheit gleich an Bord haben wollen, sind eingetroffen und der Motor ist auch schon ein paar mal angeworfen worden und läuft schön rund. Nun erwarten wir die Normalisierung des Wasserstandes, die Wiedereröffnung der Schleusen und wenn es dann noch etwas stabiles Wetter dazu gäbe mit – vorzugsweise – nur wenig Wind, könnten wir schon mal die erste kleine Testfahrt des Jahres machen. Ein paar Manöver, den Motor ausreizen, ein- zweimal schleusen und dann geht es zurück an den Gästeponton hier. Das ist der aller Vorderste, gleich bei der Ausfahrt vom Hafen. Von da aus wären wir ruck-zuck weg. Ich bin überzeugt, wenn es dann mal endlich soweit ist, bin ich im Nu hellwach und fit wie ein Turnschuh.

Unser Hindernis-Lauf um von zuhinterst auf die Saône zu kommen
Unser Hindernis-Lauf um von zuhinterst auf die Saône zu kommen

Aber erst müssen wir auf die Gelegenheit warten überhaupt mal raus zu kommen! Wir werden zum Auslaufen aus der Anlegebucht hier auf Ponton D für die ersten paar Meter ein, zwei Helfer auf dem Ponton nötig haben. Diese sind bereits gefunden und warten bloss auf das Startsignal. Normalerweise ist solches nicht nötig; wir schaffen das leicht zu zweit. Aber da wir vor dem Bug bloss eine knappe Bootslänge bis zum Ufer haben und daher sofort um 90° nach Backbord drehen müssen, wird das Auslaufmanöver ohne die Verwendung von Bug-und Heckstrahlruder (und ohne die Nachbarboote anzurempeln, natürlich!) schwierig ohne zusätzliche Helfer. Diese werden unseren Bug mit langen Leinen in den richtigen Ausfahrwinkel bringen. Normalerweise würden wir die Bug-und Heckstrahlruder dafür einsetzen. Nach vielen Monaten ohne Bewegung im Hafen kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich Dreck, Schlamm, Algen oder sogar Holz darin abgelagert haben und beim ersten Gebrauch Schaden anrichten würden. Ein Ausfall dieser relativ empfindlichen Helferchen wollen wir nicht riskieren und daher versuchen wir, die Seitenstrahlruder erst auf dem Fluss vom Wasser gründlich durchspülen zu lassen und dann vorsichtig beginnen sie wieder einzusetzen. Sicher ist sicher.

Dieses Boot muss da raus!
Dieses Boot muss da raus!

Aber eben, vorläufig geht’s noch nicht los und während dem wir so warten kann ich mich ja noch ein paar Stündchen hinlegen….

Lust auf neue Kleider (oder eher doch nicht?)

Im September letzten Jahres habe ich das letzte mal ein Kleidungsstück gekauft! Echt! Das ist ziemlich genau ein halbes Jahr her;  ich habe dies heute zufällig in meinem Bullet Journal entdeckt und ich kann mich genau daran erinnern. Damals hatte ich mir gross in die ToDo-Liste geschrieben, dass eine neue warme, wasserdichte Winterjacke fällig ist und der Kauf erledigt werden sollte, bevor wir definitiv nach Frankreich auf’s Boot umziehen, also vor Ende September. Diese Jacke musste ich ziemlich lange suchen und habe sie schlussendlich in einem Sportgeschäft gefunden. Es ist eigentlich eine Jacke für Snowboarder (ich wusste gar nicht, dass es solche für Skifahrer und andere für Boarder gibt, man frage mich nicht nach dem Unterschied!), und sie hat mich den ganzen Winter über herrlich gewärmt und vor Schnee und Regen geschützt.

Erstaunlich, dass ich seither kein einziges Kleidungsstück gekauft habe.  Ich war zwar noch nie ein Shopping-Freak und ganz sicher nicht der Typ, der ständig den neuesten Trends folgt. Aber keine einzige Anschaffung!? Ich habe in der Schweiz auf dem Land gewohnt und da gab es bloss so einen Allerwelts-Kleiderladen, gerade gut genug für T-Shirts, aber gearbeitet habe ich in der Hauptstadt und da war die Versuchung schon da, ab und zu mal durch die Geschäfte zu ziehen. Ausserdem kann man nicht in ewig denselben Klamotten im Büro erscheinen. Kleider waren mir doch schon wichtig.

Ich habe ja schon einmal erwähnt, dass bei unserem rigorosen Downsizing im Spätsommer letzten Jahres auch ein grosser Teil des Kleiderschrankinhalts hopps ging. Wir haben schlicht und einfach keinen Platz auf dem Hausboot für eine grosse Garderobe. Jedoch nicht erwartet habe ich die Mutation zur totalen Konsumverweigerung! Wir befinden uns momentan noch in einer kleinen Stadt mit wenig verführerischen Geschäften; hier geht es eher um den täglichen Bedarf und die Auswahl ist recht bieder. Da fällt schon mal DIE grosse Versuchung weg. Webshops hingegen stehen jederzeit zur Verfügung und bin auch eine langjährig erprobte Online-Shopperin. Das ist bequem und das von mir gehasste Anprobieren in kitzekleinen, stickigen Kabinen mit mieser Beleuchtung entfällt. Aber nicht mal das habe ich in den letzten Monaten gemacht. Ein regelrecht wirtschaftsfeindliches Verhalten!

Heute ist wieder mal ein schöner Tag, die Sonne scheint und die Vögel singen. Da kommt jetzt doch ein wenig Lust auf, das Outfit einer genaueren Kontrolle zu unterziehen und vielleicht mal etwas Neues anzuschaffen. Die Wintersachen sehen etwas müde aus und sind mir verleidet. Es keimt die Lust auf mal was anderes, leichteres anzuziehen. Natürlich habe ich alles was ich brauche noch vom letzten Jahr. Aber so ein wenig frischen Wind im meine Schubladen oder an die Kleiderstangen täte mir jetzt gut und würde zum aufkeimenden Frühling passen!

Ich befinde mich also in der kuriosen Lage mir überlegen zu müssen/dürfen, was für ein Kleidungsstück mir denn fehlen könnte. Am ehesten ein leichter Pulli, für die ersten wirklich angenehmen Frühlingstage? Vielleicht in blau-weiss? Das würde sogar zum Leben auf einem Boot passen! Ich muss ja sonst zu nichts passen. Bin völlig frei, bin keinen Zwänge mehr unterworfen. Kein Büro, nur ab und an ein Restaurant, kein Kino, kein Theater, keine Konzerte. Nur Boot, Bootsleute, Stiefel, Regenschutz, nasse Hunde, Einkauf per Fahrrad, Outdoor und Indoor praktische, pflegeleichte Kleider. Ausserdem befinde ich mich bereits im Alter, in dem Frauen unsichtbar sind. Ich muss also nur noch mir selbst gefallen, eigentlich befreiend!