Nächtliche Heimsuchung

Trump war hier. Hier bei mir. Im Traum. Er schwebte in mehrfacher Ausführung in/auf Luftballons hier herum. So genau kann ich das nicht sagen. Er sah irgendwie etwas anders aus, so wie eine Fusion zwischen Donnie himself und Nemo (sorry, Nemo), aber doch eher wie Donald Trump. Nemo kann also nichts dafür.

Weitere Mitmachende waren: ein weisses Auto, gross, amerikanisch bullig, ein Pferd in einer Nebenrolle, meine Mutter, sie geriet irgendwie in ein Sumpfloch und musste von mir herausgezogen werden und verwandelte sich danach in ein Einhorn, und eine Freundin aus dem Tessin, die dauernd typische Grammatikfehler machte, die Italiener auf schweizerdeutsch machen (ja, wir haben auch Grammatik). Deshalb weiss ich, dass der Film, äh, der Traum auf Deutsch war. Ah, und da war auch mein Mann. Er fuhr den SUV, guckte aber ständig zurück um mit der Freundin zu reden, welche auf dem Rücksitz sass. Deshalb geriet meine Mutter ja auch in das Loch, doch, doch, genau darum! Sie war vorher jedoch nicht mit an Bord gewesen. Und zwei spielende Hunde auf einem Feld und ein Fuchs hinter der Hecke.

Alles klar soweit? Seid ihr noch mit mir?

Die Haupthandlung waren jedoch irgendwie diese Donald-Gesichter, die über mir schwebten, leicht hin und her und auf und ab mäanderten, und ständig wiederholten: „Hey, believe me, hey, believe me“. Also, immer nur einer, nicht im Chor. Eigentlich klang es eher wie „Hö! Believe me!“.

Da lag ich also, mit Schweiss auf der Stirn, im Dunkeln und in der Kälte. Wie es so ist, nach einem Albtraum, war ich noch nicht ganz ich, und fragte mich, ob ich jetzt schon wach war oder immer noch im Traum gefangen war. Das „hö! believe me!“ oder so ähnlich hörte ich nämlich immer noch!

„hö! believe me! hö, believe me! hö….!

Nach ein paar Schreckensminuten wurde ich dann ganz wach und hörte den Grossen (Hund!) schnarchen, ganz im Rhythmus von hö! believe me, hö! believe me…. Ich wusste gar nicht, dass der Donnie kennt!

Da dies die kälteste zu erwartende Nacht ist, hatten Mann und ich abgemacht, dass wir abwechselnd aufstehen und heizen. Um drei ich, um halb fünf und um sieben Uhr er. Ich hatte den Wecker gestellt für drei Uhr und Mann stand dann auf und heizte die erste Schicht. War nicht ganz wie abgemacht, aber ich fand das ganz lieb von ihm. Der Albtraum hat mich nach fünf Uhr geweckt, bis ich richtig wach war dauerte es noch einen schönen Moment. Jetzt sitze ich hier und heize schreibend; oder schreibe heizend. Bei anfänglichen 13,7°C. Mittlerweile ist schon recht warm und ich bin jetzt hellwach. Gut habe ich den Traum sofort aufgeschrieben, später bei Tag wüsste ich kaum mehr was und er wäre mir abhanden gekommen. An die schwebenden Trump-Nemo-Luftballons erinnere ich mich wahrscheinlich aber noch lange.

Mittlerweile ist etwas auf Vorrat geheizt, 23°C, und ich gehe wieder ins Bett. Die nächste Schicht ist dann mit Kaffee Nr. 1 verbunden. Ans Bett geliefert. Schön. Schlaft jetzt weiter und sorry, dass ich euch so früh gestört habe.

Warm und gemütlich

Viele unserer Freunde haben sich Sorgen gemacht, ob wir im Winter auf unserem Hausboot denn auch warm genug haben werden. Ich bin auf diese Frage schon einmal ganz kurz eingegangen, nehme das Thema hier aber nochmals auf.

Es ist natürlich schon anders auf einem Boot als in einem Haus, selbst wenn wir eine Zentralheizung mit ganz normalen Radiatoren haben. Die Wände sind dünner, wir haben grosse Fenster und von unten herauf ist kaum isoliert. Trotzdem haben wir doch 6 oder 7 cm Isolationswolle und auch Isolationsverglasung. Die Doppelverglasung bewirkt, dass unsere Fenster weder anlaufen noch schwitzen, ein netter Effekt gegen Feuchtigkeit. Die Heizung lassen wir aber nur laufen, wenn wir a) nicht abwesend sind und b) nicht schlafen. Einen Brenner im Motorenraum völlig sich selber überlassen, wäre fahrlässig. Genauso wenig wird die Waschmaschine laufen gelassen, wenn wir nicht da sind. „Boatpeople“ fürchten Wasser und Feuer wie der Teufel das Weihwasser! Um in der Nacht nicht zu frieren haben wir 2 kleine elektrische Ölradiatoren, die genügen um mal ohne mit den Zähnen zu klappern aufstehen zu können (ihr wisst schon weshalb und, nein, nicht um an den Kühlschrank zu gehen!). Nur damit ihr es wisst, ich klappere mit den Zähnen ab 16°Grad und drunter….ich übertreibe gerne mal.

Tagsüber lassen wir es meist so auf 19°C runter gehen, dann werfen wir die Heizung an. Nach einer halben oder einer dreiviertel Stunde sind wir bei 22-23°C. Schalter umlegen, Wärme geniessen. Je nach Wetter und Temperaturen sind wir nach einigen Stunden wieder bei 19°C. Schalter wieder auf ON und dasselbe in grün! Das ist etwas speziell, aber man gewöhnt sich schnell daran; wir haben es in aller Regel schön warm und cozy.

Zur Zeit haben wir hier in der Nacht bis -5°C. Da kann es schon frieren. Am Anfang, nach unserem Umzug aufs Wasser, hatte ich richtiggehend Angst vor Minustemperaturen, da ich meinte, wenn es draussen so kalt ist, frieren uns gleich die Rohre ein, diese platzen und tschüss Boot. Mittlerweile habe ich verstanden, dass das Wasser auch bei richtiger  Kälte in der Tiefe 4°C behält und um ein Boot herum ein Rand eisfrei bleibt. Wir sind hier ja nicht in der Antarktis. Letztes Jahr war es während Wochen hier so kalt, dass unsere Freunde hier im Hafen bei Sonnenschein auf dem gefrorenen Wasser Tische und Stühle aufstellten und warm eingepackt ihren Aperitif draussen geniessen konnten. Sie schwärmen heute noch davon. Von solchen Bedingungen, ich meine den Sonnenschein – das Eis lässt mich kalt ;-), können wir diesen Winter nur träumen, hélas.

Etwas erstaunt mich aber sehr hier an Bord. Ich habe keine Ahnung weshalb ich hier am Morgen fröhlich bei 18°C spärlich bekleidet im Bad meine Toilette machen kann, wo ich doch früher in unserem Haus bei 22°C schon Zeter Mordio geschrien habe, als wäre ich kurz vor dem Erfrieren. Im Haus erschienen 20 – 22°C. gerade so das Minimum und dieselben Temperaturen erzeugen hier auf dem Boot ein Skihütten-Feeling, als sässen wir vor einem prasselnden Feuer. Kann mir das jemand mal erklären?