Der beste Ehemann von allen

So ganz aus Spass (und vielleicht doch mit einer Prise Ernst) stellte vor einiger Zeit mein Mann den Antrag, mal einen Beitrag zu scheiben über ihn als besten (Ehe)Mann von allen. Ich habe ihn wohl ganz gross angeschaut und nicht gewusst, was ich davon halten soll, passt doch gar nicht zu ihm! „So ganz in der Tradition von Ephraim Kishon“ schickte er nach.

Aha. Der hat aber über seine Ehefrau geschrieben und erst noch satirisch!

Aber wir können es ja mal versuchen.

Mann ist ein Mann der Tat. Jedes Mal, wenn ich ein Problem habe versucht er es zu lösen, ich muss richtig darum kämpfen, es selber lösen zu dürfen. Wenn er nicht weiss, wie er mein Problem lösen könnte, ist er frustriert, und wir haben ein zweites Problem. Das geht so lange hin un her, bis wir nicht mehr wissen worum es ursprünglich ging. Natürlich ist es seine Schuld, hätte er mein Problem nicht lösen wollen, wäre das längst erledigt. Aber süss ist es trotzdem. Mit seinen eigenen Problemen ist er deutlich rationeller.

Wir haben natürlich nicht nur Probleme, sondern auch jede Menge Spass. Mann ist kommunikativ, sehr. Er kommt auf viel, viel mehr Worte als die berühmten 300 pro Tag. Eigentlich ist er eine Plaudertasche und da rutscht ihm manchmal auch sehr Lustiges raus. Wenigstens finde ICH es lustig und das ist ja sehr gut für den erfolgreichen Fortbestand einer Ehe.

Dass wir schon über 40 Jahre zusammen sind ist sein Verdienst. Ich kann nämlich eine ziemlich anstrengende Person sein. Aber er findet, eine neue Frau zu suchen wäre ihm zu mühsam, und so darf ich noch etwas bleiben. Was man hat, hat man. Sehr vernünftig von ihm und ein Glück für mich.

Er findet mich etwas zu klein geraten. Genau gesagt findet er mich „wenig grösser als klein“. Aha. Ich arbeite noch daran, leider mit keinem Erfolg. Nicht mal Absätze trage ich gern, ich kann nur hoffen, dass er altersmässig kleiner wird und mir sozusagen entgegen kommt und mich somit nicht mehr (zu) klein findet.

Neben dem Plaudern liebt er Apéros. Es hat sich so eingebürgert, vor Jahren, dass wir Abends nach der Arbeit (oder dem Nichtstun) zusammen sitzen und etwas trinken, da kann man ja auch wunderbar plaudern, und sein allfälliges Plauderdefizit aufholen. Meistens belassen wir es bei einem Glas, aber nicht immer. Wenn eine Flasche langsam zur Neige geht, dann müssen wir die gemäss Mann „ein bisschen leeren“. Was immer das heissen mag, aber zum Schluss ist diese Flasche dann ganz leer. Und wir ab und an etwas angetuttelt. Für ihn kein Problem, denn kochen tue ja ich. Immer. Er weigert sich zu kochen. Dafür kann er gut aufwaschen. Immerhin.

Er saugt auch gut Staub, aber erst wenn es wiiiirklich nötig ist, da ist meine Geduld schon etwas strapaziert. Als Gegenmassnahme lade ich einfach jemanden ein, dann geht es meist ganz schnell und sehr gründlich. Er hat den Trick noch nicht durchschaut. Pssst!

Mann kann sich ganz doll ärgern, am liebsten/besten über mich. Ich bin zu laut, zu offen, zu direkt, und  leider, leider meist verbal überlegen. Kein Wunder, wir streiten in einer Fremdsprachen für ihn, in Schweizerdeutsch. Das bringt ihn regelrecht auf die Palme. Mit der Zeit haben wir unsere Ecken und Kanten irgendwie doch abgewetzt, wir streiten weniger als früher, was er offenbar vermisst denn „wir haben ein wenig wenig Krach in letzter Zeit“. Ach ja? Nun, worüber könnten wir denn ein bisschen streiten? Streit als Spass? Oder einfach um etwas Dampf abzulassen?

Na, übertreiben wollen wir es jetzt aber nicht mit dem besten Ehemann von allen, der es schon so lange Zeit lobenswert mit mir aushält. Vielleicht gibt es ja noch eine Fortsetzung. Er soll mal erst diesen Beitrag unterschreiben.

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