Der Tiefpunkt liegt hinter uns

Es taut bereits wieder. Heute morgen waren wir zwar noch eingefroren aber nachdem gestern Nachmittag die Temperaturen wesentlich gestiegen sind, scheint das Eis nun viel dünner.

Erstaunlicherweise wurden wir auch gestern Nacht geschüttelt. Unglaublich, die Kraft des Eises! Zum Glück blieb es dann irgendwann mal ruhig. Die Rumms und Bumms waren aber nichts im Vergleich mit der Nacht von Sonntag auf Montag, da hatte sich das Eis angefangen zu bilden und machte einen Riesenlärm. Es entstanden offenbar mehrere Platten und da ein starker Wind ging, schob es die ersten Eisflächen ständig hin und her. Der Stahlrumpf des Schiffs verwandelte sich in ein Resonanzkörper. Schaurige Töne. Ich habe sowas noch nie gehört!

Ich habe mich hier auf dem Boot zu einer Abhängigen entwickelt. Süchtig nach Wettervorhersagen und Temperaturmeldungen. Wir haben überall Thermometer montiert: Draussen natürlich, das ist wohl noch verständlich, dann in jeder Kabine und in allen Abteilen des Bootsrumpfs. Das nimmt jetzt aber groteske Ausmasse an! Eine kleine Entschuldigung habe ich: wir sind wirklich Wind und Wetter ausgeliefert und haben eine viel einfachere Infrastruktur als wir im Haus hatten, da waren überall Thermostaten an den Heizkörpern. Mann ist da zum Glück etwas lockerer, er schaut mich jeweils nur mit gehobener Augenbraue an, dann weiss ich sofort, die Pferde sind wieder mal mit mir durchgegangen, sprich, ich übertreibe masslos.

Ich gelobe Besserung!

Tauwetter-Impressionen

altes Tau im Schnee
Tauwerk im Schnee
Detailaufnahme einer Boots-Reling. Tauende kleine Eiszapfen
an der Reling taut es auch