Diese Woche

Bin ich froh, ist sie vorbei! Janusz hatte vor einer Woche seine Krise – wir wissen ja noch immer nicht, was es ist und ich nenne das jetzt einmal so. Er hat sich etwas erholt in den vergangenen Tagen. Die ersten Tage waren schlimm, Weiterlesen „Diese Woche“

Plangis*

Sonntag Nachmittag in einer Stadt. Einer Stadt mit langem Quai, fast wie am Mittelmeer oder an einem See. Wir sind auf dem Boot und hören die flanierenden Menschen auf dem Quai reden, lachen. Hören spielende Kinder, zwitschernde Vögel, ab und zu einen Hund bellen. Es ist nicht mehr so schönes Wetter wie die vergangenen zwei Tage, die Temperaturen sind aber warm geblieben und so stehen unsere Türen offen. Wenn ich nicht hinausblicke und somit nicht sehe, dass die Platanen am Quai noch kein einziges Zeichen von Grün tragen, klingt es wie im Sommer. Ich höre die Tauben, die einen Platz gerade auf unser Höhe unterhalb der Quaimauer zu ihrem Badeplatz auserkoren haben. Es plantscht und gurrt. Wäre nicht ab und zu ein Auto das durchfährt, es könnte idyllisch sein.

Etwas später werden wir uns ebenfalls unter die Flanierenden mischen, im Moment bin ich einfach noch zu faul dazu. Die Hunde wechseln in der Zwischenzeit mehrmals ihre Liegeplätze. Drinnen hören sie die „Action“ draussen und haben Angst etwas zu verpassen, und draussen ist es ihnen offensichtlich etwas zu warm in ihrem noch vorhandenen Winterpelz. Nächste Woche lassen wir sie etwas scheren, dann werden sie sich wohler fühlen. Unter unserer Wollmaus wird ein kleiner Hund hervorkommen und der Grosse wird dann vorübergehend wie ein Jagdhund aussehen.

Noch haben die Cafés und die Restaurants ihre Terrassen auf der Promenade nicht eröffnet. Falls die milden Temperaturen anhalten, ändert sich das sicher bald. Gestern Abend wären die potentiellen Gäste schon hier gewesen. Menschen tummelten sich bis spätabends auf dem Quai und eine Bar/Pizzeria hatte ein Karaoke-Abend veranstaltet und wir hörten die Musik und die mehr oder weniger begabten Sänger und Sängerinnen bis spätabends sich bei offenen Türen vergnügen.

Ich freue mich darauf, dass diese Zeit der lauen Nächte bald anbricht. Also, ICH bin bereit, worauf warten wir denn noch?

„Plangis“ ist ein schweizerdeutscher Ausdruck für das Sehnen nach Etwas. Das Verb heisst „plangen“

 

 

 

 

14. Februar

Genau. Heute ist der Vierzehnte. Februar. Unser Hochzeitstag. H o c h z e i t s t a g !

Es ist NICHT Valentinstag für uns. Hätten wir damals realisiert was dieser Tag für ein -sorry – debiler und kommerzialisierter Hype werden wird, hätten wir bestimmt einen der vielen (364) anderen Möglichkeiten im Jahr ausgewählt und nicht den 14.02.!

Zu Anfang ging es ja noch, wir mussten uns einfach daran gewöhnen, unbedingt frühzeitig einen Tisch zu reservieren, wollten wir schön ausgehen zum Essen. Da wir das lange Zeit einfach nicht kapieren wollten, klapperten wir regelmässig und vergeblich am 14. 02. unsere Lieblingsrestaurants ab und verbrachten am Ende lustige Abende in Bahnhofrestaurants (für Schweizer: Bahnhofbuffets) oder sogar Autobahnraststätten. Wenn man etwas feiern will, geht das überall, ist Einstellungssache.

Mit den Jahren wurden wir schlauer und buchten unseren Tisch frühzeitig. Das war auch nicht das Gelbe vom Ei; inzwischen war nämlich das Handy-Zeitalter angebrochen und wir mussten mit ansehen wie Pärchen sich an mit Herzchen geschmückten Tischen anschwiegen, das Handy in der Hand, ganz glücklich wenn endlich was Neues auf Facebook und Co. gepostet wurde und es so wieder etwas zu tun gab. Heiliger Bimbam! Haben sich junge Paare nichts zu sagen? Die merken kaum was sie essen! Wieso gehen die zusammen aus, wenn sie sich nicht miteinander abgeben wollen? Muss ein Date am Valentinstag einfach sein, egal mit wem?

Nachdem wir uns jahrelang immer wieder geärgert hatten, beschlossen wir ab sofort unseren Hochzeits-plus-ein-Tag zu feiern. Wir gewinnen nur: können auch mal ohne Reservation essen gehen, werden von deutlich weniger gestresstem Personal bedient,  müssen uns nicht in zuckersüss geschmückten Restaurants mit extra für den Anlass zusammengestellten und überteuerten Menus herumschlagen, und wir umgehen die gehäufte Anwesenheit von peinlichen Paaren, die weder am Partner noch am Essen interessiert sind.

Wir gehen also erst morgen aus. Heute bleiben wir zu Haus(boot) und geniessen den Abend hier zu zweit. Wir kochen, essen, räumen gemeinsam auf und der Gesprächsstoff wird uns dabei garantiert nicht ausgehen (die Handys gehen währenddessen auf Tauchstation).

Allen, denen dieser Tag aber wichtig ist: Happy Valentine!