Alles klar, soweit es klar ist

Den Rest verstehen wir nicht immer. Wir informieren uns derzeit insbesondere über die Vorgänge in zwei Ländern: der Schweiz als Heimatland und Frankreich als unser Gastland.

Die Unterschiede sind von den Massnahmen her nicht mehr gross. Die in der Schweiz sind irgendwie schwammiger als die von Frankreich, jedenfalls seit gestern Abend. Weiterlesen „Alles klar, soweit es klar ist“

Das Jetzt ist das Wichtigste

Gestern war gestern und das Morgen ist noch nicht da. Das was zählt ist das Heute!

Natürlich haben wir Erinnerungen, teils lustige, teils weniger lustige. Wir haben auch Wünsche und Pläne für die Zukunft und das ist gut so. Weiterlesen „Das Jetzt ist das Wichtigste“

Man lese das Kleingedruckte

Wir wollen doch sicher alle unseren Kindern eine Erde hinterlassen, auf der sie auch leben können, nicht wahr? Ich glaube, da sind wir uns einig. Die grosse Frage ist wie wir das anstellen wollen. Wenn ich so um mich schaue, stelle ich fest, dass die Probleme jedes Jahr zunehmen,

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Persönliche Rede zum 1.August

Ich mache mir Sorgen. Sorgen um unsere Gesellschaften. Mehr und mehr stelle ich fest, wir Menschen finden es offensichtlich viel einfacher zu hassen als zu lieben. Ich sehe, wie mancherorts über Dinge und Menschen hergezogen wird, wie oft in übelster Sprache (von Orthographie und Sachkenntnis wollen wir gar nicht reden) irgendwelche dubiosen Ansichten, sorry, herausgekotzt und verbreitet werden.

Wir haben in unserer westlichen Welt die Meinungs-und Redefreiheit und dürfen demnach alles denken und sagen. Das finde ich eine grosse Errungenschaft und absolut richtig. Nur, pervertiert sich offensichtlich dieses Recht langsam, respektive die Menschen nehmen sich dieses Recht in pervertierter Form heraus. Und das gibt mir zu denken.

Heute ist der 1. August und der schweizerische Nationalfeiertag. Diesen Tag dürfen wir sehr wohl feiern und uns freuen darüber, in einem sicheren, wohlhabenden Land zu wohnen und/oder dessen Bürger/in zu sein. Von dieser Herkunft jedoch einen Verdienst oder eine Errungenschaft abzuleiten finde ich zutiefst abwegig. Ein bisschen Demut darf schon sein. Kein Baby kann sich das Land, in dem es geboren wird, aussuchen, ebenso wenig wie man sich seine Eltern aussuchen kann. Von der Nationalität einen gewissen Stolz abzuleiten, kann ich ja noch irgendwie nachvollziehen. Aber sich besser fühlen als Andere wegen der Farbe des Passes?

Da ist der Nationalismus nicht weit und auch Rassismus winkt hier schon um die Ecke. Sobald etwas danach riecht, habe ich echt Mühe. Ich wünsche mir etwas mehr Nüchternheit, Reflektion und Weltbürgertum. Die erreichte Rechtssicherheit, der durchschnittlich hohe Wohlstand, der Zugang zu Bildung und Gesundheitsdiensten, die politische Mündigkeit und die Möglichkeit der politischen Beeinflussung in der Schweiz haben nicht die jetzigen Generationen erreicht; der Grundstein dazu wurde vor 170 Jahren gelegt und seither laufend weiterentwickelt. Wir heute profitieren davon und sollten Sorge dazu tragen und mit Verantwortungsbewusstsein und Weitsicht diese Werte auch für zukünftige Generationen gewährleisten.

Die aktuellen Diskussionen, sei es in Ratssälen oder in den verschiedenen Netzwerken, sind angeheizt, emotionsgeladen, von persönlichen Interessen und Ängsten geleitet und haben zuweilen eine Form angenommen, in der es nur noch zum verbalen Schlagabtausch kommt. Von konstruktiver Diskussion ist dies leider meilenweit entfernt! Mir persönlich missfallen diese Peinlichkeiten und ich bin überzeugt, bloss pauschalisiert zu argumentieren und einander immer lauter zu überschreien bringt uns in Gefahr. Die Gefahr hat viele Namen:  Schuldzuweisung, Sündenböcke, Abgrenzung, Egoismus, Hass, Kriegslüsternheit, Gewalt, Narzissmus, Überheblichkeit, Kaltherzigkeit und so fort. Am Ende ist es aber im Grunde stets dasselbe. Überdeckte Angst.

Angst ins Hintertreffen zu geraten, Angst von dem Neuem, vor den Anderen, vor Herausforderungen, vor Veränderungen, vor Verlusten. «Angst ist ein schlechter Berater» sagt man. Tatsächlich verleitet Angst zu heftigen Reaktionen, Überreaktionen. Das ist angesichts der heutigen Weltlage sicher der dümmste Ratgeber. Wir müssen alle unsere Ängste überwinden oder uns ihnen stellen. Wie sollten uns alle, ob Facebook-Nutzer oder Politiker, befreien von der Angst und versuchen besonnen und nüchtern zu denken und argumentieren. Mit wild in der Gegend herum fuchteln und Parolen schreien ist es nicht getan. Jeder für sich sollte mal ein wenig runterfahren, sich und seine Gedanken auch mal hinterfragen, sich in andere versetzen und überlegen, was kann ich tun, damit es mir, den Mitmenschen und der Welt allgemein ein wenig besser geht. Denn auch grosse Dinge fangen klein an.

Den Nationalfeiertag zu begehen um die eigene Swissness zu zelebrieren finde ich peinlich. Den Tag mit Freunden, Nachbarn und Gästen zu begehen, egal welcher Herkunft oder Farbe, sich freuen über den Frieden und das Erreichte, ist toll. Es darf aber nicht vergessen werden, dass wir uns alle, nationenübergreifend, vorbereiten müssen auf zukünftige Herausforderungen, die wir so gross und fundamental, in der ganzen Menschheitsgeschichte noch gar nie bewältigen mussten. Das schaffen wir nur gemeinsam und jeder muss mithelfen und sich partnerschaftlich daran beteiligen.

 

Der 1. August in der Schweiz für Nicht-Schweizer

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  • Der 1. August ist der offizielle Nationalfeiertag in der Schweiz. Gefeiert wird der Zusammenschluss der drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden zum „Ewigen Bund“. Am 1. August weil, Zitat Bundesbrief: Geschehen im Jahre des Herrn 1291 zu Anfang des Monats August.» 
  • Erst seit 1994 ist er ein arbeitsfreier Tag, dies wurde im 1993 per Volksabstimmung entschieden. Dieser Tag wird aber seit 1891 gefeiert (erstmals in der Stadt Bern. Feierlichkeiten von 700 Jahre Stadt Bern und 600 Jahre schweizerische Eidgenossenschaft)
  • Die Festlichkeiten sind Umzüge, Musik, Reden, (Höhen-)Feuer, Feuerwerk
  • Die Menschen kommen zusammen, feiern, grillen, essen, singen die Nationalhymne, umringen das Freudenfeuer und zünden Feuerwerk, oft werden auch von Städten und Gemeinden riesige Feuerwerke organisiert
  • Überall sind Fahnen gehisst, Lampione und Fähnchen dekorieren Balkone, Gärten und Fassaden
  • Leider machen sich in den letzten Jahren immer wieder ultra-rechte und nationalistische Gruppierungen diesen Tag zu nutze um zu randalieren und ihre schrägen Ansichten kundzutun

 

 

Wer wagt, gewinnt

… und wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

So verkürzt würde ich es nicht unbedingt ausdrücken. Sagen wir mal so, wer nicht das Bedürfnis hat, einmal etwas zu wagen: Ist auch ok; für Alle die ist dieser Beitrag nichts.

An alle andern: WAGT ES! Wartet nicht zu. Wartet nicht auf bessere Zeiten, eine solidere finanzielle Lage, den besseren Partner, den besseren Job, bis die Kinder gross sind, was weiss ich. Wir haben nicht Alle 100 gesunde Jahre zur Verfügung; also los, Träume umsetzen.

Sofort, jetzt. Dann heute also! Heute starte ich mit der Suche nach der neuen Wohnung, dem neuen Job, organisiere ich mein Auslandjahr oder die Auswanderung, beende die beengende Beziehung. Ab heute sage ich was ich denke, höre ich auf mit den ewigen Einwänden, schaffe ich mir eine Auszeit, breche ich aus meinen Denk-und Verhaltensmuster aus. Ab heute lerne ich mein Wunschinstrument spielen. Heute fange ich an meine Selbstständigkeit zu planen … genau heute.

Ich kann mich da durchaus selber an der Nase nehmen (siehe Artikel gestern) und habe manchmal furchtbare „Hänger“. Ich verbleibe einfach in meiner Schlaufe und bin dann, ehrlich gesagt, gar nicht sooo unglücklich dabei. Es ist vorübergehend; das weiss ich aus Erfahrung. Meist geht es plötzlich einfach wieder los, ab, quer durch die Mitte und quasi wie von selbst. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, merke ich dann was ich da losgetreten habe. So fand ich mich jeweils in einem neuen Job, in einem neuen Land, und, und, und …. und jetzt eben auf einem Hausboot. Das ist aber meine ureigene Persönlichkeit, nicht jeder tickt so.

Als Gesellschaft sind wir sind leider alles Kinder einer Sicherheits- und Versicherungskultur. Aber totale Sicherheit gibt es nicht und ich finde, diese Kultur schränkt uns ungemein ein. Wir haben Angst vor dem eigenen Schatten bekommen. Klar kann etwas schief gehen, der tolle Job ist nicht das Erträumte, die neue Wohnung hat auch Defizite, die neue Stadt oder das neue Land verlangt einem Einiges ab, ohne Partner ist man allein (Überraschung!), das eigene Unternehmen legt nicht einen Senkrechtstart hin und das Buch, das man endlich geschrieben hat, ist nicht gerade ein Bestseller geworden.

Aber es bereichert uns! Wir haben dazu gelernt und uns selbst besser kennen gelernt. Wir haben uns durchgebissen und sind schon etwas stolz auf uns. Wir haben Unbekanntes und Unbekannte getroffen. Wir haben uns in eine andere Kultur eingelassen und uns lösen müssen von angelernten Denkschemata. Wir sehen die Welt von einer etwas anderen Perspektive. Wenn’s ganz ganz schlimm kommt, brechen wir die Übung ab, geben auf, buchstabieren zurück. Auch dazu braucht es Mut. Hey, sogar Misserfolge bringen uns weiter!

Die Wahrscheinlichkeit, dass es gut kommt, ist hingegen viel grösser. Wir machen tolle neue Erfahrungen, erleben unerhört Spannendes, lernen neue Menschen kennen. Die neue Wohnung, die neue Stadt, das neue Land ist einfach toll. Manchmal ist es ein wenig anstrengend, aber das gehört einfach dazu. Das neue Leben ist belebend, spannend und auch herausfordernd. Wir schlagen uns durch und sind mega stolz auf uns, lernen dazu und freuen uns, dass wir etwas gewagt und geschafft haben!

Wer’s nie wagt, verliert eben doch irgendwie.

An Alle, die es bereits gewagt haben: SUPER! Finde ich grossartig. Bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen.