Weihnachtsstimmung

Zu Beginn gleich das Allerwichtigste: meine herzlichsten Weihnachtsgrüsse Weiterlesen „Weihnachtsstimmung“

Risotto-Offenbarung unterwegs

Heute hatten wir einen Risotto zu Abend, diesmal mit getrockneten Tomaten aromatisiert. Risotto ist bei uns sozusagen ein Longseller. Er kann immer wieder variiert werden und braucht nie gleich zu sein. Meine Mutter machte tolle Risotti, von ihr habe ich gelernt zu kochen. Aber, ein paar der ultimativen Tricks habe ich aus einer Radiosendung. Und an diese habe ich heute Abend wieder denken müssen. Weiterlesen „Risotto-Offenbarung unterwegs“

Alles gut gegangen!

Wir befinden uns am neuen Platz im Hafen, sozusagen an idealer Pole Position um bald zu starten! Die ganze Ausfädelei vom Überwinterungsplatz ist, mit Hilfe von ein paar unserer neuen Freunde, sehr gut gegangen. Eines haben wir in den letzten Monaten Fahren merklich gelernt: Wenn man Manöver schnell-schnell durchführen will dauert es länger als wenn man es langsam angeht. Besser dem Boot stets Zeit lassen um zu reagieren, schauen wie weit der Schub reicht und dann erst wieder Steuer oder Gas geben. So ist man eindeutig schneller und sicherer! Die Taktik hat sich bewährt beim samstäglichen Rausfahren! Trotzdem wir etwas nervös waren, ging alles glatt und gekonnt über die Bühne. Gratulation an den Kapitän: souverän gefahren!

Warten, auf dass es losgeht

Leinen los – c’est parti!

Im Zickzack durch den Hafen

Wir sind dann gleich zu sechst auf die Saône, eine wenig flussaufwärts auf der anderen Seiten der Mole am Hafen vorbei, dann ein elegantes Wendemanöver, talwärts am Hafen vorbei, vor der Brücke wiederum eine Wendung – diesmal weniger elegant 😦 – und dann perfekt durch die Verengung in den Hafen rein und Heck voran angelegt. Easy.

Auf dem offenen Fluss

Und wieder anlegen, diesmal nahe der Ausfahrt vom Hafen

Wir befinden uns nun an einem der Gästeplätze mit freier Sicht auf den Fluss, herrlich!

Auf dem Deck, in der Sonne, haben wir dann natürlich auf den tollen Tag, die geglückte Ausfahrt und die Solidarität unter Bootsleuten angestossen. Wir sind für die erlebte Unterstützung dankbar und stellen immer wieder fest, wie hilfsbereit und freundlich die allermeisten Bootsleute sind. Unkompliziert und offen. Das tut richtig gut!

In der Folge haben wir gleich einem anderen, viel grösseren Boot assistiert, den Platz ebenfalls zu wechseln. Mit aufkommendem Wind war das dann etwas schwieriger. Man lernt aber immer dabei, auch wenn andere fahren, und entwickelt so ein Gefühl dafür, vorauszusehen was das Boot jetzt dann gerade machen wird. Es ist ähnlich wie beim Fliegen: ein Boot fährt man mit dem Hintern; man muss es spüren.

Es herrscht immer noch Aufbruchsstimmung hier. Alle reden von ihren Reiseplänen, den Arbeiten die sie noch machen (lassen) wollen, reden davon was noch fehlt, worauf sie noch warten, dass sie den Platz doch noch wechseln wollen bevor…. Ich liebe das!

Wenn alles gut geht und das Wetter einigermassen mitmacht ist Donnerstag für uns der grosse Abreise-Tag!

Kulturschock VI: Alles Käse oder was?

Ich wage jetzt mal etwas Kritik

Ich liebe französischen Käse! Es soll 400 Sorten geben in diesem Land. Vielleicht sind es ja auch nur 300, aber auch 300 ist eine respektable Zahl. Jetzt, da ich in diesem Land lebe, frage ich mich wo all diese Käsesorten verkauft werden (ich rede jetzt hier nicht von Industriekäse). Bislang habe ich nur einen Bruchteil davon in den Supermärkten entdeckt, dazu noch meistens dieselben in jedem Laden. Richtige Käsegeschäfte findet man leider auch nicht in jedem Ort. Was fast komplett fehlt sind Hart – oder Halbhartkäse. Da werden zwar Holländische (die mit der roten oder orangen Wachshaut, sehr originell!) angeboten und auch Schweizer Käsesorten produits en France, aber ausser zwei, drei französische Sorten plus den Comté*, der wahrscheinlich von Immigranten aus dem Greyerz* mitgebracht wurde, ist kaum etwas zu finden. Das alles finde ich etwas enttäuschend, aber noch viel enttäuschender finde ich die Käsetheken, an denen Personal steht, gekleidet wie Käser direkt von einer Alpweide, das null Ahnung hat von den Käsesorten, die in der Vitrine angeboten werden. So délicieux das Angebot ist, ich habe etwas mehr erwartet, pardon les français, je suis un peu déçue.

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Das Weinangebot

Kommen wir zu den Weinen. Da gibt es tausende in Frankreich und ich verstehe absolut, dass in den Weinabteilungen oder auch beim Weinhändler vor allem einheimischer Wein angeboten wird. Was sage ich „vor allem“? Fast ausschliesslich einheimischer Wein! Mal zur Abwechslung ein Italiener oder Spanier gefällig? Da wird es schwierig. Lambrusco vielleicht, oder ein Allerwelts-Chianti, im Stil der Weine die wir als 17-Jährige hinter die Binde gekippt haben. Echt jetzt, hier wird Protektionismus in Reinkultur betrieben. Nicht mal die anderen EU-Weinerzeuger haben ihr bescheidenes Plätzchen und da hätte es doch einiges, das dem französischen Erzeugnis die Stange halten würde. Der französische Durchschnitts-Wein, ist, pardonnez-moi, oft in bescheidener Qualität. Da die Franzosen nichts anderes trinken, merken sie es offenbar gar nicht. Frankreich scheint aber irgendwie auch an einem Mangel an Selbstbewusstsein zu leiden. Weshalb sonst hätte es vor Jahren mit Hilfe der EU der kleinen Schweizer Gemeinde Champagne (1000 Einwohner) verbieten lassen, deren Wein unter dem Dorfnamen zu verkaufen? Man stelle sich vor: die gigantische Produktion aus der französischen Champagne fühlte sich von den paar Winzern und deren Weisswein von Champagne CH bedroht! Sogar der lokale Bäckereibetrieb, der sehr leckere und bekannte Flûtes de Champagne (eine Art Grissini) herstellt, bekam Schwierigkeiten. Incroyable, non?  Als Wiedergutmachung hätte ich jetzt gerne eine kleine, solide Auswahl an Weinen aus der ganzen Welt; vielleicht wäre das ja sogar inspirierend für die Franzosen?

Bin heute gerade nicht nett!

Ich bin mir bewusst, dass ich mich jetzt nicht gerade freundlich gegenüber unseren Gastgebern hier benehme. Es ist absolut in Ordnung wenn ein Land stolz auf seine Erzeugnisse ist und diese pflegt. Hier in Frankreich ist aber eine gewisse Blindheit gegenüber dem Rest der Welt feststellbar und das ist nicht gesund. Hier heisst es sofort

  • die französische Küche ist die Beste aller Küchen
  • die französischen Weine sind Weltspitze
  • die Franzosen sind Weltmeister in der Käseherstellung

Ich möchte das jetzt nicht aufrechnen gegen andere Nationen, aber sind wir ehrlich: Andere Mütter haben auch schöne Söhne!

Nun aber etwas sehr Erfreuliches

marchés_bourgogneBald können wir wieder auf den Wochenmärkten einkaufen. In Auxonne gibt es auch einen, aber hier haben Kleider-, Pfannen- und Krimskrams-Händler den Markt quasi übernommen. Die übliche riesige Auswahl an Gemüse, Früchte, Käse- und Fleischständen, Olivenspezialisten und und und, ist hier leider nicht vorhanden. In anderen Städten und Städtchen ist das völlig anders. Da kann man sich zu 100% für die Woche versorgen und dies erst noch bei vielen lokalen Anbietern. Darauf freue ich mich sehr. Das Schlendern von Marktstand zu Marktstand, der kleine Schwatz mit dem Händler oder sogar dem Produzenten selber, die Marktstimmung, die Menschen, Gerüche und Aromen. Mmmmhhh! Am Ende noch den café au lait mit einem croissant au chocolat oder – am späteren Vormittag – einen kleinen Ricard. Ah, das savoir-vivre, santé!Apero1

*Der französische Hartkäse Comté: Tatsächlich mussten im 19. Jahrhundert viele Freiburger, unter anderem aus dem Gruyère, aus der Schweiz auswandern.  Der Kanton Freiburg war extrem arm damals. Früher wurden viele Burschen Söldner in Frankreich, das war aber mit der französischen Revolution mehr oder weniger vorbei. Es waren also meist die jüngeren Söhne eines Hofes, die sich etwas einfallen lassen mussten. Viele wussten etwas über die Käseherstellung. Mit diesen Kenntnissen über den Jura nach Frankreich zu gehen war die nächstmögliche Lösung um der Armut zu entgehen. Und sie wurde rege genutzt.