Kleine Welt

Kleine und fast heile Welt.

Wir beginnen heute die fünfte Woche des confinements. Papa Macron hat vorgestern den Lockdown um zwei Wochen verlängert, allerdings mit einigen wichtigen Lockerungen: kleine Läden dürfen wieder aufmachen. Deren Schliessung wurde landesweit diskutiert und stiess mehrheitlich auf grosses Unverständnis. Unser persönlicher Aktionsradius wurde von 1 auf 20 km und von einer einzigen Stunde pro Tag auf täglich 3 Stunden erhöht. Fühlt sich an wie Freiheit!

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Neues von der Hundefront II

Folge von Hunde(v)erziehung, Miss Giftspritze und Neues von der Hundefront

Das letzte Mal habe ich vom Anspruch auf unser Durchhaltevermögen geredet und jede Menge Hunde-Theorie verbreitet. Ich dachte mir schon damals, dass wir dann auch den Beweis erbringen müssen und nicht nur davon reden können.

Merry und Janusz haben uns Anfang Jahr grössere Probleme bereitet – möglicherweise hat das Ganze einen Zusammenhang mit der doch sehr grossen Lebensumstellung. Nach 6 Monaten Wohnen auf einem Boot sehen wir auch etwas klarer, was wir unseren beiden Vierbeinern zugemutet haben. Dieser Umzug war nicht bloss ein Umzug in ein neues Haus mit Garten sondern auf ein Boot mit wenig Platz und null Umschwung, nicht einmal ein Vorgärtchen. Die Nachbarn sind gleich vor der Tür und auf den Pontons oder Quais herrscht ein Kommen und Gehen. Es ist absolut möglich, dass das alles die Hunde ein wenig zu stark gefordert hat und sie deswegen etwas aus der Bahn geworfen worden waren. Who knows?

Nun, nach einem halben Jahr auf dem Hausboot und rund dreieinhalb Monate nachdem wir unsere Probleme erkannt haben läuft es sehr gut. Die Gleichung

«Antreffen von Spaziergängern und Hunde = Leckerchen+Hörzeichen = gutes Gefühl»

geht voll auf. Zwischenzeitlich haben wir verkürzt auf «Treffen/Kreuzen von Spaziergängern und Hunden = gutes Gefühl». Als Hörzeichen haben Mann und ich uns auf 3xSchnalzen geeinigt. Dies ist viel neutraler als unsere Stimmen zu benutzen, da es fast unmöglich ist emotional zu schnalzen. Das hat sich gut bewährt. Sollte sich jetzt einmal eine gewisse Spannung oder Unsicherheit – vor allem bei der Kleinen – aufbauen, genügt unser Schnalzen um sie runterzubringen. Miss Giftspritze hat ihr Gift verspritzt und ist sogar an der Auszugsleine freundlich und natürlich zu anderen Hunden. Sie steckt es sogar weg, wenn der andere Hund die Haare etwas stellt und Hinterbeine und die Rute gar gestreckt hält. Sie lässt sich nicht beeindrucken und ein Abrufen ist aller meistens gut möglich. Der Grosse, das hat sich jetzt gezeigt, reagiert ausschliesslich auf das Verhalten der Kleinen. Ist sie entspannt, ist er die Ruhe und Gleichgültigkeit in Person, eh, Hund. Ehrlich gesagt, bin ich selber erstaunt über dieses Resultat unserer Bemühungen!

Eigentlich haben wir hier eine Konditionierung nach Pawlow – in einer absolut laienhaften Version! – durchgeführt. Die Pawlowsche Theorie fand ich schon immer hoch interessant. Verkürzt geht die Theorie so: durch eine Kopplung von zwei voneinander völlig unabhängigen Reizen kann eine bestimmte Reaktion hervorgerufen werden. Beim Pawlowschen Hund war das ein Glöckchen in Verbindung mit Fütterung. Im Experiment fing der Hund an zu speicheln, bloss auf den Glockenton hin! Eine spannende Sache. Siehe auch Konditionierung, der Pawlowsche Hund

Nun geht es bei uns darum den Status Quo zu erhalten und möglichst noch zu verfestigen. Da sind Mann und ich in der Pflicht, eindeutig. Ich glaube wir schnalzen noch etwas weiter und zur Sicherheit können wir ja neben den Hundesäckchen auch noch das eine oder andere Hundeleckerchen einstecken. Für den Fall der Fälle.

 

Miss Giftspritze

Folge von Hunde(v)erziehung

Nun ist es schon eine Weile her, dass wir konsequent unser Verhalten umgestellt haben und verfahren wie wir es uns vorgenommen haben. Wir arbeiten an uns selber und bemühen uns möglichst locker und leichten Herzens auf die Spaziergänge mit den Hunden zu gehen. Wir weichen Stress-Situationen nicht aus sondern versuchen die Kleine (der Grosse ist alleine ja problemlos) positiv zu stimmen bei Begegnungen mit Hunden und Spaziergängern.

Die anfänglichen Käsehäppchen konnten schon ausgetauscht werden mit normalen Hundebiskuits. Es gibt so lange Streifen aus gepresstem Fleisch-Getreidemix, sozusagen Müesliriegel für Hunde. Die duften ganz toll (sogar für uns, so würzig nach Wurst) und lassen sich gut unzerteilt in der Jackentasche mitnehmen, um bei Bedarf in winzige Stücke gebrochen zu werden. Diese sind nun immer mit dabei.

Anfänglich, das war noch bevor ich vor einer guten Woche den 1. Teil schrieb,  liess sich die Kleine nur bedingt ablenken durch die Goodies. Sie bestand darauf ihr Gift in der Gegend herum zu spritzen und ja keinen Hund oder Menschen zu verpassen. Deshalb zu Beginn der Käse als Superfood. Nach und nach hat sie aber begriffen, dass wir ganz Leckeres mitführen. Wir konnten sie von der Fixierung lösen und sie buchstäblich „an der Nase lang“ am problematischen Objekt vorbei führen. In der ersten Phase wurde sie durch das Manöver durchgefüttert, nach Möglichkeit jeden Tag in etwas grösseren Abständen. Das ist für uns fast Schwerarbeit; sie ist nicht sehr gross und wir müssen uns bücken um ihr etwas zu geben. Sie soll sich ja nicht angewöhnen hochzuspringen! Wir sind also nicht gerade elegant unterwegs, aber jede Eitelkeit muss jetzt mal hintenan stehen! Inzwischen weiss sie ganz genau um unsere kulinarische Fracht und kann sich gut konzentrieren. Sie hat die Verknüpfung Hund/Spaziergänger = tolle Aussichten etwas zum Fressen erhalten eindeutig gemacht.

Heute war einer der besten Tage seit ewigen Zeiten. Mehrere uns passierende Spaziergänger, ob in Gruppen oder Einzelpersonen, wurden nicht beachtet. Eine Katze wurde interessiert beäugt, aber ohne das mindeste Zerren an der Leine. Schliesslich schaffte sie es angeleint an einem Hund vorbeizugehen, ausser einem kurzen Knurren keine Reaktion. Kein Keifen oder Zerren! Natürlich wurde sie jedes mal für ihr gutes Benehmen überschwänglich gelobt und kriegte auch ihr Goodie. Wir freuen uns sehr über diesen Teilerfolg und auch über die Bestätigung, dass wir mit unserer Taktik richtig liegen. Wir selber fühlen uns auch besser und weniger unter Druck.

Alle paar Tage machen wir ein wenig Hundesport und auch in den Spaziergängen bauen wir die eine oder andere Übung ein: mal eine Bleib-Übung hier, eine Such-Übung da. Die Kleine wirkt viel ruhiger und behält uns auch besser im Auge. Sie lässt sich wieder ganz toll abrufen und ist sehr anhänglich (auch ohne Fressen). Wir sind also auf dem richtigen Weg. Juhuuu!

 

 

– fadegrad

Wir treffen oft, ich schwör!

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