Endlich!

Gestern waren wir auf der Saône, das Boot testen. Genauer, um zu sehen, ob nach den vielen Arbeiten am Boot (und all den Leuten, die auf dem Boot und vor allem unten im Motorenraum zwischen all den Schläuchen, Rohren und Briden rumgekrochen sind) alles rund läuft. Wir hatten einen super schönen Tag mit wenig Wind und viel Sonne getroffen und haben es alle vier in vollen Zügen genossen! Weiterlesen „Endlich!“

Alles gut gegangen!

Wir befinden uns am neuen Platz im Hafen, sozusagen an idealer Pole Position um bald zu starten! Die ganze Ausfädelei vom Überwinterungsplatz ist, mit Hilfe von ein paar unserer neuen Freunde, sehr gut gegangen. Eines haben wir in den letzten Monaten Fahren merklich gelernt: Wenn man Manöver schnell-schnell durchführen will dauert es länger als wenn man es langsam angeht. Besser dem Boot stets Zeit lassen um zu reagieren, schauen wie weit der Schub reicht und dann erst wieder Steuer oder Gas geben. So ist man eindeutig schneller und sicherer! Die Taktik hat sich bewährt beim samstäglichen Rausfahren! Trotzdem wir etwas nervös waren, ging alles glatt und gekonnt über die Bühne. Gratulation an den Kapitän: souverän gefahren!

Warten, auf dass es losgeht

Leinen los – c’est parti!

Im Zickzack durch den Hafen

Wir sind dann gleich zu sechst auf die Saône, eine wenig flussaufwärts auf der anderen Seiten der Mole am Hafen vorbei, dann ein elegantes Wendemanöver, talwärts am Hafen vorbei, vor der Brücke wiederum eine Wendung – diesmal weniger elegant 😦 – und dann perfekt durch die Verengung in den Hafen rein und Heck voran angelegt. Easy.

Auf dem offenen Fluss

Und wieder anlegen, diesmal nahe der Ausfahrt vom Hafen

Wir befinden uns nun an einem der Gästeplätze mit freier Sicht auf den Fluss, herrlich!

Auf dem Deck, in der Sonne, haben wir dann natürlich auf den tollen Tag, die geglückte Ausfahrt und die Solidarität unter Bootsleuten angestossen. Wir sind für die erlebte Unterstützung dankbar und stellen immer wieder fest, wie hilfsbereit und freundlich die allermeisten Bootsleute sind. Unkompliziert und offen. Das tut richtig gut!

In der Folge haben wir gleich einem anderen, viel grösseren Boot assistiert, den Platz ebenfalls zu wechseln. Mit aufkommendem Wind war das dann etwas schwieriger. Man lernt aber immer dabei, auch wenn andere fahren, und entwickelt so ein Gefühl dafür, vorauszusehen was das Boot jetzt dann gerade machen wird. Es ist ähnlich wie beim Fliegen: ein Boot fährt man mit dem Hintern; man muss es spüren.

Es herrscht immer noch Aufbruchsstimmung hier. Alle reden von ihren Reiseplänen, den Arbeiten die sie noch machen (lassen) wollen, reden davon was noch fehlt, worauf sie noch warten, dass sie den Platz doch noch wechseln wollen bevor…. Ich liebe das!

Wenn alles gut geht und das Wetter einigermassen mitmacht ist Donnerstag für uns der grosse Abreise-Tag!

Eine etwas andere Art von Frühlingsstimmung!

Liebe Leute, morgen geht es los. Na ja, es geht lös-chen. Wir gehen auf Testfahrt. Richtig und definitiv ablegen tun wir erst nächste Woche. Vorher werden Boot und Motor bewusst strapaziert und wie schon beschrieben, wollen wir die häufigsten Manöver durchspielen, auf dass wir ohne uns anzuschreien die zukünftigen Fahrten geniessen können ;-).

Morgen soll die Sonne den ganzen Tag scheinen, der Wind wird sich auf 5 km/h beschränken, die Helfer sind organisiert und uns allen hier kribbelt es unter den Nägeln. Wir sind nicht die Einzigen, die unter Vorfreude „leiden“. Man spürt es regelrecht vibrieren hier auf den Pontons. Wir machen alle noch schnell ab auf ein Bierchen/Glas Wein oder um zusammen zu essen, denn alle haben das Gefühl dann mal „plötzlich weg zu sein“. So ähnlich muss die Stimmung bei Zugvögeln sein!

Die Boote werden also von vorne bis hinten geschrubbt,  Taue und Leinen auseinandergedröselt und säuberlich aufgehängt oder gecoilt (geschneckelt? Spiralförmig ausgelegt),Leinen ordentlichScheiben geputzt, Sonnendächer aufgezogen, die vom Winter zerfetzten Flaggen ersetzt, Mäste aufgezogen und, und, und. Plötzlich sind Boote,auf denen wir monatelang keine Menschenseele gesehen hat, wieder bevölkert. Ankömmlinge rumpeln auf den Pontons  mit Koffern und Taschen, Eingekauftem und allerlei Notwendigem für’s Boot und für unterwegs.

Wir hatten uns die Winterzeit auch vertrieben mit in Katalogen blättern oder scrollen. Kataloge die alles anbieten was eines Bootlers Herz begehrt. Das eine oder andere Bestellte ist eingetroffen und wird nun montiert, angeschraubt und getestet. Das Armaturenbrett beim Steuer ist komplett, selbst die seit Monaten nur halbmontierte Anzeige für die Batteriekontrolle ist nun plötzlich vollständig montiert! Unsere Fahrräder kriegen noch ihr Aufhängesystem, damit sie sicher sind auf grosser Fahrt und ich werde für meine Leinen noch grosse Haken an der Reling erhalten, damit ich sie aufhängen kann. Die 20 Meter langen Dinger sind mir nämlich zu schwer um sie ordentlich aufzuschiessen (schlingen und aufhängen).Leinen aufschiessenMeist lasse ich sie mehr oder weniger ordentlich an Deck liegen und das sind berüchtigte Stolperfallen. Auf einem Segler ginge das ja nun gar gar gar nicht!

Auf morgen bin ich aber vor allem gespannt wegen der Ausfahrt aus der Anlegebucht. Wie schon beschrieben müssen wir zu Beginn praktisch ausfädeln; es ist sehr, sehr eng! Auch deshalb haben wir so lange zugewartet. Wir hatten fast jeden Tag zum Teil sehr heftigen Wind. Den können wir nämlich absolut nicht gebrauchen und Petrus hat uns für morgen fast Windstille versprochen. Hoffentlich hält das.

 

 

 

 

Weckt mich wenn Frühling ist!

Offensichtlich leide ich dieses Jahr an extremer an Frühjahrsmüdigkeit. Ich kann im Moment schlafen wie ein Siebenschläfer oder wie Kater Puma! Und wenn ich auf bin, könnte ich mich eigentlich auch gerade wieder schlafen legen, so schlapp bin ich zur Zeit. Ich hasse das; ich bin lieber fit und munter, voller Tatendrang und Ideen. Wo ist mein übliches Selbst nur hin?

Es kann gut am Wetter liegen. Ja, geben wir dem Wetter die Schuld, das ist am einfachsten: Es pendelt zwischen strahlend schön und kalt über strahlend schön und warm, regnerisch und warm bis zu regnerisch und kalt. Heute war es kalt ohne Regen, 4-5°C und eine eisige Nacht steht uns bevor.

Ich leide sicher unter Lichtmangel. Der meist grau-grau-graue Deckel über uns ist zum Verzweifeln. Zudem haben wir wiederum ein kleines Hochwasser. Unglaublich! Alle hier sagen, so einen Winter hätten sie noch nie gehabt. Na, wir werden in unserem allerersten Winter, den wir auf dem Hausboot verbringen, aber arg geprüft! Trotz Allem, ganz unterkriegen lassen wir uns nicht. Ich finde es gemütlich in unserem übersichtlichen kleinen Reich und wenn ich halt wieder ein Stündchen schlafen muss, dann sei es drum. Ich habe ein sehr gemütlich-kuscheliges Bett.

Habe ich eigentlich erzählt, dass wir letzte Woche den ersten Tag hatten, der schön und warm genug war um ein, zwei Stunden auf dem Deck zu sitzen und etwas zu trinken? Das tat so richtig gut! So müsste es jeden Tag sein. Die ersten Blätter und Blüten zeigen sich auch schon! Die Vögel haben begonnen frühmorgens zu singen, die Schwäne veranstalten ihr Brautspiel, die Kormorane geben so komische (wohl Kormoran-sexy) Knurrlaute von sich. Also bitte, etwas mehr Frühling! Jetzt, subito!

Den Aussenbereich des Bootes, also die Decks, die Treppen und die Gangway, haben wir auch schon geputzt und bereitgemacht für die erste Fahrt. Mann steigt regelmässig in die Eingeweide des Bootes hinab, um alles fahrtauglich zu machen. Die Dichtungen der Rohre und Schläuche sind geprüft. Ein paar Ersatzteile, die wir zur Sicherheit gleich an Bord haben wollen, sind eingetroffen und der Motor ist auch schon ein paar mal angeworfen worden und läuft schön rund. Nun erwarten wir die Normalisierung des Wasserstandes, die Wiedereröffnung der Schleusen und wenn es dann noch etwas stabiles Wetter dazu gäbe mit – vorzugsweise – nur wenig Wind, könnten wir schon mal die erste kleine Testfahrt des Jahres machen. Ein paar Manöver, den Motor ausreizen, ein- zweimal schleusen und dann geht es zurück an den Gästeponton hier. Das ist der aller Vorderste, gleich bei der Ausfahrt vom Hafen. Von da aus wären wir ruck-zuck weg. Ich bin überzeugt, wenn es dann mal endlich soweit ist, bin ich im Nu hellwach und fit wie ein Turnschuh.

Unser Hindernis-Lauf um von zuhinterst auf die Saône zu kommen
Unser Hindernis-Lauf um von zuhinterst auf die Saône zu kommen

Aber erst müssen wir auf die Gelegenheit warten überhaupt mal raus zu kommen! Wir werden zum Auslaufen aus der Anlegebucht hier auf Ponton D für die ersten paar Meter ein, zwei Helfer auf dem Ponton nötig haben. Diese sind bereits gefunden und warten bloss auf das Startsignal. Normalerweise ist solches nicht nötig; wir schaffen das leicht zu zweit. Aber da wir vor dem Bug bloss eine knappe Bootslänge bis zum Ufer haben und daher sofort um 90° nach Backbord drehen müssen, wird das Auslaufmanöver ohne die Verwendung von Bug-und Heckstrahlruder (und ohne die Nachbarboote anzurempeln, natürlich!) schwierig ohne zusätzliche Helfer. Diese werden unseren Bug mit langen Leinen in den richtigen Ausfahrwinkel bringen. Normalerweise würden wir die Bug-und Heckstrahlruder dafür einsetzen. Nach vielen Monaten ohne Bewegung im Hafen kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich Dreck, Schlamm, Algen oder sogar Holz darin abgelagert haben und beim ersten Gebrauch Schaden anrichten würden. Ein Ausfall dieser relativ empfindlichen Helferchen wollen wir nicht riskieren und daher versuchen wir, die Seitenstrahlruder erst auf dem Fluss vom Wasser gründlich durchspülen zu lassen und dann vorsichtig beginnen sie wieder einzusetzen. Sicher ist sicher.

Dieses Boot muss da raus!
Dieses Boot muss da raus!

Aber eben, vorläufig geht’s noch nicht los und während dem wir so warten kann ich mich ja noch ein paar Stündchen hinlegen….