Freud und Leid

… in einer kleinen Gemeinschaft. Einer willkürlich zusammen gewürfelter Gemeinschaft!

Auf einem Steg wohnt man sehr nah beieinander, noch viel näher als in einer Strasse oder in einem Haus mit mehreren Wohnungen. Man kennt sich, aber durch die Nähe, diese extreme Nähe, ist man auch sehr diskret. Wenn bei uns jemand ins Boot guckt, ist es ein neugieriger Fremder, der ein wenig Boote guckt. Die Bewohner hier tun das nicht, und ein Boot betreten ohne Erlaubnis des Besitzers ist ein Tabubruch. Ich persönlich finde es ein schöne Sitte, höflich gefragt zu werden ob man an Bord kommen dürfe. Der Aussenbereich des Boots ist unser Garten, der Innenraum privat und sofort ziemlich intim, es gibt ja keinen Empfangsbereich oder Korridor! Weiterlesen „Freud und Leid“

Tiere an Bord

Hunde, die auf Booten leben sind sehr häufig anzutreffen, allein hier im Hafen hat es mindestens ein Dutzend Hunde auf den wenigen Booten, die rund ums Jahr bewohnt sind. Dazu kommen auch noch zwei Katzen. Sicher befindet sich noch das eine oder andere Meerschweinchen oder Kaninchen irgendwo an Bord. Vögel habe ich noch nie auf einem Schiff gesichtet, dafür auf mehreren Mobil-Homes und Camper!

Wir haben unsere zwei Hunde und wünschen uns eigentlich auch noch eine Katze dazu. Wir hatten stets Hund und Katz und eine Mieze fehlt uns noch zum totalen Glück. Eine Katze zu finden wäre natürlich ganz einfach, aber wir denken, unsere Miau wird uns ganz von alleine finden und, typisch Katze, ohne zu fragen bei uns einziehen. Wir sind schon des Öfteren von Katzen «gefunden» worden. Weiterlesen „Tiere an Bord“

Weihnachtsstimmung

Zu Beginn gleich das Allerwichtigste: meine herzlichsten Weihnachtsgrüsse Weiterlesen „Weihnachtsstimmung“

Schon in einem gewissen Alter

Kürzlich wollte ich mich Online irgendwo anmelden und dazu musste ich mein Geburtsdatum angeben. Nun kann man dies ja nirgends mehr einfach einfüllen, sondern muss für den Tag, den Monat und das Jahr so an einem virtuellen Rädchen drehen um das korrekte Datum einzustellen. Tag und Monat geht ja noch,
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Stop and Smell the Roses!

Kürzlich schrieb uns ein australischer Freund unter einen Post auf Facebook „you guys really take your time to smell the roses!

Ich kannte den Ausdruck nicht, fand ihn aber gleich toll! Im Geiste sah ich sofort meine Rosen liebende Grossmutter, wie sie von Rosenstrauch zu Rosenstrauch geht und sich zu jeder Blüte beugt und innig und mit geschlossenen Augen daran schnuppert.

Was unser Freund gemeint hat, sind natürlich nicht wirklich Rosen, sondern dass wir uns offenbar erstaunlich viel Zeit lassen, kleine Etappen machen und jede Begegnung oder kleines Erlebnis wahr nehmen und geniessen. Danke, Bruce, das ist ein wunderschönes Kompliment!

Ich konnte es nicht lassen und googelte den Ausdruck um zu erfahren, woher er kommt. Als erstes Ergebnis kam Ringo Starr, der einen Song mit diesem Namen rausgegeben hat. Wusste ich nicht. Gleich darunter ein Artikel über eine Studie der Rutgers Universität in New Jersey, die bestätigt, dass Menschen die sich Zeit lassen und die kleinen Dinge schätzen glücklicher sind als andere die dies nicht tun oder nicht können.

Die appreciation, die Wertschätzung, als kleine Schwester der Dankbarkeit, ist offenbar ein Schlüssel zum Glück. Leuchtet mir ein. Wenn wir etwas wertschätzen, können wir nicht daran vorbei hetzen. Im Gegenteil. Wir halten inne, und geniessen den Moment, das Gefühl, die Aussicht, das Gespräch, die Stimmung, das besondere Licht, den Duft, die Musik, was auch immer. Diese Momente dehnen sich aus und geben uns enorm viel. Freude, Kraft, Wohlbefinden und tiefe Zufriedenheit. Die Kunst ist also, sich Zeit zu lassen, weniger in die zur Verfügung stehende Zeit zu quetschen, den Mut haben auch mal nichts vorzuhaben oder nichts zu tun und es einfach so plätschern lassen. Diese Zeit ist nicht einfach leer oder vergeudet. Aus Nichts wird manchmal ganz viel. Ich habe mal gelesen, der Anfang der Kreativität ist die Langeweile. Da muss ich auch mal darüber nachdenken. Irgendwie gar nicht so abwegig. Die Rastlosigkeit der Welt steht uns da schon ein wenig im Weg.

Um das Tempo runterzufahren braucht man kein Sabbatical oder abzuwarten, dann mal in Rente zu sein! Der Zeitpunkt ist heute, jetzt. Die Studie wurde bei Studenten gemacht, also bei ganz jungen Leuten, die unter Erfolgsdruck sind. Und trotzdem scheint es da schon enorme Unterschiede in den Persönlichkeiten zu geben. Einige können es instinktiv und andere müssten es offenbar noch lernen: To stop and smell the roses!

Juhuuu! 100!

Meine ersten 100 Follower! Gerade eben sehe ich das auf meinem Blog angezeigt und ich freue mich riesig darüber. Herzlichen Dank an jede Einzelne und jeden Einzelnen.

Ich freue mich darüber, gelesen zu werden. Mir macht das Schreiben Spass und eigentlich bin ich selber überrascht, was es in und um meinem Leben auf dem Wasser immer so zu erzählen gibt, was mich jeweils so alles umtreibt und auf was für sonderbare Themen ich manchmal stosse. Oft sind es sehr persönliche Berichte und Gedanken, die ich da virtuell ablege. Um so schöner ist es, wenn es anderen auch gefällt.

Ursprünglich wollte ich ja einen dreisprachigen Blog machen, habe einfach auf Deutsch mal begonnen und bei der Übersetzung festgestellt, was das für eine riesige Arbeit werden würde, wollte ich das Ganze in einer befriedigenden Qualität publizieren. Der Übersetzungsdienst, den WP als Widget zur Verfügung stellt, ist jetzt nicht gerade das Gelbe vom Ei, aber ich sehe, dass der Blog in englisch- und französischsprachigen Ländern gelesen wird.

Dear Readers – Chères lectrices, chers lecteurs – Liebe Leserinnen und Leser

Thank you all – merci à toutes et à tous – vielen Dank allen!