Markttag

Wir haben es geschafft auf den Markt zu gehen, spät zwar aber immerhin! Für uns, die wir beide morgens extrem langsam auf Touren kommen, eine wahre Leistung. Tournus‘ Markt ist gross und sehr lebhaft. Wir haben nur die Hälfte geschafft und mussten dann unbedingt nochmals einen stärkenden Kaffee haben; zu einer Tageszeit wo andere bereits am Apéritif waren. Aber das sind wir gewohnt, wir standen schon immer etwas quer in der Landschaft und haben offensichtlich einen Biorhythmus der nicht mehrheitsfähig ist.

Der Markt hier ist sehr hübsch und gut besucht. Wir haben frisches Gemüse, Brot und lokal produzierten Käse eingekauft. Und die Flaschenbürste, die einfach nicht in den Rucksack passen wollte! An einem Stand gab es viele Körbe mit Mini-Trockenwürstchen. Wir konnten nicht widerstehen, jetzt bräuchten wir nur noch Besuch, denn wir haben viel zu viele davon gekauft.

In den engen Gassen drängten sich Einheimische und Touristen. Wir sind ziemlich überrascht, dass diese Stadt offenbar bekannt ist und einiges an Touristen anzieht. Ich gestehe, dass – bevor wir hier unser Boot zum ersten Mal in Empfang genommen haben, damals noch zur Miete – wir noch nie etwas von Tournus gehört hatten.

Nach dem café au lait auf der Terrasse eines Bistrots an der Quai-Promenade gingen wir ganz glücklich zurück zum Boot und Mann meinte, er fühle sich ganz wie in den Ferien! Dieses Gefühl hatte ich auch; Marktstimmung, warm genug um auf einer Terrasse etwas zu trinken, die Nähe zum Wasser, die Besucher die in verschiedenen Sprachen kommunizieren, Ferienstimmung halt.

Irgendwie haben wir es noch nicht ganz gecheckt. Was sind WIR eigentlich genau? Urlauber oder Eingewanderte? Touristen? Schon, aber wir wohnen ja in diesem Land und zwar stets genau „hier“. Wir haben zwar eine feste Bleibe, sind aber unterwegs. Wir reisen von Ort zu Ort, sind jedoch stets zuhause. Ich sehe schon, auch hier stehen wir wieder einmal quer. Scheint ein Lebensmotto von uns zu sein.

Plangis*

Sonntag Nachmittag in einer Stadt. Einer Stadt mit langem Quai, fast wie am Mittelmeer oder an einem See. Wir sind auf dem Boot und hören die flanierenden Menschen auf dem Quai reden, lachen. Hören spielende Kinder, zwitschernde Vögel, ab und zu einen Hund bellen. Es ist nicht mehr so schönes Wetter wie die vergangenen zwei Tage, die Temperaturen sind aber warm geblieben und so stehen unsere Türen offen. Wenn ich nicht hinausblicke und somit nicht sehe, dass die Platanen am Quai noch kein einziges Zeichen von Grün tragen, klingt es wie im Sommer. Ich höre die Tauben, die einen Platz gerade auf unser Höhe unterhalb der Quaimauer zu ihrem Badeplatz auserkoren haben. Es plantscht und gurrt. Wäre nicht ab und zu ein Auto das durchfährt, es könnte idyllisch sein.

Etwas später werden wir uns ebenfalls unter die Flanierenden mischen, im Moment bin ich einfach noch zu faul dazu. Die Hunde wechseln in der Zwischenzeit mehrmals ihre Liegeplätze. Drinnen hören sie die „Action“ draussen und haben Angst etwas zu verpassen, und draussen ist es ihnen offensichtlich etwas zu warm in ihrem noch vorhandenen Winterpelz. Nächste Woche lassen wir sie etwas scheren, dann werden sie sich wohler fühlen. Unter unserer Wollmaus wird ein kleiner Hund hervorkommen und der Grosse wird dann vorübergehend wie ein Jagdhund aussehen.

Noch haben die Cafés und die Restaurants ihre Terrassen auf der Promenade nicht eröffnet. Falls die milden Temperaturen anhalten, ändert sich das sicher bald. Gestern Abend wären die potentiellen Gäste schon hier gewesen. Menschen tummelten sich bis spätabends auf dem Quai und eine Bar/Pizzeria hatte ein Karaoke-Abend veranstaltet und wir hörten die Musik und die mehr oder weniger begabten Sänger und Sängerinnen bis spätabends sich bei offenen Türen vergnügen.

Ich freue mich darauf, dass diese Zeit der lauen Nächte bald anbricht. Also, ICH bin bereit, worauf warten wir denn noch?

„Plangis“ ist ein schweizerdeutscher Ausdruck für das Sehnen nach Etwas. Das Verb heisst „plangen“

 

 

 

 

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