Tschü-üss

Vor einigen Wochen, mitten im ersten Teil des Lockdowns, strandete hier ein Segelboot. Der Skipper hatte nicht mitbekommen, dass das Land sich unter strenger Ausgangskontrolle befand und er somit eigentlich hätte stoppen sollen, wo auch immer er sich befand. Nur Profis sind vom Fahrverbot ausgenommen. So setzte er fröhlich seine Reise fort, bis er dann einen Kilometer von hier von einem VNF-Mann frühmorgens auf diese unangenehme Tatsache hingewiesen wurde. Ich nehme jetzt mal an, dies ausgesprochen freundlich… Eigentlich kümmert sich VNF ja nicht darum wer fahren darf oder nicht, das tut normalerweise die Gendarmerie. Aber das Segelboot, das da gemütlich vertäut bei den Silos lag, stach ihm wohl gar in die Nase!

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Unser Nachbar: der Kormoran

Endlich. Der hat’s uns wirklich schwer gemacht. Seit Wochen versuchen wir ihn zu erwischen, natürlich nur fotografisch. Er hat ein gutes Timing. Er kommt meist angeflogen, wenn ich am Kochen bin, am Haare föhnen, was auch immer. Ich habe immer noch die Hoffnung, ihn mal im Wasser beim Fischen fotografieren zu können. Aber um wirklich gute Bilder zu schiessen, müsste man wohl stundenlang ansitzen.

Er ist sehr scheu und macht sofort rechtsumkehrt, kaum sind wir zu nah oder bewegen uns zu brüsk. Ich bin überzeugt er kennt uns, sieht uns durch die Fenster und hat längst verstanden, dass wir keine wirkliche Gefahr für ihn sind. Und doch traut er uns nicht über den Weg.

Ich habe in der Zeit unserer oberflächlichen Bekanntschaft einiges über Kormorane gelesen. Gerade eine Schönheit ist dieser Vogel ja nicht. Aber seine Erscheinung geht sicher nicht unbemerkt durch. Seine Eigenart, in Gruppen mit offenen Flügeln auf einem schwimmenden Baumstamm oder sonst einer Unterlage zu sitzen, fällt schon auf. Dann ist er im Wasser schwimmend bedeutend „tiefergelegt“ als jeder andere Wasservogel den ich kenne. Für seine Fähigkeit innert Kürze in mehreren Tauchgängen jedes Mal einen dicken Fisch zu fangen muss ich ihn einfach bewundern. So enorm effizient; Kein Wunder ist er bei Fischern nicht gerade beliebt! Unser Kormoran kam eine Weile lang mit einer Partnerin her, in letzter Zeit aber wieder allein. Er fischt stets zwischen uns und dem Nachbarboot. Da ist ein Bootsplatz frei. Scheint ein sehr ergiebiger Jagdgrund zu sein, also bitte nicht weitersagen.

Diese Bilder hier hat alle Mann aufgenommen. Als ich es das letzte Mal versucht habe, habe ich des Kormorans ersten Tauchgang dazu benutzt mich fotofertig zu positionieren. Wo er wieder auftauchen würde war nicht abzuschätzen, und weder er noch ich haben erwartet, dass das nur eineinhalb Meter von einander entfernt sein wird. Wir waren beide so erschrocken, er war weg bevor ich überhaupt reagieren konnte. Die Bilder, die ich schlussendlich doch noch schoss, zeigten bloss etwas verwischtes Schwarzes aus dem Bild fliegen. Schade, ich war so nahe dran!