Kerzen, Socken, Tee und Unangenehmeres

Kaum zu glauben, dass wir vor 3-4 Wochen noch bei 30° schwitzten und nun riecht es im Boot nach Zimt und die Suppenrezepte haben wieder Hochkonjunktur!

Noch ist es nicht sehr kalt; wir haben die Heizung erst ein paar Mal kurz angeworfen, dies aber auch hauptsächlich um die Luftfeuchtigkeit etwas zu killen. Kühlere Temperaturen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit kriechen mir über den Rücken und machen mir kalte Hände und Füsse. Es regnet nun häufig und alle sagen hier, dass das enorm gut ist und versichern sich gegenseitig, dass sie es eigentlich toll finden. Dann verschwindet jeder wieder in seinen Kokon,
an die Wärme, mit einer Tasse Tee und einem guten Buch, oder so. Auch bei uns gibt es jetzt wieder eher Tee als einen Kaffee, die Kerzen in ihren Laternen und Windlichtern brennen abends und verbreiten eine schöne Stimmung. Die Wollsocken und die warmen Pullis habe ich im Schrank mal schon griffbereit vorne hin gestapelt (die Stapel sind nach Saison sortiert, hinten neu wieder die Sommersachen).20191008_COSY

Ich selbst habe mich aber immer noch nicht richtig umgestellt, und vergesse  – obwohl es nach Regen aussieht –  Regenjacke oder Schirm mitzunehmen. Mehr als einmal kam ich triefend nass vom Hundezottel nach Hause. Bevor der Winter einbricht habe ich es dann sicher auch kapiert.

Heute ist es mal schön, mal trüb und regnerisch. Die Hunde müssen trotzdem raus, zum Glück kann mein Mann den kürzeren Rundgang wieder übernehmen, für mich lag sogar eine Radtour mit einem der Hunde drin. Ich wechsle oft ab und nehme bloss einen der Beiden mit; der Andere hat Sonderprogramm mit dem Ehemann. Die Hunde geniessen es sehr, auch mal alleine mit einem von uns losziehen zu können. Die Erde auf den Naturwegen hier wird im nassen Zustand zu Schmierseife, da heisst es aufpassen beim radeln, sonst füllen sich die Rillen der Reifen mit Dreck und ich ende zum Schluss im Schlick. Bislang passierte mir das nur einmal. Blaue Flecken und ein gesonderter Waschgang waren die Folge.

Seit dem 15. September ist die Jagd offen und überall lauern Jäger, auch tagsüber. Ehrlich gesagt ist mir da gar nicht mehr wohl. Wir geben uns Mühe nicht wie Wildschweine auszusehen oder uns so anzuhören. Ich überlege mir gelbe Bänder anzulegen. Die Kleine bräuchte dies auch, ihr Fell hat dieselbe Farbe wie das einer Wildsau! Unsere Passion ist es, auch mal die Wege zu verlassen und einfach so an einem Waldrand oder einem Bächlein nachzugehen. Aber jetzt, mit diesen Grünkitteln, die in ihren Offroadern hinter Bäumen und Büschen hocken… nicht mehr ratsam! Ich finde es schon übel, einem Tier eine Ladung Schrot zu verpassen, geschweige denn selbst eine in den Hintern zu kriegen. Diese Jagdleidenschaft ist mir ein Rätsel.20191009_landscape-automn

Ich habe stets gemeint, Jäger seien wenigstens naturverbunden, brechen noch in der Nacht auf um Wild aufzuspüren und haben so was wie Ehrfurcht vor Natur und Tieren, und lassen letzteren auch eine Chance. Auf französische Jäger trifft das nun eindeutig nicht zu. Diese bleiben gemütlich im Auto sitzen und warten bis ein Reh, eine Sau oder ein Hirsch ahnungslos vorbei läuft und knallen das Tier ab. Abartig. An einem kleinen Wäldchen treffe ich immer wieder Fasane und andere Wildhühner. Geschützte Tiere. Es hockt trotzdem öfters ein Jäger in der Nähe, inklusive Jagdhund. Ich habe schon mit ihm geredet, er weiss, dass Fasane ein no-no sind. Mir ist der trotzdem nicht ganz geheuer und ich bin überzeugt, wenn so ein Vogel vorne durchspaziert, würde der trotzdem abdrücken. Wir machen da jetzt stets einen Riesenkrach, damit sich diese Vögel weiter ins Dickicht zurückziehen. Die Wälder hier sind nämlich ziemlich undurchdringlich und voll dichtem Unterholz. Da sind sie wahrscheinlich sicher. Hoffe ich wenigstens.

 

 

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

4 Kommentare zu „Kerzen, Socken, Tee und Unangenehmeres“

  1. Oh die Jäger sind mir auch ein Graus. Man hört zuviele von den schlimmen Dingen, wie sie z. B. ihre Hunde „ausbilden“. 😔
    Tee und warme Socken sind hier nun auch wieder angesagt. Obwohl es am Wochenende wohl an 26 Grad werden soll. Da werden wir jedenfalls den Großteil des Wochenendes auf dem Boot verbringen. Und ja, Regen brauchen wir wirklich. 😉

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  2. Die Jäger sind für uns Hundebesitzer eine Belastung. Wir haben kleine Glöcklein gekauft welche die Hunde am Halsband tragen. Die Hunde der Jäger in Südfrankreich haben oft auch Glöcklein.
    Grüsse aus Fayence
    Markus

    Gefällt 1 Person

    1. Jäger sind nicht so meine Freunde, das hast du ja bemerkt. Sie haben ein seltsames Verhältnis zu Tieren, das fängt schon mit ihren Hunden an. Nicht alle gehören in diese Kategorie, aber viele. Hier tragen die Jagdhunde ebenfalls Glöckchen, sie sind oft alleine unterwegs am Treiben oder Apportieren, was weiss ich! Unseren auch Glöckchen ans Halsband zu binden, ist vielleicht gar nicht so eine schlechte Idee. Danke dafür und liebe Grüsse

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