Kleine Freuden

Kleine Freuden, grosse Wirkung! Was habe ich kürzlich gelesen: Wir sollten uns an Kleinigkeiten freuen, man weiss nie ob sie nicht im Nachhinein eine grosse Wirkung haben werden. Oder so ähnlich. Ich finde, das bringt es toll auf den Punkt. Weiterlesen „Kleine Freuden“

Der Natur (zu) nahe

Auf einem Boot zu leben bedeutet auch sehr nahe bei der Natur zu leben. Das altgewohnte leicht distanzierte Verhältnis zu ihr ist verändert. Obwohl wir früher schon, gerade wegen und mit den Hunden, uns viel draussen bewegt haben, blieb da stets eine gewisse Barriere. Wir hier in der Stadt, im Dorf, im Haus, in der Wohnung und dort draussen die Natur, separat, abgetrennt vom täglichen Leben. Die Natur ist dafür da, um entspannte Stunden zu verbringen, ein Picknick abzuhalten, zu wandern, herumzutoben, die Abendstunden zu geniessen. Weiterlesen „Der Natur (zu) nahe“

Überschwemmung II (und die Lehre daraus)

Wir sind wiederum auf normalem Wasserstand. Die zweite Überschwemmung im Januar liegt hinter uns. Jetzt, wo alles vorbei ist und die Gemeindearbeiter auch bereits das Schwemmgut weggeräumt haben, wirkt es beinah unwirklich! Wir können wieder auf den normalen Wegen spazieren, und sagen uns: hier wäre uns das Wasser bis zur Oberkante Gummistiefel, hier bis zur Hüfte, hier bis 70 cm über den Kopf gekommen und können uns das kaum mehr vorstellen.

crue2
Normaler Wasserstand
Das Wasser steht auf der selben Säule jetzt auf plus 2 Meter 40!
plus 2,4 Meter über Normal

Dieses Mal ist das Wasser vor allem zu Beginn viel langsamer gesunken als vor 14 Tagen. Damals hatten viele Fische keine Zeit mehr ins Flussbett zurück zu kommen und blieben, falls sie nicht von jemandem gerettet wurden, auf den Wegen liegen. Viele Wildtiere wurden auf kleinen Inseln eingeschlossen oder ertranken und kleine Körper liegen überall herum. Unsere kleine Jägerin findet das faszinierend und würde stundenlang im Gestrüpp herum stöbern wenn wir sie denn liessen. Ich habe sie einmal aus einem überschwemmten Unterholz retten müssen und ein andermal konnte sie sich knapp selber befreien, als sie mit ihrem krausen Fell hängen blieb und kaum mehr vor -oder rückwärts konnte. Wie sie das im Wasser aushält ist mir ein Rätsel; glaubt mir, das Wasser ist a….kalt! Seitdem läuft sie vorübergehend an der Flexileine.

Der Hafen gesehen von ca. 30 Metern Höhe. Man sieht den überschwemmten Uferbereich, die Mole ist ganz verschwunden
Luftbild mit Drohne, bei Wasserstand von ca. plus 2 Meter

Für uns bestand zu keiner Zeit Gefahr; uns hebt es mit dem Hausboot und den Pontons (Schwimmstege) an. Und dann geht es den gleichen Weg wieder runter. Soweit, so gut. Aber: lieber im Winter als in der Saison. An Navigieren ist da gar nicht zu denken mit solchen Wassermassen. Ehrlich gesagt ist uns das Erlebte eine Lehre, denn wenn wir je an einem Quai, d.h. an einem festen Anlegeplatz, liegen würden und das Wasser steigt dermassen hoch und schnell, würden es uns über den Quai ziehen und unweigerlich sässen wir beim Absinken auf und kämen wohl nicht davon ohne Schaden. Wir haben es uns hinter die Ohren geschrieben: Wetterbericht und Detailinfos über Wasserstände genau studieren und es nicht draufankommen lassen!

 

Wir sinken wieder

Das Wasser geht zurück. Wahnsinnig schnell. Gestern früh haben wir gehört, dass das Wasser stromaufwärts in Gray am sinken ist und haben ausgerechnet, bei uns könnte das in 12 bis maximal 24 Stunden auch der Fall sein. Da waren wir noch auf ca. 2.5 Meter über normal. Die Gangway, die sont eine fast unangenehmen Steigung aufweist, war fast eben und die Rampe voll. Auf dem Uferweg konnten wir gerade noch 20 Meter gehen.

Tatsächlich fing der Wasserspiegel gestern am späteren Nachmittag an zu sinken. Heute Morgen lagen wir bereits deutlich unter dem 2 Meter-Strich und seht wo wir jetzt liegen. Nur noch auf 70 cm über dem normalen Wasserstand.

Heute Nachmittag haben wir das erste Mal wieder den allerdings noch verschlammten Uferweg begehen können. Wir haben sogar ein paar verzweifelte Fische gerettet, die da in den letzten wassergefüllten Senken keinen Ausweg mehr fanden.

Das erste Mal haben wir Hochwasser von einem Boot aus erlebt. Wir stiegen mit dem Wasser, unsere Aussicht vom Boot aus vergrösserte sich; jetzt sinken wir und nach und nach verschwindet der Rundblick wieder. Für die Menschen hier war das Hochwasser auch aussergewöhnlich. Viele kamen hier an den Hafen um sich das anzusehen. Jetzt sind wir einfach froh, ist es bald vorüber und ausser den Landschäden ist nichts passiert.

In St-Jean-de-Losne, weiter flussabwärts, allerdings steht die Entspannung der Lage noch aus. Das Bild unten hat uns heute Mittag erreicht. Noch völlig überfluteter Uferbereich und Felder.

Die Stadt liegt wie ein Insel in den Fluten. Rechts die übervolle Saône, links unten der Zugang zum Canal de Bourgogne, darüber der Hafen. Unter den Brücken ist eine Durchfahrt nicht mehr möglich.
Die Stadt liegt wie ein Insel in den Fluten. Rechts die übervolle Saône, links unten der Zugang zum Canal de Bourgogne, darüber der Hafen. Unter den Brücken ist eine Durchfahrt nicht mehr möglich. (Bild von Mairie de St-Jean-de-Losne)

 

Überschwemmt!

Seit Tagen regnet es und es ist zu warm. Heute Nacht ging die Saône hier endgültig über die Ufer. Der Damm des Hafens ist überschwemmt und der Uferweg zum grossen Teil auch. Und das Wasser steigt immer noch sichtlich. Des einen Freud, des andern Leid!

Ein Teil der Boote ist nicht mehr zugänglich. Wer jetzt noch nicht zu den überflutungs-sicheren Pontons gewechselt hat, und Zugang zu seinem Boot möchte, hat Pech. Auf unserer Seite liegt der Zugang noch rund 1 1/2 Meter höher. Ich hoffe, soweit wird das Wasser nicht steigen.