Turning Point

Ich glaube, für diese Saison haben wir den Punkt erreicht wo wir umkehren. Schon vor ein paar Wochen hatten wir realisiert, dass die vorgesehene Rundfahrt nicht mehr machbar ist. Insbesondere, weil uns die Werft, die den blauen Anstrich im Herbst erneuern soll, den ganzen Oktober als Termin gegeben hat. Uns ist es wichtig, dass der Anstrich und auch das Antifouling erneuert wird und da dies unter offenem Himmel geschehen wird und bei Regen nicht gemalt werden kann, muss genug Zeit eingerechnet werden. Tja, so ganz frei von Terminen sind auch wir nicht.

Heute gegen Mittag sind wir in Briare angelangt. Als letztes Highlight dieser Strecke haben wir unmittelbar vor der Stadt die Kanalbrücke über die Loire befahren. Die Brücke ist ein Kleinod des französischen Kanalbaus und wird zur Zeit renoviert. Sie ist 662 Meter lang und wurde zum Teil von der Firma von Gustave Eiffel erbaut. 1896 wurde sie eröffnet. Leider ist zur Zeit die berühmte Brückenbeleuchtung nicht vollständig; den Kandelabern fehlen die Glaskugeln. Aber auch so sieht man die Eleganz und Schönheit dieser Metallkonstruktion und die Überfahrt der Loire ist absolut beeindruckend.

Die Loire ist hier schon ziemlich breit und fliesst unbehindert an der Stadt vorbei. Dabei lässt sie ihre berühmten Sandbänke liegen wo es ihr gerade passt. Es ist unglaublich, was für eine wilde Landschaft hier den Menschen als Naherholungsgebiet zur Verfügung steht. Goldfarbene Sandstrände von hunderten von Metern sind keine Seltenheit und meist sind sie menschenleer. An der Loire und am Kanal entlang sehen wir immer wieder gut ausgeschilderte, wunderschöne Radwege. Radfahrer und Rad-Tourenfahrer mit vollem Gepäck sehen wir oft. In Beffes haben wir sogar ein Hotel mit Campingplatz gesehen, speziell auf die Bedürfnisse von Radfahrern ausgerichtet. Es muss toll sein, hier zwei Wochen so Urlaub zu machen, wer allerdings richtige Bergstrecken sucht ist hier falsch! Also ideal für mich, flach, oft schattig und durch romantische Städtchen führend.

Wir verbringen jetzt im hübschen Briare ein paar Tage. In letzter Zeit haben wir so oft wild übernachtet, jetzt sind wir wieder branché, verkabelt, und werfen ab morgen wohl mal Staubsauger, Waschmaschine und Kärcher an um wieder alles auf Vordermann zu bringen, bevor wir den Rückweg unter den Kiel nehmen. Unser Boot hat das wirklich nötig jetzt.

Viele fragen übrigens, ob es nicht langweilig sei, Hin-und Rückfahrt über dieselbe Strecke zu fahren. Ich finde das keineswegs. Auf einer Rückfahrt entdeckt man wieder anderes, der Blickwinkel ist „verkehrt“ und die Landschaft sieht irgendwie nicht gleich aus, das Wetter ist oft nicht dasselbe und das verändert sowieso vieles. Einige tolle Aussichten konnte ich nicht fotografieren, weil ich es zu spät gesehen habe oder die Sonne ungünstig stand. Da werde ich sicher ein paar Bilder „nachholen“ können. Wir freuen uns auch, ab und zu wieder Bekanntschaften zu erneuern, die wir auf dem Hinweg gemacht haben und ganz bestimmt werden wir Halteplätze, die wir nicht so toll fanden gerne links liegen lassen um Andere, Schönere auszuprobieren.

Heute ist der Quatorze Juillet, der Nationalfeiertag der Franzosen. Seit Wochen haben wir beratschlagt wie wir das am Besten machen werden mit den Hunden. Vor allem die Kleine, Mutigere, zerfällt förmlich zu einem Häufchen Elend bei Feuerwerk und Knallerei. Früher, im Haus, schlich sie stets zusammen mit Puma, dem Draufgänger-Kater, ab in den hintersten Winkel im Keller, wo die Beiden auf derselben Decke ausharrten, bis der Schrecken vorbei war. Im wirklichen Leben, waren sie nicht gerade dicke Freunde, aber in der Not….. Nun haben wir erfahren, dass Briare das Feuerwerk schon gestern gezündet hatte und heute dasjenige des Städtchens stattfindet in dem wir gestern genächtigt haben. Offensichtlich wollen sich benachbarte Städte keine Konkurrenz machen. Haben wir ein Glück, sieht ganz nach einer Nacht ohne Böller aus!

 

 

 

 

Gergy – unscheinbare Anlegestelle in toller Natur

Gergy ist bloss eine kleine Haltestelle und sieht vom Fluss her nicht sehr attraktiv aus: Ein Ponton unter einer seltsamen und uralten Betonkonstruktion, ein Bootslift für kleine Boote und ein Restaurant auf Stelzen. Alles ein wenig mehr oder weniger in die Jahre gekommen.

Schon mehrmals sind wir daran vorbeigefahren; ich habe mir ins Bordbuch nur kurz vermerkt, dass hier Schwimmpontons sind und ein Halt möglich wäre. Das haben wir dieses Mal genutzt und zwei Nächte hier verbracht. Der Ponton hat durch die Überflutungen noch weiter gelitten und alles wartet auf eine Reparatur. Eher enttäuschend.

Von der Umgebung wurden wir dann aber reich entschädigt. Nicht immer können wir so tolle Spaziergänge mit den Hunden machen. An der Saône entlang führt die Voie bleue, ein Radweg, der auch für andere Nutzer offen ist, und zu den Europäischen Radwegen gehört (Nr. 6, falls das jemandem etwas sagt). Wundervoll! Wir gelangten an einem grossen, renaturierten Sumpfgebiet vorbei, an Fischteichen und riesigen, heckenbestandenen Weiden. Häuser und ein Schlösschen nur in weiter Ferne ab und zu durch die Bäume hervor blitzend. Die Sonne stand tief und zauberte starke Farben. Die Kühe standen in knietiefem, saftigen Gras, die Bäume üppig grün und überall blühende Sträucher die stark dufteten. Die Vögel sangen ein Gesamtwerk der Natur und ein Kuckuck konnte nicht aufhören mit seinem „Gesang“ dazwischen zu kuckucken. Frösche komplettierten das Konzert. Wir wandelten wie in einem Szenenbild vom Sommernachtstraum. Ich wäre überhaupt nicht erstaunt gewesen, wenn hinter einem Baum ein Faun hervorgeguckt hätte!

– fadegrad

Wir treffen oft, ich schwör!

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