Sommergerichte für Faulpelze

Also genau richtig für mich! Ich bin Meisterin in der Bschiiss-Chuchi, zu gut Deutsch etwa „Betrügerische Küche“; Gerichte, die einiges hermachen und toll schmecken, aber im Wesentlichen recht simpel sind. Vor allem im Sommer kommt das sehr gelegen. Aktuell ist es stets um die 30°C warm und lange in der Küche herumstehen ist ein Qual, denn auch da wird es den Tag über und bis tief in die Nacht, trotz Beschattung und Durchzug, ziemlich warm. Da mag ich es gern, wenn ein Gericht sich selber kocht! Weiterlesen „Sommergerichte für Faulpelze“

Herbstanfang!

Die meisten werden es nicht gerne hören, aber morgen fängt der Herbst an. Eigentlich meine Lieblingsjahreszeit. Ich liebe des Herbsts Farben, Licht, Temperaturen, die Früchte und Gemüse, die diese Monate bringen. Schon nur die Kürbisse!

Das einzige, das mir die Freude am Herbst etwas trübt, Weiterlesen „Herbstanfang!“

Es läuft nicht alles rund

Wir sind frustriert – vor allem Mann! Na ja, ich auch, aber weniger; bei uns läuft es stets ähnlich ab: einer von uns nervt sich total und der andere hält sich zurück. Meist bin jedoch ich diejenige, die erst mal so richtig Dampf ablassen muss. Erst danach kann ich mich konzentrieren und nach einer gesunden Lösung suchen. Mann ärgert sich eher still und dafür lange. Das ist mir fremd und manchmal etwas unheimlich. Ärger finde ich arg. Zorn, Wut und Frustration kenne ich, aber wenn jemand sich so ausgiebig ärgert irritiert mich das, es scheint mir so fruchtlos. Ärger befreit nicht und frisst einen auf. Keine Ahnung weshalb es Bücher gibt mit dem Titel „Ärgern ist gesund“ oder so ähnlich.

Nun denn: Auf gestern haben wir ein Fahrzeug organisiert um einige Dinge zu erledigen. Alles war abgemacht: die Räder bringen zum ersten Service, das Austauschmöbel – 4 Schubladen anstelle vom Geschirrspüler – abholen und 2 Lampen kaufen um die Arbeitsfläche in der Küche besser auszuleuchten. Mann war enthusiastisch und sozusagen in den Startblöcken und im Geiste schon mit einem Schraubenzieher bewaffnet. Vorgestern erfuhren wir, dass der Fahrradladen wegen Ferienabwesenheiten nicht genug Personal hat um den Service der Räder noch am selben Tag wie abgemacht zu machen. Wir hätten sie zu Anfang unserer Fahrt in der Werkstatt abgegeben und am Ende vor der Rückfahrt wieder abgeholt. Schön geplant und trotzdem war’s nix. Das verschiebt sich wohl auf Herbst.

Also direkt zum Küchengeschäft um das Möbel abzuholen. Ich freue mich auf darauf, weil es uns erlauben wird noch einiges Herumliegendes sauber zu verstauen. Klappt wunderbar, alles ist bereit und zügig verladen. Dann die Lampen, die Fernsteuerung und die Kabel, alles vorgegoogelt und an Lager. Natürlich mussten wir noch für einen Grill schauen (noch nicht entschieden – scheinen alle riesig und Platz ist Mangelware) und ich musste dringend durch alle Abteilungen mit Windlichtern, Sitzkissen und Deko. Wenn schon, denn schon. Mann die ganze Zeit schon etwas zappelig (der virtuelle Schraubenzieher in der Hand hatte es offensichtlich eilig!).

Kaum zu Hause auf dem Boot, wo wir einen lieben Nachbar mit einem Apéro zum tragen helfen korrumpieren konnten, kommt die Ernüchterung: Die Möbelfronten haben die falsche Farbe! Da nützt alles ins Licht rücken, drehen und wenden nichts. Die Fronten haben nicht unsere Farbe dunkel-blau-grau, sondern einfach grau! Zwei sehr lange Gesichter standen um das Ding herum. Ich habe dann gleich die Pausetaste gedrückt: jetzt trinken wir erst mal etwas mit unseren Nachbarn und dann sehen wir weiter.

Nach zwei sehr lustigen, englischen Stunden und dem feinen Wein war die Farbe des Küchenmöbels leider immer noch falsch. Ok. Morgen (also heute) mal alles abklären mit dem Lieferanten. Dann halt mal die Lampen, die müssen ja auch noch montiert werden. Alles ausgepackt und bereitgelegt, und ich sehe Mann erbleichen. Was ist los?

„Ich glaub’s ja nicht“ „Was?“  „Ich Idiot“  „WAS?“  „das ist alles falsch“  „WA-AAAS?“

Ich bin elektrisch nicht sehr bewandert und auf einem Boot ist das noch etwas komplexer als in einem Haus. Es ist so: Wir haben Lampen, die sind ganz normal mit 220 Volt, dazu so typische Boots-Einbauleuchten in der Decke mit Niedervolt. Die Lampen, welche wir gekauft haben, hätten an die Stelle der Niedervoltleuchten kommen sollen, sind aber Nicht-Niedervolt-Lampen! Tja, ich koche wohl noch eine Weile im Halbdunkel 😦 Das Kochen an sich ist kein Problem, aber ich sehe die Anzeigen auf dem Kochfeld in der Nacht nur mithilfe einer Taschenlampe und ich finde das jetzt langsam nicht mehr originell und lustig!

Heute früh sind wir mit einer etwas besseren Stimmung erwacht und haben die Probleme mit kühlem Kopf analysiert: neue Schubladendoppel in der richtigen Farbe sind bestellt, wir können den Korpus mit den falschen Schubladenfronten montieren und später bloss die Fronten auswechseln. Da bin ich wirklich froh, so können wir doch mal einiges wegräumen (all die Ladegeräte, zum Beispiel). Die Lösung für die Lampen ist noch nicht ganz da, aber Mann versichert mir, es sei in the process. Das ist ja schon mal ein Anfang und nicht so schlimme Aussichten. Die Taschenlampe bleibt aber erst mal griffbereit beim Kochfeld liegen.

 

 

Ging wieder einmal nicht schnell genug

Gestern Abend beim Kochen habe ich wieder mal eine Dummheit gemacht weil ich es eilig hatte. Eilig aus keinem speziellen Grund. Habe ich hier schon erzählt, dass ich eine ungeduldige Person bin? Ich glaube schon.

Meine Ungeduld bringt mich dazu, beim Schreiben jeden 5. Buchstaben wegzulassen. Ich glaube ernsthaft, Tischecken müssen nicht umrundet werden. Überhaupt, mir im Weg stehendes brauche ich nicht zu berücksichtigen! Alles was ich machen will, kann ich in einer Stunde, einem Tag oder allerhöchstens einer Woche schaffen und so fort. Überall dort, wo andere genau und präzise arbeiten, tatsächlich glauben, dass etwas im Weg steht, begreifen, dass alles seine Zeit braucht, nehme ich meistens die Direttissima und wundere mich dann, wenn es schief geht. Mann kann über mich meist nur den Kopf schütteln. Recht hat er! Ich muss dann Texte peinlichst genau nach Fehler absuchen, habe überall blaue Flecken, muss nachbessern, wiederholen, oder habe dann einfach ein Ergebnis das eher nach Art Brut aussieht als nach einer Strickjacke oder einer neu gestrichenen Wand.

Gestern Abend, beim Kochen, ging es wieder einmal nicht schnell genug. Die Kartoffeln fürs Purée waren gar, Fleisch und Gemüse waren schon servierbereit. Entgegen aller Logik versuchte ich die Kartoffeln ohne Sieb abzuschütten, einfach indem ich einen Spalt zwischen Pfannenrand und Deckel liess, damit die Kartoffeln nicht aus der Pfanne herauspurzelten, und schüttete das Wasser ins Spülbecken ab. Den Spalt gegen mich gerichtet natürlich.

Das ging nicht gut. Ich hielt den Deckel wohl nicht fest genug und das kochend heisse Wasser schwappte über die  Spüle direkt auf meine Mitte, von Magen bis Hosenbund. Hh…hh…hh…tat das weh!!!

So schnell bin ich in meinem ganzen Leben noch nie aus den Kleidern gesprungen! Sie flogen nur so weg. Mann hat kaum verstanden was passiert ist, ich war schon unten im Bad und drückte mir ein mit kaltem Wasser getränktes Duschtuch auf Magen- und Bauchbereich. Unser Wasser kommt aus dem Tank unter der Wasserlinie, und wenn ich sage „kaltes Wasser“, dann meine ich wirklich KALT. Die ersten paar Minuten hyperventilierte ich daher und hatte Angst davor, auch noch umzukippen. 10 Minuten lang nässte ich das Tuch nach, schliesslich spürte ich meine Mitte fast nicht mehr. War halb eingefroren.

Meine schnelle Reaktion hat sich aber gelohnt. Ich habe zwar rote Flecken und es schmerzt auch, aber das Schlimmste ist abgewendet. Puh, wieder mal Schwein gehabt. Ich hoffe, ich werde jetzt dann wirklich mal vernünftig und lerne ein für alle Mal, überlegter zu handeln! Köpfchen, Suzy, Köpfchen!