Zufällige Zufälle

Eine Armbanduhr trug ich vor gefühlten 50 Jahren für das letzte Mal. Seither hielten mich stets die verschiedensten Elektro- oder Elektronikgeräte auf Kurs. Ich hangle mich vom Gerät zu Gerät, überall sehe ich die Uhrzeit auf dem Display. Das genügt mir völlig. Meist haben wir ja auch nicht gedrängte Termine Weiterlesen „Zufällige Zufälle“

Kleine Pechsträhne: 3 Patienten

Wir sind wirklich gut koordiniert, alle 3: Janusz, Merry und ich. Weiterlesen „Kleine Pechsträhne: 3 Patienten“

Meine kleine Schwester

Sie ist heute Vormittag wieder nach Hause gefahren! Meine jüngste Schwester.

Normalerweise realisiere ich nicht so sehr, dass mir Familie und Freunde doch manchmal fehlen. Aber jedes Mal, nachdem Besuch da war, merke ich, wie gut es tut. Es ist es einfach schön zusammen zu sitzen und von Dingen zu reden, an die wir uns alle erinnern, über die alle Anwesenden lachen können. Weiterlesen „Meine kleine Schwester“

Europäisches Tropenwetter und so

Das derzeitige heiss-feuchte Wetter entbehrt nicht der Ironie.

Als wir, jahrelang und immer wieder, darüber diskutiert haben, wohin wir denn auswandern möchten, wenn ich dann beruflich mal so weit sein werde (sprich in Rente gehen kann) war eines eigentlich von Beginn an klar: kein tropisches Land!

Und jetzt das! Jeden Tag fast 30 Grad, eine Luftfeuchtigkeit, die den Tropen Konkurrenz macht und einen Wetter-Rhythmus wie zur Regenzeit: Vormittags und Anfangs Nachmittag noch trocken, dann aber kommt es. Dicke Wolken ziehen auf, die Hitze wird in die Räume hinein gedrückt und, wenn sich dann alles so schön aufgeladen hat, Regengüsse die kein Schirm aushält. Ich nehme das jetzt mal persönlich: wir wollen nicht mehr in die Tropen? Dann kommen halt die Tropen zu uns. Kein Entrinnen.

Vielleicht eine kurze Erklärung, weshalb wir tropische Länder von Beginn an ausgeschlossen haben: Wir haben in tropischen Gefilden gelebt und gearbeitet. Es hat uns sehr, sehr gut gefallen. Was sag ich da, wir haben es geliebt! Nur ist das so manches Jahr her. Die Welt ist längst nicht mehr dieselbe und wir befürchteten, wir würden die damaligen Zeiten suchen und nicht mehr finden. Klar entwickelt sich alles weiter, das ist auch in Ordnung so. Und es ist auch klar, dass, in unserem Fall asiatische, Länder aufholen möchten und alle Annehmlichkeiten der westlichen Welt auch haben möchten. Nur leider haben wir festgestellt, dass der Preis dafür extrem hoch ist gerade für ehemalige Schwellenländer: unkontrolliertes Bauen, Luft-und Wasserverschmutzung, Abholzung, Ausbau des Massentourismus bis zum Geht-nicht-mehr, und so fort. Ausserdem sind wir Europäer und unseren europäischen Rucksack nähmen wir überallhin mit. Sich irgendwo so zu integrieren, wie wir es von Ausländern aus anderen Kulturkreisen bei uns in Europa erwarten, wäre kaum möglich. Wir würden nie aufgehen in einer lokalen Kultur, sondern würden entweder die reichen Weissen bleiben oder ausschliesslich in Expatriates-nahem Umfeld verkehren. Und das würde nicht nur allein an uns liegen, sondern von beiden Seiten so gesehen werden. Auch wenn ich perfekt indonesisch könnte, eine Indonesierin wäre ich trotzdem noch lange nicht.

Nun denn, also Europa. So haben wir überlegt: Kleinere kulturelle Verschiedenheiten, weniger sprachliche Hürden (ich hätte aber auch noch zum Beispiel Schwedisch gelernt). Keine langen Flugreisen nötig (bin in der Luft ein Angsthase). Die medizinische Unterstützung ist optimal und uns vertraut. Die Wetterverhältnisse entsprechen uns. In den Tropen ist es fifty-fifty sehr grün oder einfach grün, in Europa haben wir vier Jahreszeiten (die wir lieben, mehr oder weniger). Freunde und Familie können uns einfacher besuchen kommen.

Nachdem Irland (Manns Veto: zu viel Wetter), Skandinavien (mein Vorbehalt: zu lange dunkel), Südeuropa (beide: im Sommer zu trocken) aus dem Rennen gefallen sind, waren wir etwas ratlos. Zum Glück kam da die Mississippi und rettete uns. Sie wollte just zum richtigen Zeitpunkt verkauft werden! Richtiger Ort zur richtigen Zeit.

Die Mississippi heisst heute Escapade und ist unser schwimmendes Heim. Sie fährt unter französischer Flagge, und deshalb sind wir jetzt mal in Frankreich (kann sich ändern) und haben hier tropisches Wetter! Die Hunde finden das im Moment halb so lustig, Merry hasst Blitz und Donner und Janusz mags nicht gerne allzu heiss. Wir beide finden es cool (respektive hot).

Also nicht ganz immer – es müsste einfach immer ein Lüftchen wehen, dann ist es toll.

Stürmischer Himmel
Stürmischer Himmel