Das gute Leben

Ich habe soeben etwas lifestyliges auf einem andern Blog gelesen und mich geärgert. Mal über mich, weil ich es zu Ende gelesen habe und dann über den Inhalt selber. Ich glaube, ich muss hier mal etwas los werden:

Den ganzen Hype um Lifetyle, Essen, Bodyformen etc. verstehe ich einfach nicht. Das gebe ich gerne zu. Bei all diesen Ratschlägen, Rezepten und Anweisungen stellen sich bei mir die Stacheln hoch. An alle die mir begeistert davon berichten, welchem neuesten Trend sie hinterher hecheln und was ich jetzt einfach auch mal probieren sollte …. lasst mich einfach in Ruhe und behaltet diese Kurzzeit-Weisheiten für euch. Denn der nächste Hype lauert bereits um die Ecke. Dann beginnt das alles wieder von vorne und das Alte ist so was von gestern!

Es gab Zeiten, da sass in den Meetings mindestens die Hälfte der Teilnehmenden an Mineralwasserflaschen nuckelnd da, fast mehr damit beschäftigt das Trinken ja nicht zu vergessen als mit dem Thema des Meetings. Inzwischen ist Entwarnung gegeben worden; man muss nicht soviel trinken und ja, Kaffee gilt auch als Flüssigkeitszufuhr. Die Zeiten, in denen nicht mehr gegessen sondern alles in Smoothies gepackt wurde scheinen irgendwie auch vorbei zu sein. Vielleicht haben die Zähne rebelliert? „Wir wollen endlich wieder etwas zu beissen haben, wir wollen endlich wieder …..“

Auf dem Boot lebend bin ich jetzt ja nicht mehr so nah dran, ich lese bloss davon oder sehe das auf irgend einer App. Dieses ganze Streben nach Perfektion (oder eben Optimierung) stimmt mich nachdenklich. Eigentlich ist es ja traurig, dass uns das Leben an sich und die Freude daran irgendwie abhanden kommt. Unsere Gesellschaft scheint sich dauernd mit irgendwelchen schnellwechselnden Dogmen herum zu schlagen. Denen zu folgen ist harte Arbeit. Mal ist das böse, mal etwas anderes. Die Follower haben fast etwas religiöses an sich und fühlen sich irgendwie besser, wenn sie auf etwas verzichten müssen und dies auch jedem unter die Nase reiben können. Hä? Vor allem Essen ist für einige gedanklich zur Vollbeschäftigung geworden. Ist das jetzt normal?

Die Einzigen, die davon wirklich profitieren sich doch nur diese neuen Päpste und Päpstinnen. Die „Gläubigen“ haben gar keine Chance irgend einmal ans Ziel zu kommen, da dieses und der Weg dahin ständig wechselt. Neue „Erkenntnisse“ (ich nenne dies Erfindungen) folgen sich im Takt. Von gesund zu schädlich, von Powerfood zu giftig. Verwirrend.

Klinken wir uns da doch einfach mal aus. Dafür braucht man nicht auf eine Insel zu flüchten. Gucken wir in den Spiegel und lasst uns zufrieden sein mit dem, was wir da sehen. Alle sind ok und niemand muss sich verbessern. Wir kochen selber, essen gut, abwechslungsreich und mit Vergnügen, bewegen uns so viel wie möglich und freuen uns an den kleinen Dingen. Jeden Tag. Lasst uns nett sein zu uns selber und zu andern, voilà tout – das ist die ganze Kunst.

Nach dem Abendessen, beim letzten Glas Wein. Blick vom Deck in die Abendsonne
Den Moment geniessen

Mit lieben Grüssen aus Frankreich

 

 

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

7 Kommentare zu „Das gute Leben“

  1. Danke liebe Suzy, für deine faszinierenden Reflektionen über das gute Leben. Ich dachte, dass man dazu alt werden müsse, doch du beherrscht das Kunststück schon in jugentlichen Jahren, Kompliment.
    Meldet euch, wenn die Nostalgie nach festem Boden euch wieder mal ins Tessin bringt, dann wollen wir uns sehen, gell?
    Ich wünsche euch einen wunderschönen Sommer und freue mich auf eure Fotos und Berichte,
    Sylvia

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  2. Es gibt immer wieder neue Trends, kann man alles mal ausprobieren, aber der nahezu religiöse Fanatismus, mit dem mich irgendwelche Menschen zu etwas bekehren, ja fast schon zwingen wollen, der nervt gewaltig.

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  3. Ich wage mal zu vermuten dass es hier um meinen post ging. Auch wenn du es vielleicht nicht glaubst aber ich stimme dir zu. Allein aus dem Grund einem Schönheitsideal oder einem Trend zu folgen würde ich das niemals tun. Was ich da aber gerade tu – und nicht mal besonders streng – kommt von diversen Ärzten, wird in der Rheumatologie empfohlen und dient nachweislich der schmerzlinderung bei chronischen Schmerzen. Ich habe dabei schon nach einer Woche Erfolge. Ich würde niemals irgend jemanden dazu drängen das auszuprobieren – ich wollte in meinem post lediglich berichten, was für einen Unterschied diese Ernährung bei mir ganz persönlich macht. Weniger schmerzen sind für mich wiedergewonnene Lebensqualität. Ich habe heute trotzdem ein Cola getrunken – päpstlicher als der Papst muss man schließlich auch nicht sein.

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    1. Upps! Nein, es geht nicht um das was du tust. Es geht um die Nervensägen, die der Welt verbreiten wie man sich optimieren kann und zwar in voller Breite. Was getragen werden sollte, wie man die richtigen Muskeln am richtigen Ort kriegt, wo genau man wie dünn sein soll etc., dann um die welche von Diät zu Diät hüpfen und das abstimmen auf die Haarfarbe (ich übertreibe, schreiberische Freiheiten sind wogl erlaubt), einem beibringen wollen wie man in 2018 genau zu sein und aussehen muss. Ich finde das extrem mühsam und für beeinflussbare Jungen sehr gefährlich. Ich lese viele englischsprachigen Posts und da ist es zum Teil ganz schlimm. Kein Wunder sind schon 8 jährige nicht zufrieden mit ihren Körpern oder Nasen 😢 Du hingegen suchst eine Lösung wegen deiner Schmerzen, und ich denke, du bist wahrscheinlich auf dem richtigen Weg. Ich habe bei dir nur kommentiert, weil Fuhrmann eine extreme Diät vorschlägt (und vor allem auch ein guter Geschäftsmann ist), und ich bin persönlich eher eine Frau der kleinen Schritte.

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      1. Da bin ich aber erleichtert 😅 ich sag ja, mit deinem Beitrag stimme ich eigentlich voll und ganz überein. Am schlimmsten finde auch ich das predigen und diese Arroganz, man ist was besseres wenn man sich entsprechend ernährt / kleidet etc.
        Ich weiß schon dass Fuhrmanns Diät sehr streng ist, meine Mutter hält sich seit 2 Jahren eisern dran, ich kann das nicht. Ich bin jetzt schon ein bisschen am cheaten und hab von Anfang an gesagt, mal 6 Wochen relativ streng um eben auch ein wenig abzunehmen und danach deutlich lockerer.

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