Von Knien, Alleinsein und Brot

In letzter Zeit war ich etwas diskret in Bezug auf unser Wohlergehen und die Befindlichkeiten. Der langersehnte und ehrlich gesagt auch gefürchtete Termin der Knie-Operation ist schon vorbei und der Patient ist bereits daran, sich die alte Beweglichkeit wieder anzutrainieren. Die Fortschritte sind überraschend gut. Wir hoffen es bleibt so und geht weiterhin linear bergauf.

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Auf in die letzte Woche!

Unsere Vertreibung hat bald ein Ende. In diesem Kabäuschen (Hobbit-Häuschen) hier auf terra ferma zu wohnen fällt mit zunehmend schwer. Es ist und bleibt ein Ferienhaus. Gedacht für einen Urlaub von ein, zwei Wochen. Uns fehlt es an allen Ecken und Enden an Platz und das macht uns zunehmend rumpelig. Ich bin es Leid mich nur seitwärts bewegen zu können wenn ich ums Bett herum gehe. Morgens das Bett machen wird so zur Turnübung. Ich habe genug davon, dass alles ständig auf dem kleinen Esstisch liegt und nur dieser eine Tisch als Ablagefläche zur Verfügung steht. In der Küche hat es zwar jede Menge riesige Pfannen, jedoch keinen Backofen. Nur ein Mikrowellengerät der ersten Generation. Mein Backofen fehlt mir! Bei mir läuft der, ausser gerade in der heissesten Jahreszeit, sonst fast jeden Tag. Auch fehlen mir gute und scharfe Messer und richtige, solide Rüstbretter. Das eine und einzige hier ist 100 Jahre alt. Solange wir noch Zugang hatten, sind wir alle paar Tage die Leiter rauf aufs Boot gestiegen und haben geholt, was uns hier am dringendsten fehlt. Eine richtige Reibe zum Beispiel. So ein simples Teil! Ich hatte genug davon mir mit der kleinen, billigen Urlauber-Multipurpose-Reibe alle Finger aufzureissen. Ich freue mich auch auf unsere Dusche. Hier ist eine Kabine eingebaut in der ich jedes, wirklich jedes Mal wenn ich mich drehe oder bücke den Hebel der Armatur verstelle. Plötzlich kommt eiskaltes, heisses oder gar kein Wasser mehr.

In diesen Wochen haben wir beide auch irgendwie unsere Energie verloren. Zuhause gibt es immer etwas zu tun, und lesen, Filme schauen, surfen oder aufs Handy gucken sind entweder Freizeitgestaltung oder etwas für kurz nebenbei. Hier sind uns die Hände gebunden und wir werden immer schlapper, haben ständig das Smartphone oder das Notebook vor der Nase. Nicht gut für uns. Ich fühle mich langsam wirklich wie im Exil.

Das Hobbit-Häuschen ist zwar süss und eigentlich – für ein Ferienhaus – ganz hübsch eingerichtet. Für eine Woche oder 10 Tage ist das toll. Vor Allem wenn man auch ein wenig draussen sein könnte. Es hat eine nette gedeckte Terrasse und das Gelände rundum ist wirklich sehr schön. Es ist ruhig und die vielen Bäume zaubern jetzt im Herbst eine bunte Aussicht aus jedem der Fenster. Für die Hunde ist dieser Ort ideal als Zwischenlösung. Wunderschöne grosse und kleine Doggie-Runden gleich von der Haustüre weg. Aber für uns werden die 6 Wochen lang!

Na ja, wenn das Ende langsam in Sicht kommt, sinken Geduld und Gelassenheit gegen den Nullpunkt. Ist wahrscheinlich ziemlich normal, dass wir jetzt einfach nur noch nach Haus(boot) wollen.♥

Am Freitag kommt unser Hausboot wieder ins Wasser, bis dann stehen alle Kisten und Taschen fix und fertig gepackt auf der Terrasse, parat zum Transport nach Hause. Aber garantiert!