Nass und noch nässer

Puh, das schlechte Wetter hat uns fest im Griff! Es regnet fast ohne Pause. Die Stimmung erinnert mich irgendwie an verregnete Campingferien in meiner Jugend. Mit der Ausnahme, dass wir rund um unsere Behausung keine Graben ziehen müssen! Aber sonst: überall hängen nasse Jacken zum Trocknen, feuchte Schuhe und Stiefel dampfen vor sich hin und die Hunde riechen – nun, nach Hund – zumindest bis sie wieder trocken sind. Weiterlesen „Nass und noch nässer“

Kerzen, Socken, Tee und Unangenehmeres

Kaum zu glauben, dass wir vor 3-4 Wochen noch bei 30° schwitzten und nun riecht es im Boot nach Zimt und die Suppenrezepte haben wieder Hochkonjunktur!

Noch ist es nicht sehr kalt; wir haben die Heizung erst ein paar Mal kurz angeworfen, dies aber auch hauptsächlich um die Luftfeuchtigkeit etwas zu killen. Kühlere Temperaturen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit kriechen mir über den Rücken und machen mir kalte Hände und Füsse. Es regnet nun häufig und alle sagen hier, dass das enorm gut ist und versichern sich gegenseitig, dass sie es eigentlich toll finden. Dann verschwindet jeder wieder in seinen Kokon,
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Sackgasse: The point of return

Zwischen Fouchécourt und dem Wendepunkt unserer Reise wollten wir unbedingt nochmals wild übernachten und hatten unsere liebe Mühe einen Platz zu finden. Überall waren die Ufer zugewachsen, oder das Gras stand hüfthoch und so wollte ich nicht auf das Ufer springen, zudem die meisten Uferbereiche Hanglage aufwiesen. Ein Problem-Knie in der Familie reicht! Wir fanden dann doch noch etwas: bei Ormoy unter Pappeln, bloss 5 km vor dem grossen Etappenziel, und bloss halbwild, aber immerhin. Dafür blieben uns dann am nächsten Tag bloss eine Kurzstrecke bis Corre, wo wir uns ein relativ schattiges Plätzchen sichern konnten. Weiterlesen „Sackgasse: The point of return“

Wir sind die Grössten!

… die grössten Feiglinge, meine ich.

Gestern Nachmittag sind wir in Chalon-sur-Saône angelangt. Bestens bekannter Hafen für uns. Hier haben wir ziemlich genau vo einem Jahr 10 Tage warten müssen um in den Canal du Centre einfahren zu können. Das Schleusentor war einige Stunden bevor wir davor ankamen kaputt gegangen und musste repariert werden. Chalon ist ein angenehmer Liegeplatz, aber wir wollten eigentlich bloss übernachten und dann weiter gen Norden. Wir, respektive mein Mann, hat einen Termin in einer Woche; die Infektion in seinem Knie soll endlich angegangen werden. Als Liegeplatz währenddessen haben wir Auxonne auserkoren.

Die Wetterprognosen für diese Woche sind schlecht, das wussten wir. Aber eben, der Termin in Dijon. Von Pont-de-Vaux gings in zwei Etappen bis hierher. Zeitweise heftiger Gegenwind, Sonne und zwischendurch ein paar Tropfen, und eisig kalt!

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Die Welt ist wieder in Ordnung

Das Boot ist im Wasser, wir sind umgezogen und wohnen wieder im Hausboot. Der Anlegeplatz ist hübsch; wir liegen am Kopfende eines der Stege und haben auf der Aussenseite freie Sicht in die Natur.

Alles ging gut, bloss ist das Ganze nicht gerade so abgelaufen wie wir uns das vorgestellt hatten. Weiterlesen „Die Welt ist wieder in Ordnung“

Regen und Sturm

Dachte ich mir es schon: Wenn es kommt, dann kommt es richtig!

Letzte Nacht hatten wir etwas Regen. Wahrscheinlich gerade genug um alles zu benetzen. Heute früh wollten wir gerade frühstücken, da rauschte es auf einmal und aus dem Nichts hatten wir Sturmböen! Da wir unter Bäumen lagen und gestern schon einige riesige Äste und einen Baum im aus unserem Weg schieben mussten, wollten wir nicht riskieren so ein Ding aufs Dach zu kriegen. Also noch schnell raus um das Boot 20 Meter kanalabwärts von den grossen Bäumen weg in Sicherheit ziehen. Keine Chance! Blätter und kleine Holzstücke flogen uns nur so um die Ohren. Der Wind war so stark, er hätte uns die Leinen samt Boot buchstäblich weggerissen. Bange schauten wir zu wie tausende von wirbelnden Blättern und haufenweise kleine und grössere Äste runterkamen. Die Bäume ums Boot herum bogen sich beträchtlich im Wind und schliesslich krachte einer etwa 20 Meter von uns weg in den Kanal. Inzwischen peitschte und prasselte der Regen nur so auf uns runter. Wir konnten nichts tun, nur zuschauen und hoffen, dass die piquets, die Pflöcke, welche wir zum Anlegen eingeschlagen hatten, halten würden. Und, dass kein Baum auf uns fällt!

Der ganze Spuk dauerte vielleicht 20-30 Minuten, vielleicht nicht einmal das. Aber es kam mir vor wie Stunden. Unser Boot wurde über und über mit Blättern und Ästen eingedeckt, aber nichts Schlimmes ist passiert. Glück gehabt. Und wir haben wiederum etwas gelernt: vor dem Festmachen unter Bäumen erst den Wetterbericht konsultieren!

Die von uns informierte Feuerwehr leitete die Meldung umgehend an VNF (Voies Navigables de France) weiter. Bereits ein paar Minuten später kamen drei bestens ausgerüstete VNF-Männer vorbei und entfernten den Baum, der 2/3 der Kanalbreite blockiert hatte. Sie machten das eindeutig nicht zum ersten Mal. Das ging ruck-zuck.

Das Ablegen verzögerte sich dennoch nochmals. Weiter oben, vor der nächsten Schleuse lag eine grosse Eiche im Wasser. «Unser» Baum sei peanuts, meinten die VNF-Menschen. Die grosse Eiche hingegen – das dauere ein wenig länger, sprachens, packten ihre Sachen und zogen von dannen. Ich muss sagen, mir hätte „unser“ Baum gereicht, wenn er aufs Boot gefallen wäre, ich brauch’ nicht unbedingt eine Eiche um einen besonderen Kick zu haben!

Sobald der Wind etwas nachgab, platzierten wir das Boot um, räumten die Sauerei auf dem Boot etwas weg und warteten auf die Freigabe des Kanals für die Navigation. Das Thermometer war auf 18°C gesunken und ich fror ganz gerne einmal ein wenig.

Die nachmittägliche Fahrt war ein Kampf gegen den Wind und ein Slalom um Äste und Baumteile herum. Wir genossen es trotzdem. Es blieb relativ kühl und die Sonne blitzte nur ab und zu zwischen den Wolken hervor. Eine angenehme Abwechslung nach den vielen heissen Wochen. Unsere Hunde waren selig und lagen ausgestreckt auf dem Deck und liessen sich vom Wind zerzausen.

In der Nacht soll der Wind zunehmend deutlich schwächer werden. Da wir überall Dreck und Blätter haben, beschlossen wir morgen eine Generalüberholung des Boots zu machen. Wasserschlauch, Schrubber, Besen und Staubsauger raus, it’s time to clean up the mess!

 

Scheitelpunkt erreicht!

Nach nahezu 130 Höhenmeter und 35 Schleusen ab Verlassen der Saône haben wir heute den höchsten Punkt des Canal du Centre erreicht. Ein gutes Gefühl. Aktuell befinden wir uns in dem bief, so werden die Kanalabschnitte zwischen den Schleusen genannt, der zwischen der letzten heraufführenden und der ersten hinabführenden Schleuse liegt. Hinter uns liegen die Schleusen die zum Mittelmeer, vor uns jene die zur Nordsee und zum Atlantik führen. Hier in Montchanin liegt eine der Trennlinien im französischen Kanalsystem.

Schiffe brauchen Wasser

Nun aber, woher kommt denn das Wasser, welches das alles speist? Wir sind ja zuoberst! Rundum in diesem Gebiet des Kanalscheitels hat es viele grosse und kleine Speicherseen, zum Teil natürlichen Ursprungs, zu grossen Teil aber künstlich angelegt. Dies geschaffen im 18. Jahrhundert! Meine Bewunderung für die damaligen Ingenieure steigt mit jedem Tag. Sich vorzustellen mit welchen Mitteln und Strapazen damals diese Monsterprojekte evaluiert, geplant und schlussendlich durchgeführt wurden, übersteigt beinahe mein Vorstellungsvermögen. Man sagt uns, die Gegend hierherum war damals so abgelegen, es gab nicht einmal eigentliche Verkehrswege. Man stelle sich die Bauern hier vor: Auf einmal kommen da Stadtleute mit Soldaten und Gefangenen im Schlepptau und fangen an zu buddeln wie die Wilden, karren Massen an Steinen und Sand an und bauen Kanäle in einer Gegend, wo es vorher nur Bäche gab! Bis weit ins 20. Jahrhundert hatten die Transportschiffe auch noch gar keinen eigenen Antrieb. Sie wurden von Mensch und Tier gezogen. Halage

Unsere Reise

Gestern hatten wir einen äusserst feucht-heissen Tag. Mit dem neuen, verkürzten Gashebel und dem eingelagerten Blei haben wir zwar eine um fast 15 cm tiefere Total-Höhe erreicht – was sich super bewährt unter den Brücken hindurch, das Sonnenverdeck müssen wir aber immer noch unten lassen. Die Schleusen und Brücken sind zum grossen Teil so eng beieinander, ein auf- und abklappen des Dachs würde keinen Sinn machen. So schwitzten wir alle Vier so ziemlich und freuten uns auf die Dusche (wir zwei) und auf ein Bad in einem Bach (die Hunde).

Heute nun regnete es die ganze Fahrzeit und es war uns allen ganz, ganz egal. Wir fuhren ausschliesslich aussen und die viel kühleren Temperaturen taten gut. Es war uns wurscht, dass ein Boot im Regen einfach wirklich überall nass ist und es kaum zu vermeiden ist, nach einigen Stunden selber auch keine trockene Faser mehr am Körper zu haben. Das trocknet ja alles wieder. Die Hunde fanden es sogar toll waren in Form und interessiert an den vorbeiziehen Gerüchen. Wir beide hatten alle Hände voll zu tun. Es war stets entweder vor einer Schleuse, drinnen, oder danach. Ein, zwei Kanalbiegungen und alles wieder von vorn. Dank dem VNF-Mann waren aber alle für uns einfahrbereit und wir hatten nirgends eine Wartezeit. Genialer Service.

Mittlerweile sind wir wieder trocken, haben etwas gegessen, eine Siesta gemacht und planen schon den morgigen Tag. Ab jetzt geht es ja bergab, also easy!