Wir haben’s geschafft!

Abfahrt in Auxonne bei absolut fantastischen Bedingungen: 28 Grad warm, leichter Wind, strahlend blauer Himmel. Der Kühlschrank ist voll, der Früchte- und Gemüsekorb auch, die Getränke lagern kühl unterhalb der Wasserlinie in Erwartung heraufgeholt, nochmals weiter runtergekühlt und dann genossen zu werden. Ja, ich gebe es gerne zu, einiges davon ist alkoholisch. Weiterlesen „Wir haben’s geschafft!“

Heute ist es zum schreiben

eigentlich viel zu heiss. Offenbar kann ich es nicht lassen, bin aber froh darum, dass ihr mich nicht seht. Gleich nachher geht es nochmals unter die Dusche, im Moment sehe ich aber noch aus wie ein nasser Lappen (fühle mich auch so).

Es ist fast 22 Uhr, immer noch über 30°C, dies an einem Kanalufer, das seit 13.30 Uhr keinen Sonnenstrahl mehr abgekriegt hat.

Wir erwarten morgen und vor allem am Dienstag wiederum fast 40°C. Nun müssen wir unsere Fahrt wirklich gut planen, einfach so dahin dümpeln geht nicht mehr. Wir brauchen alle zwei, drei Tage Stromanschluss und eine Epicerie. Ausserdem möchten wir möglichst am Schatten anlegen. Das ist jedoch die Quadratur des Kreises.

Meist starten wir sehr früh, einfach wenn ich dann auch endlich auf der Brücke stehe. Die Schleusen öffnen um 9 Uhr. Bei diesen Temperaturen wollen wir gegen Mittag „ankommen“. Ich habe mit Hilfe unseres Führers die Etappen zusammengestellt, stets ein Tag mit Strom, ein Tag gerne ohne. So einfach ist es nicht; in diesem Kanalabschnitt gibt es nicht so viele Anlegestellen mit vollem Service und meist sind diese gut besetzt. Ausserdem fahren hier einige Hotelboote und Ausflugsboote, und die blockieren manchmal schon die Hälfte des Quais. Die Profis haben Vortritt, immer und überall, wir Freizeitkapitäne kriegen die Brosamen.

Heute Nacht aber liegen wir wunderbar an einem Waldrand. Die Äste der Bäume hängen bis über den Kanal hinaus und die Stimmung hier ist sehr lauschig. Draussen scheint es mit den rund 30°C schon schön kühl, drinnen haben wir immer noch einige Grade drüber. Inzwischen nützt uns auch die gute Isolation des Boots nichts mehr, es ist einfach überall zu warm. Der Kühlschrank läuft auch schon auf der höchsten Stufe und schafft gerade knapp 10°C.

Die Hunde sind süss und haben verstanden, dass es jetzt einfach heiss ist. Wir duschen sie viele Male pro Tag ab. Dann sind sie eine Stunde lang wie wiederbelebt, spurten herum und strahlen um die Wette. Sobald sie wieder getrocknet sind, fallen sie zusammen wie ein Käse-Soufflé und dösen im Schatten bis wir sie wiederum abduschen können.

Noch zwei Tage, dann sollen die Temperaturen fallen und vielleicht kriegen wir dann auch mal ein paar Tropfen Regen. Das wäre doch schön.