J’aimerais deux poignées de rampon

„Ich möchte zwei Handvoll Feldsalat“. Feldsalat ist ein super Beispiel für diesen Beitrag! Auf dem Markt habe ich genau das der Marktfrau gesagt, worauf sie mich völlig ratlos angeschaut hat. Ich deutete auf den Nüssler*-Salat. Sie „ah, c’est de la doucette!“ das ist doucette. Süss nicht? Die Bedeutung von doux/douce ist süss oder sanft. Und schon sind wir mitten im Thema.

Sprache, finde ich, ist etwas Wunderbares, Spannendes, ja Faszinierendes. Wir lernen doch alle Sprachen in der Schule und stellen dann mehr oder weniger fest, dass wir trotz jahrelangem Lernen die Sprache kaum einsetzen können. Warum? Weil wir viel zu wenig zum Sprechen (sprechen = Sprache! aha!) kommen! Reden, reden, reden und reden müssen ist der Schlüssel zu einer Sprache. Da sind wir Deutschschweizer ja mal die Vorzeigeopfer. Wir lernen in der Schule die Schriftsprache „Hochdeutsch“ und reden sobald es irgendwie geht doch wieder Dialekt, auch in der Schule. Dütsch bliibt üs meischtens irgendwie frömd, wüll’s ke Härzspraach isch (Deutsch bleibt uns meist irgendwie fremd, weil es keine Herzsprache ist) Ich bin überzeugt davon, auch in meinen Texten sieht man nach zwei, drei Sätzen meine Herkunft an – was ja nicht unbedingt negativ sein muss.

Hier in Frankreich gehen wir keinesfalls als Franzosen durch. Wir benutzen andere Ausdrücke, andere Umgangssprache, und ich bin überzeugt, auch der Syntax ist manchmal anders. Der Tonfall, die Vokale, das Sprechtempo, alles weist auf die Herkunft hin oder auf die Gegend, wo man die Sprache erlernt hat! In unseren Fällen für beide das Waadtland, der Kanton zwischen Neuenburger- und Genfersee.

Französisch habe ich seltsamerweise als erstes aber in einem französischen Kindergarten in Mailand gelernt. Es war einfach der unserem Haus am nächsten liegende „Asilo“. Schweizerdeutsch als Muttersprache, Italienisch ab 4 und Französisch ab 5 Jahren. Meinen Eltern bin ich für dieses Geschenk unendlich dankbar! Es hat mir für mein ganzes Leben zwar nicht von Beginn an perfekte Sprachkenntnisse geschenkt, dafür war die Immersion mit 5 respektive 1 Jahr zu kurz, aber es hat mir die grundlegende Angst vor Sprachen genommen und mich ermutigt, jede sich bietende Gelegenheit zur Vertiefung oder Erlernen von weiteren Sprachen zu nutzen. Immersion ist wohl stets die allerbeste Form von Sprachenlernen, für mich persönlich eigentlich die Einzige. Rein und hui! Erst herum stottern, Verben suchen, Umschreibungen verwenden, mal für einen Lacher sorgen oder für Ratlosigkeit. Kein Problem. Es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen und wir dürfen alle Fehler machen. Und, Hand aufs Herz, niemand erwartet Perfektion im Alltag!

*Feldsalat, Nüssler, Nüssli, Rapunzel, Mausohrsalat, Sonnenwirbel, Vogerlsalat …. kaum eine Salatsorte hat so viele deutsche Bezeichnungen!

Französisch: rampon, doucette, mâche, boursette, raiponce, oreille-de-lièvre

Italenisch: lattughella, valerianella, valeriana, songino/soncino, im Tessin: formentino

English: mache, corn salad, lamb’s lettuce, nut lettuce

 

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