Selbstversuch: No Poo

Mein Haar ist extrem fein, zum Glück habe ich viel davon. Trotzdem, seit ich denken kann, habe ich nie wirklich die richtige Haarpflege gefunden. Ein neues Shampoo? Super für drei Haarwäschen und dann funktionierts nicht mehr. Es macht schlapp, ist strohig oder pappig. Ob teuer oder billig, konventionell oder bio / Naturprodukt, vom Frisör oder aus dem Supermarkt, egal mit welchen tollen Ingredienzen, das Resultat ist stets dasselbe: nach spätestens 10 Tagen bin ich mit dem Produkt unzufrieden und so stapeln sich die Shampoo-Flaschen im Bad – natürlich alle aus Plastik – , weil ich sie alle abwechselnd benutze. Ich kann noch fast volle Flaschen ja nicht einfach in den Müll geben.

Jetzt, auf dem Boot, bin ich in Bezug auf Einkauf ziemlich eingeschränkt. Meist haben wir keine grosse Wahlmöglichkeit; einfach im örtlichen Supermarkt. Ich möchte gerne auf die Umweltverträglichkeit achten, schliesslich geht der Überlauf des Schwarzwassertanks in den Kanal oder Fluss. In Frankreich sind die Umweltdeklarationen auf den Verpackungen aber noch in den Kinderschuhen. Ob Waschmittel oder eben Shampoo, ich habe keine Ahnung was ich da womöglich ins Wasser lasse. Putzmittel machen mir keine Sorgen, da bin ich schon vor Jahren auf Schmierseife und Essig umgestiegen. Ausserdem tuts meistens reines Wasser.

Nun also das Shampoo-Problem: Auf dem Hausboot haben wir nur ein kleines Badezimmer und Stauraum ist knapp. Deshalb bin ich schon lange weg von den ach so tollen Shampoos und auf Babyshampoo umgestiegen (und gucke mich halt einfach nicht an im Spiegel). Heute war wieder „Waschtag“, und meine Babyshampoo-Flasche war leer. Spontan habe ich beschlossen, komplett aufzuhören mit Shampoos: No poo, ab sofort! Ich habe das schon mal gemacht, und ich hatte, nach ein paar Anfangsschwierigkeiten, herrlich griffige und viel vollere Haare. Keine Ahnung, weshalb ich doch wieder zum schamponieren zurückgekehrt bin. Aber ich erinnere mich, dass die Coiffeuse die Haare nicht gerne trocken schnitt, und resolut zur Shampooflasche griff. Was das Ganze natürlich in Frage stellt; der Sinn der Sache ist doch, dass sich der Haarboden dahingehend normalisiert, dass eine eigentliche Haarwäsche nicht mehr nötig wäre, sondern bloss noch ein Ausspülen des Umweltschmutzes!

Heute früh mixte ich mir also wieder mein Haarreinigungsmittel selbst: Soda-Bicarbonat und Wasser (1 El. auf eine Tasse heissem Wasser) zum Waschen und Essigspülung (2 El. Essig auf eine Tasse Wasser). Zum parfümieren gabs ein, zwei Tropfen Teebaumöl in die Reinigungsflüssigkeit und 2 Tropfen Citronella-Essenz in die Spülung, der Essiggeruch ist ja nicht sehr erbaulich (obwohl er total verfliegt, sobald die Haare trocken sind).

Das Waschen ist gewöhnungsbedürftig da es nicht schäumt. Auch die Spülung ist natürlich nicht cremig. Das in Form föhnen jedoch geht easy, keine Knoten, kein Ziepen. Das Haar lässt sich gut in Form bringen. Seit meinem letzten Haarschnitt liegen zwar auch schon wieder viele Wochen und der Schnitt war nicht gerade der Beste je. Aber das Haar fällt luftig und duftet leicht zitronig. Ich bin ganz zufrieden. Mal sehen ob ich die Intervalle zwischen den Haarwäschen, die ich mit klassischen Shampoos mit Ach und Krach auf 2, 3 Tage ausdehnen konnte, weiter verlängern kann.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Wie mein Haar reagiert, wie lange es frisch bleibt ohne nachzufetten, wie es sitzt und sich frisieren lässt. Ob Flop oder Top, dazu gibt’s noch mindestens einen Beitrag!

 

Waschtag an Bord

Leider. Nicht meine bevorzugte Tätigkeit. Nicht, dass wir einen festen Tag hätten an dem wir waschen. Wir haben einfach zu wenig Platz um Schmutzwäsche oder frisch Gewaschenes zwischenzulagern und nur so ab und an zu waschen. So muss, sobald eine Füllung bereit ist, gewaschen und getrocknet werden. Dann geht es gleich zügig weiter mit zusammenfalten, bügeln und wegräumen. Im Idealfall. Macht riesig Spass.

Waschen sollten wir nur wenn wir in einem Hafen angelegt haben. Schon wegen der Stromversorgung, der kommt dann vom Ponton und nicht über unsere Batterien. Dann auch wegen dem Wasser. Wenn immer möglich befüllen wir die Tanks bevor wir waschen. Jetzt, in der Reisepause ist das kein Problem, bin gespannt, wie das geht, sobald wir wieder unterwegs sind. Das werden wir ganz bald herausfinden!

Wir sind eigentlich gut eingerichtet für die Wäsche: im grösseren Bad steht ein Kombigerät für Waschen und Trocknen, im Putzschrank hängt ein Bügelbrett, das ich auf den Tisch stellen kann, somit brauche ich kein riesiges Bügelbrett, welches ich kaum verstauen könnte. Wir haben sogar ein kleines Dampfbügeleisen! Nicht viel anders als in einem richtigen Haushalt, also. Das einzige, das mir wirklich fehlt, ist eine Hängemöglichkeit draussen. In der Maschine trocknen ist nicht sehr ökologisch, A+++ Modell hin oder her, und ausserdem braucht der Vorgang erstaunlich viel Wasser! Ja, da war ich auch baff! Ich war mir beim Kauf dieser Maschine nicht bewusst, dass der Trockenvorgang ebenfalls Wasser verbraucht. Ist aber eigentlich klar: zum Abkühlen der feuchten Luft, damit diese Feuchtigkeit als Wasser abgeführt werden kann. Kondensator nennt man dieses System. Da habe ich etwas dazugelernt.

Also, das Wäschleine-Problem ist noch ungelöst. Ich gucke stets, wie andere, die auf Booten leben, dies gelöst haben. Die geniale Lösung habe ich aber noch nirgends gesehen. Wäscheständer? Kippt beim leisesten Windchen – keine Lust, die Wäsche samt Ständer aus dem Fluss zu fischen. Eine Leine von A bis B? Wo wäre A und wo B? Wir müssten hohe Stangen anlöten und diese kippbar machen, sonst sind diese bei der nächsten Brücke weg. Ich behelfe mich derzeit – falls es denn mal schön genug ist, am fehlenden Wind liegt es ja nicht – dass ich längs der Gangway Schnüre spanne und mithilfe des aufgestellten Bootshakens Höhe schaffe, damit auch etwas grösseres aufgehängt werden kann. Sieht aus wie in Süditalien (siehe oben) und stabil ist es auch nicht. Wir sind immer noch überzeugt eine geniale Lösung zu finden.

Ein wirkliches Problem ist das Waschpulver. Da wir zwar einen Schwarzwassertank haben, obligatorisch in Frankreich, diesen aber mangels Infrastruktur kaum mal leeren können, plätschert der Überlauf in den Fluss. Das ist an sich nicht schlimm, sofern wir uns alle die Mühe geben, biologisch abbaubare Produkte zu verwenden. Mit Putzmitteln ist das relativ einfach: mit Essig und Alkohol kommt man schon durch, aber die Waschmittel sind hier einfach nicht gekennzeichnet! An Warnungen, dass das Produkt nicht in die Augen kommen darf, von Kindern ferngehalten werden muss etc. fehlt es nicht. Aber, bitte, was ist mit Phosphaten? Abbaubarkeit? Gewässerschutz? Schadet das Produkt den armen Fischen? Nichts erwähnt. Ich habe schon Stunden in den Waschmittelabteilungen verbracht um DAS ideale Waschmittel zu finden. Denn mir schwant Böses: bei den Putzmitteln ist überall Javel (Bleiche) drin, wenn es nicht sogar in Reinform verkauft wird. Es riecht auch überall manchmal streng nach Soda, Javel und Chlor. Leider habe ich hier herum auch noch nie eine Drogerie gefunden in der ich mich informieren könnte. Das gibt es hier möglicherweise gar nicht. Die beste Lösung, die ich gefunden habe ist ein Waschmittel auf Basis von Savon de Marseille, das müsste Schmierseife sein. Wäscht gut, schäumt kaum und die Wäsche riecht nach Seife. Einfach Seife. Richtig toll. Aber sicher, ob das jetzt ok ist, bin ich mir nicht 😦

 

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