Kulturschock X: am langen Arm der Ämter

Wir sind uns seit langem nicht mehr täglich bewusst, im Ausland zu leben. Aber hin und wieder wird dies uns wieder brutal in Erinnerung gerufen. Zu Beginn waren wir darauf eingestellt, auf das eine oder andere Hindernis zu treffen, in Unkenntnis der hiesigen Vorschriften mal in Schwierigkeiten zu geraten oder endlos herumfragen zu müssen. Aber jetzt, nach vollen 3 Jahren, ist das Leben in Frankreich einfach die neue Normalität.

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Wenn wir schon nicht fahren

können, nichts hindert uns daran, wenigstens einmal um die nächste Kurve zu schauen und sehen wie es von hier aus weiter gehen wird!

Kaum hat es drei Tropfen geregnet, werden wir ungeduldig und zappelig. Natürlich braucht es viel mehr als ein paar leichte Regengüsse um den Kanal wieder flott zu machen. Der Kopf weiss das, aber das Herz wünscht sich halt eine Weiterfahrt herbei.

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Wir haben’s geschafft

Wir haben unseren eigentlichen Winterplatz verlassen und sind von Ponton D nach Ponton A, geschätzte 250 Meter, gefahren. Immerhin ein Anfang.

Vorgesehen war dieser Wechsel schon längere Zeit. Der der Hafenausfahrt am nächsten liegende Steg A hat die tollste Sicht. Im Winter ist der jedoch nicht überflutungssicher und daher liegen bloss unbewohnte Boote hier. Aber jetzt sind wir nun hier angelangt. Diese kleine Fahrt hatten wir immer wieder verschoben, zwischenzeitlich wieder etwas vergessen und dann letztes Wochenende dem Hafenmeister definitiv angesagt. Bingo: Wir hatten für dieses Miniprojekt die windigste Woche seit langem ausgesucht!

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Allgemeine Unrast

Heute ist wiederum strahlend schön und saukalt. Die Menschen, die auf den Uferwegen spazieren sind dick eingepackt. Aber wer nicht raus in den steifen Nordwind muss, hat das Gefühl es werde jetzt dann bald Frühling! Die Sonne geht mittlerweile nicht mehr am tiefsten Südpunkt unter und die Tage sind schon merklich länger.

Im Hafen macht sich eine unterschwellige Unruhe breit.

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Oho, da hat jemand Reisefieber!

Unser Nervenbündel von Hund ist reisefertig!

Bislang war er stets völlig durch den Wind, wenn wir den Motor anliessen. Unklar zu sehen, ob er sich nun aufregte weil er sich freut oder ihm etwas bange ist. Weiterlesen „Oho, da hat jemand Reisefieber!“

Ungeduld, Enten und Schwäne

Es geht irgendwie nicht richtig vorwärts

Wenigstens nicht so, wie ich es mir wünschen würde.

Die letzten Einbauten, die während ein paar Tagen Abwesenheit vom Boot hätten erledigt werden sollen, sind in Verzug geraten. Die beiden neuen Stauraum-Treppen sind zwar drin, aber nicht fertig. Weiterlesen „Ungeduld, Enten und Schwäne“

Reisefieber

Jetzt wird es langsam ernst: unsere Abfahrt vom Port Royal kommt immer näher. Auch wenn das genaue Datum noch nicht steht, die Vorfreude ist gross und etwas Vorausplanung kann nicht schaden.

Für französische Flüsse und Kanäle gibt es ganz wunderbare Führer, nach Regionen aufgeteilt. Wenn ich richtig gezählt habe gibt es deren 18 solche Hefte in denen die rund 10’000 km schiffbare Wasserwege in diesem Land dokumentiert werden. Da diese Unterlagen auch jedem ausgehändigt werden, der ein Ferienboot mietet, ist jede Menge an grundsätzlichen Informationen darin enthalten. Die Verkehrsregeln werden erklärt, die Bedeutungen der Signalisationen und Ausschilderung. Es ist auch beschrieben wie man schleust, wie man festmacht usw.

Kleiner Einschub:

Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass sich viele der Urlauber vorbereiten, es sieht manchmal wirklich nicht danach aus. Die Bootsverleiher instruieren die Mieter meist oberflächlich (ist ja ganz einfach, wie Autofahren) und die Urlauber, verständlich, sind meist auch sehr ungeduldig und wollen das Ding endlich in ihre Hände kriegen und los schippern. Deshalb wohl haben wir schon Boote davor bewahrt sich in einer Schleuse aufzuhängen (die Urlauber haben es festmachen wollen), unzähligen geholfen anzulegen und festzumachen (habe mir vorgenommen, mal eine Fotoserie von fantasievollen Knoten zu lancieren) und mehrere Augen zugedrückt, wenn sie in uns reingefahren sind (kein Problem, wir sind aus Stahl und stärker als diese Plastikdinger). Also, falls dies jemand lesen sollte, der Bootsferien gebucht hat: diese Führer sind wirklich gut und es ist angenehm, wenn man sie zumindest schon mal durchgelesen hat und sich etwas Basiswissen vor der Abreise aneignet. Und es ist nicht wahr, dass man die Boote ohne Ausweis fahren kann; der Ausweis wird vom Vermieter für die Zeit des Urlaubs mit dem Boot verliehen! Gut, das war jetzt so einer meiner Zeigefinger-Ausrutscher, aber das musste mal raus.

Zurück zum eigentlichen Beitrag heute

In diesen Führern ist alles Relevante für eine Bootsreise beschrieben. Die Brücken sind abgebildet. Wir können also zum Voraus wissen, wie hoch die Durchfahrt ist, an welcher Stelle durchgefahren werden muss und ob es irgendwelche Besonderheiten gibt wie eine Sandbank, Wirbel oder Seitenströmungen…). Die Schleusen haben Symbole aus denen man herauslesen kann ob bedient, welches Automatiksystem eingebaut ist oder etwa sogar selber gekurbelt werden muss. In letzterem ist es von Vorteil, wenn man schon weiss wie eine Schleuse Ûberhaupt funktioniert ;-). Die Anlegestellen und Häfen sind beschrieben und man weiss genau welche Serviceleistungen erwartet werden können, Strom, Wasser, Tanksäule, ob es einen Supermarkt hat, Restaurants etc. Im Weiteren sind alle Wasserläufe mit PK markiert (Kilometermarkierung) und zwar auf der Karte und am Ufer. Dies erlaubt es a) leicht Tagesstrecken zu planen und b) zu wissen, wo man sich befindet im Falle eines Notfalls – so man denn nicht einfach ins Blaue fährt und nie auf die Karte guckt, was ich nicht empfehlen würde. Wir haben schon Urlauber auflaufen sehen, anderen heftig  gehupt, weil die sich die Schwellen offenbar von ganz nah anschauen wollten. Ei,ei, das wird teuer!!!  Zu unsere Schande muss ich hier jetzt aber auch gestehen, dass wir mal ein Sonnendach an einer Brücke beschädigt haben. Wirbel und Seitenwind. 😦

Das Beispiel einer Seite mit Flusskarte, Markierungen von Besonderheiten, Zeichnungen der Brücken etc. Auch die PK-Punkte sind zu erkennen, von Punkt zu Punkt ist immer 1 Kilometer
Das Beispiel einer Seite mit Flusskarte, Markierungen von Besonderheiten, Zeichnungen der Brücken etc.

Also, bei uns sind nun diese Führer ausgelegt und wir reisen mit Fingern und Massstab schon mal etwas voraus. Wir haben zwar einen Tiefgang von nur einem Meter (nur bei der Heckschraube) aber wir sind hoch! Wir müssen sicher sein, dass eine ganze Kanalstrecke von uns befahren werden kann ohne dass wir streifen. Es gibt auch Kanaltunnels, für diese habe ich einen Querschnitt des Boots gezeichnet und sicherheitshalber übertrage ich die in jede Tunnelzeichnung. Keine Lust da mal stecken zu bleiben! Schlimmstenfalls können wir die Streckenwärter von VNF (Voies Navigables de France) bitten, für uns den Wasserstand vorübergehend abzusenken, cool, nicht?

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete und macht auch Spass. Wir werden an vielen interessanten Stellen und Sehenswertem durchkommen, und nicht alles wird direkt vom Wasser aus zu sehen sein. Dafür hat es Kurzbeschriebe in diesen Führern und so kann man schon ein wenig die Halte oder Tages-Etappen planen. Natürlich fixieren wir nicht alles, das wäre ja schlimm: sind wir jetzt endlich einmal frei und unbeschwert, wollen wir uns sicher nicht erneut in ein Korsett zwingen. Aber etwas weise Voraussicht muss sein.

1. Versuch Porzellanmalen

Uhuhh, gar nicht so einfach! Ich habe mal die ersten Espresso-Tassen geschafft. Das Ergebnis ist recht verwackelt und nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Wäre vielleicht besser gewesen mit etwas weniger Bombierten anzufangen, aber die Tässchen kamen grad so frisch gewaschen und entfettet daher…. und auch die Etiketten habe ich endlich abgekriegt. Da hat’s mich grad gepackt.

Normalerweise, wenn ich so etwas selber machen will, bin ich immer mit dem Schnellzug unterwegs. Ich habe leider einfach keine Geduld beim Basteln. Ich gucke mir das Endziel an, meistens von jemandem der schon Profi-Ergebnisse schafft, so auf Pinterest und so, und dann mogle ich mich möglichst rasch durch. Ich kenne das, bin wohl schon so geboren. Mal für Mal nehme ich mir vor, überlegt an die Sache ranzugehen, alles schön vorbereiten, zuerst üben, üben, üben, und erst wenn ich ganz sicher bin über die verschiedenen Schritte, loslegen. Das heisst, eben nicht loslegen, sondern ruhig an die Sache herangehen und mit Geduld zu arbeiten. Ich lege dann aber wirklich einfach los und will schon das Ergebnis sehen, ehe ich richtig angefangen habe. Jedes Mal ärgere ich mich danach, weil ich wiederum in die selbe Falle getappt bin.

Keine Ahnung, weshalb ich das beim Basteln nicht schaffe. Beruflich hatte ich das Problem nie, auch bei längeren Projekten nicht. Ich stand schon immer eher auf dem Gaspedal, aber noch nie hat jemand eine Baustelle an einem Tag abgeschlossen, auch ich nicht! Bei hobbymässigen Beschäftigungen will mir das methodische Arbeiten einfach nicht gelingen.

In der Schulzeit habe ich viel gestrickt und genäht. Das musste auch stets ganz schnell  fertiggestellt sein, am besten noch am selben Tag. Von Aussen sahen die Kleidungsstücke ja noch ok aus, aber ja nicht umdrehen und die Verarbeitung angucken; da waren noch jede Menge Fäden, die nicht ordentlich vernäht waren! Pullis sahen von Innen eher aus wie ein Fransenteppich! Bis heute ist das nicht besser geworden. Aber jetzt wo ich das so erzähle – ich habe schon lange nicht mehr an meine Jugendwerke gedacht – sehe ich, im Vergleich zu meinen damaligen Leistungen sind die Espresso-Tassen eigentlich schon wieder super gelungen!