Zügig langsam

Wir haben unseren alten Rhythmus wiedergefunden. Einige Tage fahren und dann ein paar Tage Ruhe (von der Ruhe) einschalten. Böse Zungen behaupten von langsam zu sehr langsam. Uns ist’s egal. Die Ambitionen sind relativ klein und da wir immer wieder Termine wahrzunehmen haben, rechtfertigen sich die Pausen sowieso! Weiterlesen „Zügig langsam“

Stress, selbstgemacht

Derzeit sind wir leicht gestresst. Wie so oft, haben wir Einiges losgetreten, das dann alles zusammen und im selben Zeitraum erledigt werden muss. Eigentlich schäme ich mich etwas, das hier zuzugeben. Habe ich mich doch mein Leben lang lustig gemacht über Leute, die sich schon fast überfordert fühlen, wenn zwei, drei Termine auf denselben Tag fallen! Und jetzt sind wir auch soweit, mantra-mässig unsere Termine zu wiederholen, damit wir ja an alles denken, alles aneinander vorbei kommt und zum Schluss erledigt sein wird. Weiterlesen „Stress, selbstgemacht“

Letzte Vorbereitungen und Entenparty

Morgen geht’s los, wir ziehen provisorisch um. Es gibt mehr mitzunehmen als ich ursprünglich dachte. Eigentlich habe ich gar nichts gedacht; im geistigen Auge sah ich jedes von uns mit seinem Köfferchen in das Camping-Chalet ziehen und fertig.
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Glorious Day and Bumpy Night!

Gestern Freitag hatten wir einen fantastisch schönen Tag um von Verdun-sur-le-Doubs nach Tournus zu kommen. Wolkenloser Tag, 55 km Fahrt und einer einzigen Schleuse in viereinhalb Stunden. Mit Ausnahme der Durchfahrt von Chalon, sahen wir nur ab und an ein kleines Dorf, meistens sogar nur von Weitem. Wir waren stundenlang alleine in der Natur und hörten die Singvögel in den Baumwipfeln ihre Lieder trillern.

Die Saône und ihre überschwemmten Ufer. Oberhalb von Chalon noch spiegelglatter Fluss und dünn besiedelt
Die Saône und ihre überschwemmten Ufer
Ab und zu kommt doch ein Dörfchen langsam ins Blickfeld, sonst sind wir allein mit der Natur: Fluss, Ufer, blauer Himmel
Ab und zu kommt doch ein Dörfchen langsam ins Blickfeld, sonst sind wir allein mit der Natur

In den In den Genuss der versprochenen 20°C kamen wir aber erst am späteren Nachmittag, da waren wir längst schon sicher vertäut. Während der Fahrt war es sehr kühl, aber wir liessen es uns nicht nehmen, diesen prachtvollen Tag auf dem oberen Deck am Aussensteuer in vollen Zügen zu geniessen. Ich war meist mit fotografieren beschäftigt.

Chalon-sur-Saône

Unsere erste Nacht in Tournus war eine der besonderen Art. Der Fluss hat leichtes Hochwasser, fliesst sehr rasch und ein heftiger Südostwind schiebt das Wasser gegen den Strom, was ziemliche Wellen aufschiebt. Tournus hat trotz der Grösse der Stadt nie einen Hafen gebaut. Was zur Verfügung steht, ist ein Anlegequai, der jetzt vollends überflutet ist und langer Schwimm-Ponton gute 12 Meter weg vom Quai; wir liegen also faktisch im Fluss. Entsprechend kriegen wir die ganze Wasserkraft zu spüren: alles was beweglich ist, schwingt herum und am Bug vorne plätschert, saugt, poltert und klatscht es heftig. Unser Bett steht im Bug ;-).

Tournus

So richtig gut geschlafen habe ich nicht. Mehrmals in der Nacht erwachte ich ob dem Lärm direkt unter uns, hörte ab und zu ein Stück Holz an den Bug prallen und mehrere Äste gingen unten durch; das poltert dann so den ganzen Bootsrumpf entlang und es scheint endlos bis das Ding dann wieder hinten heraus kommt. Ich habe heroisch gegen den Drang angekämpft, kontrollieren zu gehen ob wir überhaupt noch am Ponton festlagen. Wenn ich damit mal anfange…. lieber nicht.

Die Strömung ist derart stark, dass die Schiffsschraube, die sich im Leergang befindet, sich sogar von selber dreht. Unter den Bodenplatten hören wir die Kurbelwelle sich drehen. Das ist nicht laut, aber mehr oder weniger konstant. Sehr speziell!

Eigentlich mag ich Wind gar nicht und hoffe nun sehr, dass die Wetterprognosen stimmen und er heute Nacht abflaut. Ich möchte auch lieber wieder in der übliche Stille schlafen können. Auf dem Boot leben ist toll, letzte Nacht war es mir jedoch eher, wenn auch nur akustisch, zu nass.

Ich lerne es vielleicht doch noch

Jetzt einen Beitrag zu schreiben wird eine Herausforderung! Schon den ganzen Tag haben wir Mühe mit der Internetverbindung. Mal ist sie da, mal bleibt es einfach blank und nix passiert. Es muss an der dicken Wolkendecke liegen. Meistens haben wir eine befriedigende Verbindung. Die, welche die Hafenverwaltungen bereitstellen sind zwar oft nicht viel wert und reichen kaum über das Hafenmeistergebäude hinaus. Wir gehen in der Regel auf den Hotspot vom Smartphone und das funktioniert fast immer sehr gut. Aber heute eben nicht.

Da wären wir wiederum bei meinem alten Thema: die Geduld. Seit meinem letzten Beitrag dazu habe ich mehrere Tipps und sogar ein kleines Buch erhalten, damit ich noch an mir wachsen kann ;-).

Heute habe ich erste Fortschritte entdeckt:

Ausnahmsweise hatten wir heut‘ ein Auto zur Verfügung. Dankbar nahmen wir das Angebot an. Denn es traf sich gut. Es regnet in Strömen und es weht ein starker Wind und wir hatten noch ein paar Dinge zu erledigen, damit wir morgen beruhigt „in See“ stechen können. Schon haben wir wiederum jede Menge Vorhaben in einen einzigen Nachmittag gepackt! Hierhin noch schnell was abgeben, da etwas einkaufen, auf dem Weg noch schnell… ah, und wenn wir schon dabei sind, könnten wir doch…. und auf dem Rückweg…. STOPP!

Ein totaler Rückfall in unseren alten Rhythmus! Da lobe ich mir unsere neuen (Fahrrad-)Gewohnheiten: eins ums andere. An einem Tag dies, am nächsten Tag was anderes. Keine Rennerei, keine Eile, wenn das Wetter nicht mitmacht tant pis, morgen ist auch noch ein Tag, oder dann halt erst übermorgen! Ich stelle fest, dass ich Fortschritte gemacht habe und mich das G’jufel (schweizerdeutsch für: Hektik, schnell machen, herumeilen) nervt. Ich will das nicht mehr, es bringt nicht wirklich etwas ausser Unruhe, es geht eindeutig auch langsamer und es geht auch mit viel weniger.

Ich glaube, wir kriegen die Kurve doch noch

Mann hat im Auto auch plötzlich gefragt: „Was machen wir hier eigentlich? Kaum haben wir ein Auto zur Verfügung, packt uns wieder der alte Virus und wir sind am herumdüsen wie blöd!“

Wir haben die Fahrzeug am späteren Nachmittag wieder abgegeben. Eigentlich sind wir ganz happy mit unseren Zweirädern! Ein Auto ist praktisch, aber es verleitet dazu, unmöglich viel in die Zeit hinein packen zu wollen. Für uns ganz persönlich haben wir wohl heute eine wichtige Lektion gelernt auf unserem Weg in die totale Entspannung.

PS. Während des Schreibens dieses Artikels habe ich 5 Mal auf die Internetverbindung warten müssen um abzuspeichern, und ich habe mich NICHT genervt – na ja, vielleicht ein ganz klein wenig.