La vie en Blues

0 Grad in der Früh, 6-8 Grad Höchstwert, den ganzen Tag dämmerig, unfreundlich und windig! Das ist etwas früh im Jahr, nicht?

Eigentlich habe ich keine Lust, jetzt schon winterliche Bedingungen zu haben. Der Herbst wurde uns gestohlen, er fand irgendwie nicht statt.

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Weihnachtsstimmung

Zu Beginn gleich das Allerwichtigste: meine herzlichsten Weihnachtsgrüsse Weiterlesen „Weihnachtsstimmung“

Sind wir denn Murmeltiere?

Am liebsten würde ich wirklich in den Winterschlaf sinken. Zur Zeit brauchen wir beide enorm viel Schlaf und ich ganz besonders. Die vielen Tage mit gleichförmig bedecktem Himmel machen mir zu schaffen. Dazu kamen in den letzten Tagen noch die tiefen Temperaturen.

Im Boot haben wir es von wohlig warm bis zu ziemlich frisch. Weiterlesen „Sind wir denn Murmeltiere?“

Bootsführerkurs: Halb so schlimm

Aber zufrieden bin ich nicht ganz mit mir. Der Praktische Teil des Kurses gestern war easy. Die Lehrerin war sehr zufrieden, ich eben weniger. Wie immer bin ich streng mit mir. Meine übliche lockere Haltung und der „laisser faire“-Modus ist in einem solchen Fall wie weggeblasen und ich werde auf einmal ehrgeizig! Schon oft erlebt. Weiterlesen „Bootsführerkurs: Halb so schlimm“

Endspurt

Am 9. November fährt der Kranwagen auf. Der ist bestellt und der Termin ist nicht verschiebbar! Der Spezialist, der unser Boot streicht, ist fast Tag und Nacht dran, die Escapade auf Hochglanz zu streichen. Abschleifen, Anstrich, wieder Abschleifen, Anstrich… Mehrere Schichten, ich glaube, er ist jetzt an der Vierten. Das kalte und feuchte Wetter bietet etwas erschwerte Bedingungen. Gestern haben wir versucht die Halle mit allen zur Verfügung stehenden Heisslüftern und mobilen Radiatoren zu wärmen. Die Zentralheizung des Boots können wir leider nicht laufen lassen. Die aus dem Abluftstutzen entweichenden Abgase würden die neue und noch nicht vollständig abgetrocknete Farbe beschädigen und die Gase im Hangar würden eine Arbeit darin wohl verunmöglichen. Die erreichte Wärme reichte nicht, im Hangar ist und bleibt es einfach zu feucht.

Heute Vormittag entdecken wir die kurzum organisierte Bautrocknungs-Anlage. Gut gemacht! Nun geht es wieder voran. Juhuuu! Wir können es kaum erwarten, unsere Escapade wieder im Wasser zu haben und mit Sack und Pack (und Hunden) auf sie zurückkehren zu können.

Der Tiefpunkt liegt hinter uns

Es taut bereits wieder. Heute morgen waren wir zwar noch eingefroren aber nachdem gestern Nachmittag die Temperaturen wesentlich gestiegen sind, scheint das Eis nun viel dünner.

Erstaunlicherweise wurden wir auch gestern Nacht geschüttelt. Unglaublich, die Kraft des Eises! Zum Glück blieb es dann irgendwann mal ruhig. Die Rumms und Bumms waren aber nichts im Vergleich mit der Nacht von Sonntag auf Montag, da hatte sich das Eis angefangen zu bilden und machte einen Riesenlärm. Es entstanden offenbar mehrere Platten und da ein starker Wind ging, schob es die ersten Eisflächen ständig hin und her. Der Stahlrumpf des Schiffs verwandelte sich in ein Resonanzkörper. Schaurige Töne. Ich habe sowas noch nie gehört!

Ich habe mich hier auf dem Boot zu einer Abhängigen entwickelt. Süchtig nach Wettervorhersagen und Temperaturmeldungen. Wir haben überall Thermometer montiert: Draussen natürlich, das ist wohl noch verständlich, dann in jeder Kabine und in allen Abteilen des Bootsrumpfs. Das nimmt jetzt aber groteske Ausmasse an! Eine kleine Entschuldigung habe ich: wir sind wirklich Wind und Wetter ausgeliefert und haben eine viel einfachere Infrastruktur als wir im Haus hatten, da waren überall Thermostaten an den Heizkörpern. Mann ist da zum Glück etwas lockerer, er schaut mich jeweils nur mit gehobener Augenbraue an, dann weiss ich sofort, die Pferde sind wieder mal mit mir durchgegangen, sprich, ich übertreibe masslos.

Ich gelobe Besserung!

Tauwetter-Impressionen

altes Tau im Schnee
Tauwerk im Schnee
Detailaufnahme einer Boots-Reling. Tauende kleine Eiszapfen
an der Reling taut es auch

 

Die Kälte kommt

Die nächsten Tage und vor allem Nächte wird es hier sehr kalt werden. Auch sehr kalt, müsste ich eigentlich sagen, denn es betrifft ganz Europa. Für alle, die auf Booten leben hat dies aber noch eine zusätzliche Bedeutung. Anders als in Häusern und Wohnungen machen wir uns nicht bloss Gedanken, ob wir es drinnen warm und kuschelig genug haben werden.

Heute Vormittag kam der Hafenmeister vorbei um mitzuteilen, dass am Nachmittag das Wasser abgestellt wird. Anders als am Stromnetz, sind wir in Bezug auf Wasser nicht direkt am Versorgungsnetz angeschlossen, sondern füllen regelmässig unsere Tanks und beziehen den täglichen Bedarf daraus. Ich habe dies in anderen Beiträgen schon beschrieben. Wir füllten also heute Morgen unseren Wassertank. Dies tun wir so alle 7-10 Tage. Vor Allem die Waschmaschine verbraucht einen rechten Teil des Wasservorrats. Diese wird in den nächsten Tagen demnach ganz sicher Zwangspause haben. Auch sonst ist ein überlegter Wasserverbrauch anzuraten. Man wir sich auf einem Boot sehr schnell bewusst, wieviel Wasser da eigentlich von uns verbraucht und vergeudet wird! Wasser laufen lassen während des Zähneputzens? Ewig duschen? Nada!

Unser Trinkwasser beziehen wir ebenfalls vom Versorgungsnetz; nicht aus dem Tank, wir füllen separat direkt vom Wasserhahn ab. Da ist unsere Vorratsmöglichkeit begrenzt. Bislang war Mineralwasser keine Option; ich bin nicht dafür, Wasser in der Landschaft herum zu karren solange Trinkwasser direkt Haus geliefert wird. Das Wasser hier schmeckt nicht gerade nach frischem Quellwasser, aber es ist trinkbar und unbedenklich. Wenn es lange kalt bleiben sollte, müssen wir wohl trotzdem auf Plan B zurückgreifen: Mineralwasser schleppen.

Wasser gefriert, wenn es unter 0°C ist. Bewegtes Wasser braucht ein bisschen länger. Unsere Tanks und Leitungen liegen alle im Bauch des Boots unter der Wasserlinie. Wenn es sehr kalt wird, erfahrene Boaters sagen unter -5°C, müssen wir also entweder Frostschutz beifügen oder den Schiffsbauch warm halten. Da wir hier wohnen wird geheizt. Natürlich ist es im Rumpf unten viel kühler als in den Wohnräumen, ähnlich eines Kellers. Aber wir machen uns schon Gedanken, wie wir eventuelles zu grosses Abkühlen verhindern können. Ein Rohrbruch ist das Letzte das wir riskieren wollen!

Letzte Nacht, da fiel das Thermometer schon einige Grade unter 0, haben wir die Temperatur im Motorraum gemessen. Um 6 Uhr, hatten wir oben noch knapp 16°C (da schläft man herrlich!) und unten 8°, ziemlich beruhigend also. Heute Nacht versuchen wir die Wirkung zu testen, die eine leichte Heizung erzielt, indem wir einen der Ölradiatoren runter stellen und die Nacht durch auf niedriger Stufe laufen lassen. Einfach um herauszufinden, ob das bei -10°C oder mehr auch genügen würde. Ich denke, das kann man mit diesem Test abschätzen. Hoffe ich. Hoffe ich!!

Mit der Nachricht der kommenden Frosttage ist hier auf den Pontons ein wenig Aktivität. Die, die ihr Boot alleine überwintern lassen, kommen für eine Kontrollgang. Nichts vergessen? Alles dicht? Parat für eisige Tage? Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Niemand will sein Boot sinken sehen. So sind wir alle – wir eh, es ist unser allererster Winter auf einem Boot – etwas angespannt. Drückt uns die Daumen, dass WIR nichts vergessen haben, danke!