Wirre Zeiten und überhaupt

Die Zeiten sind etwas seltsam, finde ich. Der Winter ist seltsam, die Weltlage ist seltsam, die Sache mit dem neuen Virus macht es nicht besser. Mehr und mehr habe ich den Eindruck, wir (die!) spinnen Alle. Die einen eindeutig ein wenig mehr, die andern fast gar nicht. Ich spinne auch ein bisschen und habe mir noch nie so viele Gedanken gemacht über die Weltlage allgemein und die Politik im Speziellen. Weiterlesen „Wirre Zeiten und überhaupt“

Sommergerichte für Faulpelze

Also genau richtig für mich! Ich bin Meisterin in der Bschiiss-Chuchi, zu gut Deutsch etwa „Betrügerische Küche“; Gerichte, die einiges hermachen und toll schmecken, aber im Wesentlichen recht simpel sind. Vor allem im Sommer kommt das sehr gelegen. Aktuell ist es stets um die 30°C warm und lange in der Küche herumstehen ist ein Qual, denn auch da wird es den Tag über und bis tief in die Nacht, trotz Beschattung und Durchzug, ziemlich warm. Da mag ich es gern, wenn ein Gericht sich selber kocht! Weiterlesen „Sommergerichte für Faulpelze“

Eingeladen

Wir waren letzten Samstag in St-Jean-de-Losne zum Abendessen eingeladen. Die allermeisten unserer Freunde hier in Frankreich wohnen selber auf Booten. So sind Treffen oft gar nicht einfach zu organisieren und manchmal sehen wir uns Monate, wenn nicht jahrelang nicht mehr! Deshalb waren wir voller Vorfreude. über ein Jahr hatten wir uns nicht getroffen. Diesmal würde es sogar türkisches Essen geben und darauf freuten wir uns ganz besonders.

Weiterlesen „Eingeladen“

Zwischenbilanz

Entgegen aller Logik stelle ich fest, mit qualitativ besser, sprich teurer, Einkaufen kann man sparen! Ich habe den Beweis dafür. Schwarz auf weiss.
Weiterlesen „Zwischenbilanz“

Weihnachtsstimmung

Zu Beginn gleich das Allerwichtigste: meine herzlichsten Weihnachtsgrüsse Weiterlesen „Weihnachtsstimmung“

Flexi…was?

Interessante Gesprächsthemen haben wir in letzter Zeit. Ich treffe Freunde und die erzählen mir, was sie alles nicht mehr fertig kaufen sondern selber machen, man weiss ja nie was da alles drin ist; respektive man weiss es, versteht es aber nicht. Man tauscht sich Rezepte aus für Granola, Konfitüre, Chutney, Brot, Pasta und, und, und. Dabei kommt oft noch die Weiterlesen „Flexi…was?“

François, Françoise und ihre Kinder

gerne zusammen mit Freunden und Verwandten, lieben es zu picknicken!

Mit Grill oder ohne, an Bänken und Tischen oder im Gras auf einer Decke, an einem Fluss – oder Kanalufer, vor dem Fischen, während des Fischens, nach dem Fischen, unter der Woche, am Wochenende, ganz egal: alle lieben es.

Fast an jeder Anlegestelle finden wir zwei, drei Tische mit Bänken vor. Ja, heute haben wir solche Kombi-Picknickplätze sogar bei den Pollern im Wartebereich für die Schleusen gesehen! An den Überlandstrassen, an Waldecken, im Dorfzentrum, beim Kinderspielplatz eines jeden Dörfchen finden die Picknick-Liebhaber Tische, Bänke und Abfallkörbe. Meist ganz hübsch gestaltet mit Bäumen und Büschen, damit im Schatten geschlemmt werden kann.

Für mich ist Picknicken eher eine Kindheitserinnerung und die Begeisterung für’s Freiluftessen der Franzosen findet in meinem Heimatland wohl keinen Vergleich. Die Leute in diesem Land essen gerne und lassen sich Zeit dazu. Sie kommen in Gruppen, bewaffnet mit Kühlboxen und weiss nicht was alles für Proviant. Es wird diskutiert, gelacht, in Gruppen zusammen gesessen, die Babys werden geschaukelt, Väter sondern sich mit den Söhnen oder Töchtern ab und zeigen ihnen wie man fischt, die Männer stehen auch mal ein wenig abseits, trinken ein Bier und nehmen wichtige Themen durch, Frauen chatten ohne Smartphone sondern ganz live, meistens findet sich sogar ein geeigneter Platz um ein paar Runden Pétanque oder Boule zu spielen.
2018_Petanque.PNG

Picnic

Irgendwann ist dann auf einmal der ganze Spuk vorbei. Ohne viel Federlesens wurde zusammengeräumt, Kinder und Hunde eingesammelt und es kehrt Ruhe ein. Der Platz sieht aus, als wäre nie jemand da gewesen. Kein einziges Papierchen, keine Asche vom Grill, schon gar keine Aludose, PET-Flasche oder Plastikbeutel liegen herum! Nicht einmal der Abfallkorb ist überfüllt!

Wir schauen diesem Treiben jetzt seit Monaten zu und staunen. All die François‘ und Françoises sind so was von diszipliniert und räumen selbstverständlich und ohne viel Trara sauber zusammen und sind weg. Gerne bis zum nächsten Mal 

Das gute Leben

Ich habe soeben etwas lifestyliges auf einem andern Blog gelesen und mich geärgert. Mal über mich, weil ich es zu Ende gelesen habe und dann über den Inhalt selber. Ich glaube, ich muss hier mal etwas los werden:

Den ganzen Hype um Lifetyle, Essen, Bodyformen etc. verstehe ich einfach nicht. Das gebe ich gerne zu. Bei all diesen Ratschlägen, Rezepten und Anweisungen stellen sich bei mir die Stacheln hoch. An alle die mir begeistert davon berichten, welchem neuesten Trend sie hinterher hecheln und was ich jetzt einfach auch mal probieren sollte …. lasst mich einfach in Ruhe und behaltet diese Kurzzeit-Weisheiten für euch. Denn der nächste Hype lauert bereits um die Ecke. Dann beginnt das alles wieder von vorne und das Alte ist so was von gestern!

Es gab Zeiten, da sass in den Meetings mindestens die Hälfte der Teilnehmenden an Mineralwasserflaschen nuckelnd da, fast mehr damit beschäftigt das Trinken ja nicht zu vergessen als mit dem Thema des Meetings. Inzwischen ist Entwarnung gegeben worden; man muss nicht soviel trinken und ja, Kaffee gilt auch als Flüssigkeitszufuhr. Die Zeiten, in denen nicht mehr gegessen sondern alles in Smoothies gepackt wurde scheinen irgendwie auch vorbei zu sein. Vielleicht haben die Zähne rebelliert? „Wir wollen endlich wieder etwas zu beissen haben, wir wollen endlich wieder …..“

Auf dem Boot lebend bin ich jetzt ja nicht mehr so nah dran, ich lese bloss davon oder sehe das auf irgend einer App. Dieses ganze Streben nach Perfektion (oder eben Optimierung) stimmt mich nachdenklich. Eigentlich ist es ja traurig, dass uns das Leben an sich und die Freude daran irgendwie abhanden kommt. Unsere Gesellschaft scheint sich dauernd mit irgendwelchen schnellwechselnden Dogmen herum zu schlagen. Denen zu folgen ist harte Arbeit. Mal ist das böse, mal etwas anderes. Die Follower haben fast etwas religiöses an sich und fühlen sich irgendwie besser, wenn sie auf etwas verzichten müssen und dies auch jedem unter die Nase reiben können. Hä? Vor allem Essen ist für einige gedanklich zur Vollbeschäftigung geworden. Ist das jetzt normal?

Die Einzigen, die davon wirklich profitieren sich doch nur diese neuen Päpste und Päpstinnen. Die „Gläubigen“ haben gar keine Chance irgend einmal ans Ziel zu kommen, da dieses und der Weg dahin ständig wechselt. Neue „Erkenntnisse“ (ich nenne dies Erfindungen) folgen sich im Takt. Von gesund zu schädlich, von Powerfood zu giftig. Verwirrend.

Klinken wir uns da doch einfach mal aus. Dafür braucht man nicht auf eine Insel zu flüchten. Gucken wir in den Spiegel und lasst uns zufrieden sein mit dem, was wir da sehen. Alle sind ok und niemand muss sich verbessern. Wir kochen selber, essen gut, abwechslungsreich und mit Vergnügen, bewegen uns so viel wie möglich und freuen uns an den kleinen Dingen. Jeden Tag. Lasst uns nett sein zu uns selber und zu andern, voilà tout – das ist die ganze Kunst.

Nach dem Abendessen, beim letzten Glas Wein. Blick vom Deck in die Abendsonne
Den Moment geniessen

Mit lieben Grüssen aus Frankreich

 

 

Kulturschock III: Essen in Frankreich

Hier in Frankreich vergessen wir oft, im Ausland zu sein, bis wir auf etwas Besonderes stossen,  eine Beobachtung machen oder uns etwas auffällt.

Nehmen wir das Thema Essen: die Franzosen nehmen sich Zeit für ihr Essen. Sogar für’s Mittagessen. Weiterlesen „Kulturschock III: Essen in Frankreich“