Schon in einem gewissen Alter

Kürzlich wollte ich mich Online irgendwo anmelden und dazu musste ich mein Geburtsdatum angeben. Nun kann man dies ja nirgends mehr einfach einfüllen, sondern muss für den Tag, den Monat und das Jahr so an einem virtuellen Rädchen drehen um das korrekte Datum einzustellen. Tag und Monat geht ja noch,
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Das gute Leben

Ich habe soeben etwas lifestyliges auf einem andern Blog gelesen und mich geärgert. Mal über mich, weil ich es zu Ende gelesen habe und dann über den Inhalt selber. Ich glaube, ich muss hier mal etwas los werden:

Den ganzen Hype um Lifetyle, Essen, Bodyformen etc. verstehe ich einfach nicht. Das gebe ich gerne zu. Bei all diesen Ratschlägen, Rezepten und Anweisungen stellen sich bei mir die Stacheln hoch. An alle die mir begeistert davon berichten, welchem neuesten Trend sie hinterher hecheln und was ich jetzt einfach auch mal probieren sollte …. lasst mich einfach in Ruhe und behaltet diese Kurzzeit-Weisheiten für euch. Denn der nächste Hype lauert bereits um die Ecke. Dann beginnt das alles wieder von vorne und das Alte ist so was von gestern!

Es gab Zeiten, da sass in den Meetings mindestens die Hälfte der Teilnehmenden an Mineralwasserflaschen nuckelnd da, fast mehr damit beschäftigt das Trinken ja nicht zu vergessen als mit dem Thema des Meetings. Inzwischen ist Entwarnung gegeben worden; man muss nicht soviel trinken und ja, Kaffee gilt auch als Flüssigkeitszufuhr. Die Zeiten, in denen nicht mehr gegessen sondern alles in Smoothies gepackt wurde scheinen irgendwie auch vorbei zu sein. Vielleicht haben die Zähne rebelliert? „Wir wollen endlich wieder etwas zu beissen haben, wir wollen endlich wieder …..“

Auf dem Boot lebend bin ich jetzt ja nicht mehr so nah dran, ich lese bloss davon oder sehe das auf irgend einer App. Dieses ganze Streben nach Perfektion (oder eben Optimierung) stimmt mich nachdenklich. Eigentlich ist es ja traurig, dass uns das Leben an sich und die Freude daran irgendwie abhanden kommt. Unsere Gesellschaft scheint sich dauernd mit irgendwelchen schnellwechselnden Dogmen herum zu schlagen. Denen zu folgen ist harte Arbeit. Mal ist das böse, mal etwas anderes. Die Follower haben fast etwas religiöses an sich und fühlen sich irgendwie besser, wenn sie auf etwas verzichten müssen und dies auch jedem unter die Nase reiben können. Hä? Vor allem Essen ist für einige gedanklich zur Vollbeschäftigung geworden. Ist das jetzt normal?

Die Einzigen, die davon wirklich profitieren sich doch nur diese neuen Päpste und Päpstinnen. Die „Gläubigen“ haben gar keine Chance irgend einmal ans Ziel zu kommen, da dieses und der Weg dahin ständig wechselt. Neue „Erkenntnisse“ (ich nenne dies Erfindungen) folgen sich im Takt. Von gesund zu schädlich, von Powerfood zu giftig. Verwirrend.

Klinken wir uns da doch einfach mal aus. Dafür braucht man nicht auf eine Insel zu flüchten. Gucken wir in den Spiegel und lasst uns zufrieden sein mit dem, was wir da sehen. Alle sind ok und niemand muss sich verbessern. Wir kochen selber, essen gut, abwechslungsreich und mit Vergnügen, bewegen uns so viel wie möglich und freuen uns an den kleinen Dingen. Jeden Tag. Lasst uns nett sein zu uns selber und zu andern, voilà tout – das ist die ganze Kunst.

Nach dem Abendessen, beim letzten Glas Wein. Blick vom Deck in die Abendsonne
Den Moment geniessen

Mit lieben Grüssen aus Frankreich