Ein wenig dies und ein wenig das

Wir hatten zwei wundervoll sonnige Wintertage. Blauer Himmel wie in den Bergen und ein steifer Wind wie an der Nordsee. Die Leinen mussten wir straffen; unser doch ziemlich massiges Heck kriegte den Wind voll ab und bewegte sich etwas gar zu heftig. Es war herrlich, draussen zu sein, eingepackt bis über die Nasenspitze. Weiterlesen „Ein wenig dies und ein wenig das“

Ich bin keine Lerche

Folge von gestern „Ich bin eine Eule“:

Leider hat das Rezept des weiblichen, amerikanischen Gurus nicht funktioniert. Ich habe meinen fulminanten Start als Lerche zwar minutiös vorbereitet, nur gab es einen Fehlstart. Der Kaffee kam zu spät, was den Zeitplan durcheinander brachte und dann zählte ich zwar brav rückwärts von fünf zu eins und dann los, aber eben nicht auf Amerikanisch (kann ich sowieso eigentlich nicht, nur Englisch) sondern auf Deutsch. Ich Eule, äh, Esel!

Ich bin eine Eule

Leider. Dabei wäre ich mein Leben lang gern eine Lerche gewesen. Raus aus den Federn, voller Energie und Tatendrang. Frühstücken. Fröhliches Geplapper. Pläne für den Tag. Raus mit den Hunden. Fotoapparat mitnehmen. Zurück ins Haus/Boot. Kurz durchräumen. Blog schreiben. Kuchen backen. Malen, zeichnen, schreiben, basteln, lesen, surfen, Musik hören, was auch immer. Und dann ist erst 16 Uhr! Kochen. Essen. Früh ins Bett. Toll, so toll! Ich hab’s nie geschafft. Ich bin am Abend fit, bis tief in die Nacht, wenn man mich lässt bis in die frühen Morgenstunden.

Das geht natürlich nicht wenn man zu Bürozeiten arbeitet. Dieses früh aufstehen hat mich kaputt gemacht, schon zu Schulzeiten! Mit früh meine ich vor acht Uhr, schlimmer, vor 9 Uhr. Wenn mir nicht jahrzehntelang die erste Koffein-Dosis ans Bett gebracht worden wäre, hätte ich es wohl überhaupt nie in ein Büro geschafft. An dieser Stelle ein Riesendankeschön an meinen Ehemann, der mich unermüdlich erst mit Kaffee abfüllt und dann im fünf Minuten Takt die aktuelle Zeit durchgibt. Danke, danke, danke!

Seit Ende November bin ich nun nicht mehr im „aktiven Leben“ (auch so ein idiotischer Begriff, den Rentner übergestülpt erhalten!). Ich habe damit gerechnet, dass ich in eine Art Koma fallen werde und mich erst ein mal richtig ausschlafe. Dieser komaartige Zustand fand dann nach den ersten 10 Tagen Feriengefühl auch statt. Inzwischen bin ich wieder aus dem Bett gekrochen, aber mein EINZIGER Vorsatz, nämlich mich in eine Lerche zu verwandeln, wenn ich einmal nicht mehr aufstehen muss sondern darf – also jetzt – , lässt sich offenbar nicht auf ein Fingerschnippen umsetzen. Ich bin immer noch eine Eule.

Gut, ich habe eine Entschuldigung: das Wetter ist mies und um acht Uhr ist es hier noch fast dunkel (weiter im Westen als gewohnt). Aber auch dies funktioniert nicht mehr lange. Mein Mann meint, wenn wir dann mal mit dem Boot los können wird alles anders! Es besteht also noch Hoffnung, immer schön optimistisch bleiben!

Eine kleine Verbesserung mache ich allerdings bereits aus: ich bin um acht wach, ok, eigentlich habe ich einfach schon die Augen offen. Geht auch besser um die Kaffeetasse zu finden. Dann lese ich ein bisschen, dann kommt der zweite Kaffee, dann muss ich mal, und nachdem ich mir den dritten Kaffee selbst geholt habe (oho!) muss ich nochmals im warmen Bett überlegen, um welche Zeit ich auf will, sollte, müsste. Ich hasse das! Ich hasse mich!

Ich möchte jetzt wirklich zur Lerche mutieren. Ich möchte am Morgen früh die Augen aufschlagen und mir sagen: Hey, cooler Tag, es ist noch früh und so toll draussen, und ich will viel erledigen, und fühle jetzt grad unheimlich Energie und Lust den Tag so richtig zu nutzen! Aber ich fürchte, bis ich mit diesem ganzen Spruch durch bin, sind mir die Augen wieder zu gefallen. Also versuche ich es gleich morgen (trifft sich gut, es ist Montag) mit dem Trick den ich in einer Sendung auf You Tube gesehen habe; ein Tipp so einer der vielen Gurus und Guru-innen. Mach es wie in Cape Canaveral: five, four, three, two, one and upppp!

Ich melde mich dann morgen wieder.