Kulturschock X: am langen Arm der Ämter

Wir sind uns seit langem nicht mehr täglich bewusst, im Ausland zu leben. Aber hin und wieder wird dies uns wieder brutal in Erinnerung gerufen. Zu Beginn waren wir darauf eingestellt, auf das eine oder andere Hindernis zu treffen, in Unkenntnis der hiesigen Vorschriften mal in Schwierigkeiten zu geraten oder endlos herumfragen zu müssen. Aber jetzt, nach vollen 3 Jahren, ist das Leben in Frankreich einfach die neue Normalität.

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Die elende Kette

Meistens wenn wir irgendwo anlegen, sind schon andere da, nehmen eine Leine in Empfang, oder gucken einfach den Manövern zu und kommen dann kurz grüssen. Weiterlesen „Die elende Kette“

Zeitiges Erwachen

Über meine Art zu gärtnern haben wir uns ja schon mal unterhalten. Leider war ich diesbezüglich schon immer … na, wie soll ich mich ausdrücken: Nachlässig? Unzuverlässig? Unbeständig? Mit einem leicht grünlichen Daumen und meistens viel Glück? Weiterlesen „Zeitiges Erwachen“

Zwischenbilanz

Entgegen aller Logik stelle ich fest, mit qualitativ besser, sprich teurer, Einkaufen kann man sparen! Ich habe den Beweis dafür. Schwarz auf weiss.
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Aufregungen ohne Ende

Sowohl Überraschungen als auch Aufregungen mag ich überhaupt nicht. Und Aufregungen habe ich jetzt langsam genug gehabt!

Seit heute früh weht ein starker Wind und soeben waren wir in der Werft um noch 2 Fender zu kaufen. Dabei kamen wir natürlich nicht umhin einen Blick auf die Aktivitäten rund ums Boot zu werfen. Rein zufällig! Weiterlesen „Aufregungen ohne Ende“

Zwei grosse Vorhaben erledigt

Wir sind in unsere provisorische Bleibe umgezogen, haben alles eingerichtet und etwas personalisiert, haben es eng aber recht gemütlich. Das Hüttchen wird offiziell für 5-7 Personen vermietet. Keine Ahnung wie es 7 (!) Personen hier drin eine Woche lang aushalten würden sollte es mal regnen! Aber für uns zwei Weiterlesen „Zwei grosse Vorhaben erledigt“

Bye bye Auxonne

Wir sind wirklich losgefahren! Nachdem auf dem Boot alles bereit gemacht worden war, die Leinen am richtigen Ort und fein säuberlich für Gebrauch aufgeschossen, Elektrokabel abgehängt und aufgerollt, Wasserschlauch ebenfalls, kurz noch das kleine Heckdeck gesäubert wurde, die Fahrräder fixiert, auf dem Sonnendeck die Hundeleinen festgemacht (falls sie plötzlich angeleint werden müssen), letzter Check up der Filter und Blick in den Motorenraum für allfällige Wasserlachen geworfen wurde, gab es eigentlich nichts mehr zu tun als: Leinen los!

Gemächliche Ausfahrt aus dem Hafen und überraschendes Hupkonzert unserer neuen Freunde mit vielen winkenden Armen auf den Decks. Wir waren so überrascht davon, ich vergass total ein Erinnerungsbild zu machen (obwohl man wahrscheinlich eh nichts davon auf dem Bild sehen würde). Ich war richtig gerührt.

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Warten auf Öffnung der Schleusentore

Die uns vorgenommene Strecke ist nicht lang, nur 17 Kilometer und eine einzige Schleuse. Erst ging es vorbei am Städtchen, dann durch die beiden Portes de garde (die Flutportale) in die Dérivation (Kanal der den natürlichen Flusslauf mit Schwellen abkürzt) und schliesslich in die Schleuse von Auxonne.

Damit lagen die Attraktionen den heutigen Fahrt bereits hinter uns. Nach der Schleuse schlängelt sich der Fluss sachte durch die Landschaft und wird langsam breiter. Das Land rechts und links ist vollends flach. Ich meinte, in den Bäumen und Sträuchern hie und da den ersten grünen Schimmer zu sehen, aber vielleicht war das nur eine optische Täuschung, gespeist von der Sehnsucht nach Grün und vom Überdruss der kahlen Natur.20180329_cruise6

Die Hunde haben ganz unterschiedlich auf das Wiederaufnehmen des Fahrens reagiert. Unterschiedlich und sehr charaktertypisch: Die Kleine fiel umgehend in ihre alten Gewohnheiten, derselbe Schlafplatz an Deck, dieselbe Stelle als Ausguck, alles wie gehabt. Der ideale Schiffshund. Der Grosse ist immer schnell aufgeregt, tigerte anfangs herum und suchte einen Liegeplatz. Wir fuhren oben mit dem Aussensteuer. Ich musste immer wieder etwa runter und er hasst es, wenn nicht alle am selben Ort sind, trippelte jedes mal mit. Er war dabei beim Kaffee zu holen, beim Feldstecher zu suchen, rauf und runter, rauf und runter, und stets in Eile. Der geht wahrscheinlich mal über Bord! Langsam machen kennt er nicht 😦

Bald kam unser Etappenziel in Sicht. Bei Ankommen sind wir immer etwa unter Druck: Wo ist ein Platz zum anlegen, gibt’s ein besondere Manöver, sind andere Boote unterwegs. Der Quai war mit Ausnahme des Ausflugsboots unbelegt. Wir hielten Ausschau nach der nächsten Servicesäule für Wasser und Strom und die Anlegeringe und legten am optimalen Platz an.

Heute Abend gingen wir aus zum Essen und hatten noch eine böse Überraschung als wir zum Boote zurückkamen: Die Saône ist inzwischen gestiegen und da wir an einem festen Quai liegen, haben wir plötzlich nur noch knapp 10 cm von Wasserlinie bis Oberkante Steinplatten. Wir sind erstaunt, weil dies überhaupt nicht gemeldet wurde. Diese Zone war heute mit grün bezeichnet, also gefahrlos! Das ist jetzt überhaupt nicht gut und es sieht nach einer unruhigen Nacht aus. Als erstes haben wir ein paar der Fender flach zwischen Boot und der übriggebliebenen Kante des Quais gehängt und ein paar lange Latten senkrecht als Distanzhalter montiert. Diese reichen bis ca. 30 cm unter Wasser. Wir hoffen nun, dass das reicht um zu verhindern, dass das Boot auf den Quai gerät!

 

 

Brennender Himmel

Heute früh hatten wir allen meteorologischen Vorhersagen zum Trotz schönes Wetter. Ein paar Wolken, die Sonne etwas winterbleich, der Hafen trotz Plustemperaturen immer noch mit einer Eisschicht bedeckt und nichts los hier. In der Stadt fand der hiesige Carnaval statt, welcher hauptsächlich aus Rummelplatz und ein paar Verkleideten zu bestehen scheint. Alle Auxonnois (also die Menschen von hier) waren dort und der übliche sonntägliche Spaziergang zum Hafen fiel wegen Carnaval aus. Es war menschenleer hier.

Später dann schüttete es Bindfäden, und ich zog mich mit einem Buch zurück und verbrachte den Nachmittag vorübergehend in einer Parallelwelt. Gegen 18 Uhr meldete sich der Hunger und ich kam ins Carré herauf um zu erfahren, wie unser Abendprogramm mit Apéritif und Essen so aussehe. Und sehe das:

Der Himmel leuchtet in Gelb-und Violetttönen und taucht das Carré in unwirkliches Licht
Der Himmel leuchtet in Gelb-und Violetttönen und taucht das Carré in unwirkliches Licht

Blicküber die Boote hinweg auf die schön fast untergegangene Sonne. Der Himmel leuchtet in tiefen Violett-, Lila- und Gelbtönen
Die untergehende Sonne, gerade noch erwischt!

Von der Mole aus über die Saône hinweg mit tollem Widerschein auf dem Wasser
Von der Mole aus über die Saône hinweg