Dreikönigs-Tag

Heute genau vor zwei Jahren lagen wir ebenfalls in Auxonne, bloss gut zwei Meter höher. Das erste von insgesamt drei Hochwasser in jenem Winter hatte uns angehoben und der sonst von einer grünen Mole eingerahmte Hafen schien auf einmal in einem riesigen See zu liegen. Dieses Jahr ist alles anders. Weiterlesen „Dreikönigs-Tag“

Von nun an wird’s besser!

Jedes Jahr bin ich glücklich wenn der Tiefpunkt überschritten ist. Die kurzen Tage gehen mir auf den Geist. Nun sind wir seit einigen Tagen in der „zunehmenden“ Phase! Juhuuu.

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Ab und zu ein schöner Tag

November-Spaziergänger auf Stoppelfeld im Gegenlicht
November-Spaziergänger im Gegenlicht
Merry am Mausen
Merry am Mausen
Waldweg im Licht-und Schattenspiel. Ich liebe das Blätterrascheln unter den Füssen.
Waldweg, endlich durch raschelnde Blätter gehen!
Bin spät dran mit Hundespaziergang, begleitet von dramatischen Sonne- und Wolkenspielen
Bin spät dran mit Hundespaziergang, die Sonne gibt ein letztes Schauspiel
ört, dann gesichtet: Wildgänse auf dem Zug gen Süden!
Erst gehört, dann gesichtet: Wildgänse auf dem Zug gen Süden!
Aufgewühlte Wiese: Wildschweine am Werk, gleich beim Hafen!
Da waren Wildschweine am Werk, gleich beim Hafen!
Kalte Sonne, bewegtes Wasser: eine winterliche Stimmung
Winterliche Stimmung am Wasser

Ich habe nachgegeben

Ich habe mich gewehrt dagegen, wollte noch einen Ausflug machen, einen Umweg über Louhans, Macon, Lyon gar! Wollte die Zeit, das Navigieren, die Freude am unterwegs sein noch etwas ausdehnen. Es hat nichts geholfen. Weiterlesen „Ich habe nachgegeben“

Schlauer Hund

Heisse Tage melden sich an. Noch heisser, als es eh schon ist. Ich bin froh, hat Janusz, unser grosser Hund, endlich begriffen, dass wir diese Heizung nicht einfach abstellen können. Er ist ein Dickkopf und hat das Gefühl er könne Dinge die ihm nicht gefallen wegzwingen. Da wir auf der Reise das Sonnendach nicht oben lassen können, weil die niedrigen Brücken uns dieses wegreissen würden, bauen wir den Hunden mit dem grossen Tisch auf dem Deck ein Zelt, indem wir es mit einem alten weissen Leintuch abdecken. Drunter entsteht so ein grosser, luftiger und schattiger Liegeplatz. Das hat ihm jetzt wochenlang nicht gepasst; er wollte an seinem Lieblingsplatz liegen und da war weder Schatten noch Fahrtwind. Er hat jeden Tag getrotzt bis er fast von den Pfoten kippte und lag da in der Sonne oder tigerte auf dem Deck herum. Ich hatte sogar das Gefühl, er könne demonstrativ hecheln! Da wir eh kaum länger als drei Stunden pro Tag unterwegs sind und dies erst noch in den Morgenstunden, hat er diese Phase gut überlebt. Das periodische nass abreiben halt wohl auch geholfen einen Hitzschlag zu vermeiden.

Letzten Samstag haben wir uns seiner erbarmt und fuhren mit den Rädern in eines dieser schrecklichen Einkaufsgebiete ausserhalb der Stadt in einen Baummarkt und erstanden einen mittelgrossen Sonnenschirm und den Sockel dazu. Der Rücktransport stellte uns vor einige Herausforderungen. Der Sockel liess sich auf den Gepäckträger spannen, aber der Schirm wollte einfach nicht aufs Velo passen. Schlussendlich bastelte ich mit Spannriemen eine Art Rucksack indem ich diese so band, dass der Schirm – zusammengeklappt natürlich – wie eine Rakete senkrecht auf Mann’s Rücken hing. Er sah aus wie Daniel Düsentrieb auf dem Weg zu einem Flugversuch. Ich fuhr hintendrein um sicherzustellen, dass sich die Fracht nicht verselbständigte und lachte mich krumm.

Nun haben wir diesen Schirm und den klappe ich alle paar Kilometer vor den Brücken brav zu und lege ihn flach runter um ihn heil unten durch zu bringen. Zwischen den Brücken kann Janusz nun an seinem Lieblingsplatz auf Deck im Schatten liegen. Er geniesst es ausgiebig! Kurz vor und nach den Brücken hat er natürlich volle Sonne, da der Sonnenschirm für zwei, drei Minuten weg ist. Und was macht der liebe Hund? Er verzieht sich für diese kurze Zeit ganz selbstverständlich unter den abgedeckten Tisch! Ich glaub’s ja nicht; wir haben ihm ebendiesen Platz wochenlang schmackhaft machen wollen; er hat sich ebenso standhaft geweigert da zu liegen! Der hat uns jetzt aber voll veräppelt.

Sei’s drum. Dafür haben wir auf der Fahrt nun unseren Frieden und einen glücklichen Hund mehr. Die Kleine ist zum Glück nicht so kapriziös, ein Hund der uns so an der Nase herum führt, genügt.

Scheitelpunkt erreicht!

Nach nahezu 130 Höhenmeter und 35 Schleusen ab Verlassen der Saône haben wir heute den höchsten Punkt des Canal du Centre erreicht. Ein gutes Gefühl. Aktuell befinden wir uns in dem bief, so werden die Kanalabschnitte zwischen den Schleusen genannt, der zwischen der letzten heraufführenden und der ersten hinabführenden Schleuse liegt. Hinter uns liegen die Schleusen die zum Mittelmeer, vor uns jene die zur Nordsee und zum Atlantik führen. Hier in Montchanin liegt eine der Trennlinien im französischen Kanalsystem.

Schiffe brauchen Wasser

Nun aber, woher kommt denn das Wasser, welches das alles speist? Wir sind ja zuoberst! Rundum in diesem Gebiet des Kanalscheitels hat es viele grosse und kleine Speicherseen, zum Teil natürlichen Ursprungs, zu grossen Teil aber künstlich angelegt. Dies geschaffen im 18. Jahrhundert! Meine Bewunderung für die damaligen Ingenieure steigt mit jedem Tag. Sich vorzustellen mit welchen Mitteln und Strapazen damals diese Monsterprojekte evaluiert, geplant und schlussendlich durchgeführt wurden, übersteigt beinahe mein Vorstellungsvermögen. Man sagt uns, die Gegend hierherum war damals so abgelegen, es gab nicht einmal eigentliche Verkehrswege. Man stelle sich die Bauern hier vor: Auf einmal kommen da Stadtleute mit Soldaten und Gefangenen im Schlepptau und fangen an zu buddeln wie die Wilden, karren Massen an Steinen und Sand an und bauen Kanäle in einer Gegend, wo es vorher nur Bäche gab! Bis weit ins 20. Jahrhundert hatten die Transportschiffe auch noch gar keinen eigenen Antrieb. Sie wurden von Mensch und Tier gezogen. Halage

Unsere Reise

Gestern hatten wir einen äusserst feucht-heissen Tag. Mit dem neuen, verkürzten Gashebel und dem eingelagerten Blei haben wir zwar eine um fast 15 cm tiefere Total-Höhe erreicht – was sich super bewährt unter den Brücken hindurch, das Sonnenverdeck müssen wir aber immer noch unten lassen. Die Schleusen und Brücken sind zum grossen Teil so eng beieinander, ein auf- und abklappen des Dachs würde keinen Sinn machen. So schwitzten wir alle Vier so ziemlich und freuten uns auf die Dusche (wir zwei) und auf ein Bad in einem Bach (die Hunde).

Heute nun regnete es die ganze Fahrzeit und es war uns allen ganz, ganz egal. Wir fuhren ausschliesslich aussen und die viel kühleren Temperaturen taten gut. Es war uns wurscht, dass ein Boot im Regen einfach wirklich überall nass ist und es kaum zu vermeiden ist, nach einigen Stunden selber auch keine trockene Faser mehr am Körper zu haben. Das trocknet ja alles wieder. Die Hunde fanden es sogar toll waren in Form und interessiert an den vorbeiziehen Gerüchen. Wir beide hatten alle Hände voll zu tun. Es war stets entweder vor einer Schleuse, drinnen, oder danach. Ein, zwei Kanalbiegungen und alles wieder von vorn. Dank dem VNF-Mann waren aber alle für uns einfahrbereit und wir hatten nirgends eine Wartezeit. Genialer Service.

Mittlerweile sind wir wieder trocken, haben etwas gegessen, eine Siesta gemacht und planen schon den morgigen Tag. Ab jetzt geht es ja bergab, also easy!

Nass wie begossene Pudel

Bei strahlendem Sonnenschein aufgestanden, wussten wir jedoch, dass es nicht halten und sehr bald massiv umschlagen wird. Dauerregen wurde gemeldet.

Die Nacht durch ist Mann dreimal aufgestanden um zu kontrollieren ob die Saône noch immer weiter steigt und ob unsere Bastelarbeit von gestern Abend hält. Der Fluss hielt sich still und wir glauben, die beiden Stangen, die wir montiert haben, hätten das Boot wirklich vor dem Aufsitzen bewahrt. Wir sind fast ein wenig stolz auf diese Idee.

Später als geplant und bereits bei heftigen Regenwetter machen wir los. Kurze Etappe heute. Aus Erfahrung wissen wir, dass bei solch miesem Wetter irgend mal alles nass ist und keine Chance hat wieder trocken zu werden zwischen den einzelnen Outdoor-Pflichten.

Der geplante Anlegeplatz ist zwar noch geschlossen, aber irgendwie werden wir schon anlegen können. Nach St-Jean-de-Losne fahren wir erst auf der schon schön breiten Saône, kreuzen ein paar Ferienboote (die Armen!), dann kurz vor einer Schwelle zweigt ein langer Kanal ab der uns zur nächsten Schleuse bringt. An diesem Kanal liegt der Hafen an dem die grossen Transportschiffe meist ihre Ware löschen, denn nach St-Jean nordwärts ist es fertig mit den grossen Gabarit, den riesigen Kommerzschiffen. Die Schleuse von Seurre ist die erste der riesigen Schleusen mit 160 Metern Länge. Wir werden pudelnass. Es ist nass von oben, von unten und von den Relings, gar nicht zu reden von den Leinen, die nur so triefen und schwer geworden sind.

Wir hoffen zum Anlegen einen Schwimmponton zu finden. Keine Lust nachts nochmals alle paar Stunden den Wasserstand zu prüfen. Wir finden eine so so la la – Lösung und beschliessen, dass es das war für heute. Ab morgen soll es etwas freundlicher werden. Wir machen jetzt erst mal Siesta! Bei Schlechtwetter fahren ist anstrengend.

Abends: Siehe da, die Sonne ist raus gekommen!