Bootsführerkurs: Theorie

O-la-la! Also ich weiss nicht, langsam beschleicht mich ein komisches Gefühl! Weiterlesen „Bootsführerkurs: Theorie“

Wolken am Horizont

Leider keine richtigen Wolken, schon gar nicht Regen- oder Gewitterwolken. Es ist jeden Tag wolkenlos und heiss. Die Maximaltemperaturen schwanken zwischen knapp 30° und gegen 40°. Für uns Menschen schon alles andere als angenehm, obwohl wir uns ein wenig daran gewöhnt haben. Für unsere Hunde ist es eher stressig. Wir duschen sie regelmässig ab, wir zeigen ihnen den momentan kühlsten Platz, sie haben Trinkwasser, sogar leicht gekühltes, überall zur Verfügung und kriegen sogar ab und zu ein Hundeeis.

Die Wolken sind ganz anderer Natur: wir stellen fest, wieder mal blockiert zu sein! Am Sonntag geschah ein Unglück in einer Schleuse weiter oben (wir sind auf dem Rückweg und steigen wieder). Ein grosses Boot fuhr in ein Schleusentor und richtete einen so massiven Schaden an, dass das Tor für die Reparatur demontiert werden musste.

Nun ist die Schleuse Nr. 13 (!), L’Huilerie, offen und das Wasser fliesst ungehindert durch. Zu der wetterbedingten Wasserknappheit kommt also noch dieser ständige Durchfluss und damit Verlust des Wassers. Ich wiederhole mich, aber das Wassermanagement für die Kanäle ist auch für mich noch nicht ganz klar. Aber so viel verstehe ich: die Kanäle überwinden Anhöhen und führen von einem Flusssystem ins andere. Zuoberst ist eine flache Haltung, bief genannt, und von da geht in zwei Richtungen runter. Also muss da viel, sehr viel Wasser vorhanden sein oder gespeichert werden. Ich habe mich tatsächlich schon gefragt, was denn passieren würde, wenn a) zuoberst kein Wasser mehr da wäre oder b) auf Grund einer Panne sich die Haltungen leeren. Die Antwort ist so klar wie beunruhigend: wir würden auf dem Trockenen sitzen. Keine schöne Aussicht! Deshalb bewundere ich die Arbeit der VNF (Voies navigables de France), die natürlich nicht bloss uns die Schleusen auf- und zumachen, sondern dazu schauen, dass die Kanäle die offiziellen Wasserstände halten, 365 Tage im Jahr. Die «Freycinet-Masse» (Péniche), die als Mindestmasse fast überall gelten sind: Wassertiefe 1.80 m, Schleusenbreite 5.05 m und Durchfahrtshöhe unter Brücken 3.50 m. Dies auf den Kanälen überall und ständig zu gewährleisten muss eine komplexe Aufgabe sein, chapeau VNF!

Die betroffene Teilstrecke

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Die Schleuse Nr. 13 ist noch 70 Kilometer von uns weg. VNF hat einen 50 Km langen Kanalabschnitt gesperrt ab Decize, einige Kilometer vor der beschädigten Schleuse. Wir wissen immer noch nicht offiziell, wie lange die Reparatur dauern wird. Nun sind wir hin und her gerissen zwischen 2 Optionen. Hierbleiben oder in kleinen Etappen uns der blockierten Stelle nähern. Wir sind hier an einem sehr guten Liegeplatz, sogar mit schattenspendenden Bäumen über Picknick-Tischen. Wenn wir weiterfahren würden, könnten wir zwar jeweils an einem schattigen Platz wild festmachen, müssten aber ab und an Wasser bunkern und das ist das Problem. Dazu müssten wir einen Hafen anfahren. Wir sind ja nicht die einzigen, die sich nicht mehr frei bewegen können und so befürchten wir, dass Liegeplätze mit Wasser und Strom bereits sehr schnell sehr voll geworden sind. Auch Mietboote werden überall etwa «liegen geblieben» sein und nicht wie üblich an die Vermietungsorte zurückgekehrt sein. Wenn ich etwas hasse, dann ist das eine Drängelei, sei es an der Kasse, vor einem Schalter oder eben in einem Hafen. Gewisse Bootler lassen einen nicht mal gerne à couple festmachen, an ihrem schon vertäuten Boot, obwohl dies eigentlich zum Nettigkeits-Code gehören würde (natürlich frägt man erst höflich nach; man betritt, berührt oder befestigt sich nicht einfach so an ein anderes Boot ohne Erlaubnis).

Eigentlich würde diese Verzögerung überhaupt keine Rolle spielen für uns. Hätten wir nicht unseren Termin Ende September in Pont-de-Vaux mit der Werft, könnten wir dem ganz cool begegnen und den Ferienbootlern die Plätze lassen. Da wir in der Zeit, wo das Boot auf dem Trockenen sein wird auch eine Unterkunft für uns gemietet haben, sehen wir das etwas weniger locker. Wir haben noch Zeitreserve, diese schwindet jedoch mit dieser Verzögerung rapide.

Im Moment reden die VNF-Leute an den Schleusen von 3 Wochen Reparaturzeit. Dies allerdings, das betonen alle, ist bloss eine Info via «Radio Canal», dem Kanal-Radio, zu Deutsch über die Buschtrommel.

Hoffentlich gibt VNF bald ein offizielles Communiqué raus. Zurzeit tendieren wir eher dahin, bis Samstag oder Sonntag abzuwarten, dann loszufahren und mal schauen was da weiter oben so los ist.

On y va ou on n’y va pas ?