Waschtag an Bord

Leider. Nicht meine bevorzugte Tätigkeit. Nicht, dass wir einen festen Tag hätten an dem wir waschen. Wir haben einfach zu wenig Platz um Schmutzwäsche oder frisch Gewaschenes zwischenzulagern und nur so ab und an zu waschen. So muss, sobald eine Füllung bereit ist, gewaschen und getrocknet werden. Dann geht es gleich zügig weiter mit zusammenfalten, bügeln und wegräumen. Im Idealfall. Macht riesig Spass.

Waschen sollten wir nur wenn wir in einem Hafen angelegt haben. Schon wegen der Stromversorgung, der kommt dann vom Ponton und nicht über unsere Batterien. Dann auch wegen dem Wasser. Wenn immer möglich befüllen wir die Tanks bevor wir waschen. Jetzt, in der Reisepause ist das kein Problem, bin gespannt, wie das geht, sobald wir wieder unterwegs sind. Das werden wir ganz bald herausfinden!

Wir sind eigentlich gut eingerichtet für die Wäsche: im grösseren Bad steht ein Kombigerät für Waschen und Trocknen, im Putzschrank hängt ein Bügelbrett, das ich auf den Tisch stellen kann, somit brauche ich kein riesiges Bügelbrett, welches ich kaum verstauen könnte. Wir haben sogar ein kleines Dampfbügeleisen! Nicht viel anders als in einem richtigen Haushalt, also. Das einzige, das mir wirklich fehlt, ist eine Hängemöglichkeit draussen. In der Maschine trocknen ist nicht sehr ökologisch, A+++ Modell hin oder her, und ausserdem braucht der Vorgang erstaunlich viel Wasser! Ja, da war ich auch baff! Ich war mir beim Kauf dieser Maschine nicht bewusst, dass der Trockenvorgang ebenfalls Wasser verbraucht. Ist aber eigentlich klar: zum Abkühlen der feuchten Luft, damit diese Feuchtigkeit als Wasser abgeführt werden kann. Kondensator nennt man dieses System. Da habe ich etwas dazugelernt.

Also, das Wäschleine-Problem ist noch ungelöst. Ich gucke stets, wie andere, die auf Booten leben, dies gelöst haben. Die geniale Lösung habe ich aber noch nirgends gesehen. Wäscheständer? Kippt beim leisesten Windchen – keine Lust, die Wäsche samt Ständer aus dem Fluss zu fischen. Eine Leine von A bis B? Wo wäre A und wo B? Wir müssten hohe Stangen anlöten und diese kippbar machen, sonst sind diese bei der nächsten Brücke weg. Ich behelfe mich derzeit – falls es denn mal schön genug ist, am fehlenden Wind liegt es ja nicht – dass ich längs der Gangway Schnüre spanne und mithilfe des aufgestellten Bootshakens Höhe schaffe, damit auch etwas grösseres aufgehängt werden kann. Sieht aus wie in Süditalien (siehe oben) und stabil ist es auch nicht. Wir sind immer noch überzeugt eine geniale Lösung zu finden.

Ein wirkliches Problem ist das Waschpulver. Da wir zwar einen Schwarzwassertank haben, obligatorisch in Frankreich, diesen aber mangels Infrastruktur kaum mal leeren können, plätschert der Überlauf in den Fluss. Das ist an sich nicht schlimm, sofern wir uns alle die Mühe geben, biologisch abbaubare Produkte zu verwenden. Mit Putzmitteln ist das relativ einfach: mit Essig und Alkohol kommt man schon durch, aber die Waschmittel sind hier einfach nicht gekennzeichnet! An Warnungen, dass das Produkt nicht in die Augen kommen darf, von Kindern ferngehalten werden muss etc. fehlt es nicht. Aber, bitte, was ist mit Phosphaten? Abbaubarkeit? Gewässerschutz? Schadet das Produkt den armen Fischen? Nichts erwähnt. Ich habe schon Stunden in den Waschmittelabteilungen verbracht um DAS ideale Waschmittel zu finden. Denn mir schwant Böses: bei den Putzmitteln ist überall Javel (Bleiche) drin, wenn es nicht sogar in Reinform verkauft wird. Es riecht auch überall manchmal streng nach Soda, Javel und Chlor. Leider habe ich hier herum auch noch nie eine Drogerie gefunden in der ich mich informieren könnte. Das gibt es hier möglicherweise gar nicht. Die beste Lösung, die ich gefunden habe ist ein Waschmittel auf Basis von Savon de Marseille, das müsste Schmierseife sein. Wäscht gut, schäumt kaum und die Wäsche riecht nach Seife. Einfach Seife. Richtig toll. Aber sicher, ob das jetzt ok ist, bin ich mir nicht 😦

 

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