Bei Frost kein Wasser

Endlich wird es doch wirklich winterlich! Die Temperaturen sind plötzlich um 10 Grad gefallen. Der kleine See ist bereits am zufrieren. Die den Hafen durchfliessende Reyssouze und der Hafen selbst lassen sich hoffentlich noch etwas Zeit damit. Ich bin bei Eis ums Boot etwas unruhig und das im Boot resonierende nächtliche Dröhnen und Krachen des Eises mag ich nicht besonders. Weiterlesen „Bei Frost kein Wasser“

Sind wir denn Murmeltiere?

Am liebsten würde ich wirklich in den Winterschlaf sinken. Zur Zeit brauchen wir beide enorm viel Schlaf und ich ganz besonders. Die vielen Tage mit gleichförmig bedecktem Himmel machen mir zu schaffen. Dazu kamen in den letzten Tagen noch die tiefen Temperaturen.

Im Boot haben wir es von wohlig warm bis zu ziemlich frisch. Weiterlesen „Sind wir denn Murmeltiere?“

Der Tiefpunkt liegt hinter uns

Es taut bereits wieder. Heute morgen waren wir zwar noch eingefroren aber nachdem gestern Nachmittag die Temperaturen wesentlich gestiegen sind, scheint das Eis nun viel dünner.

Erstaunlicherweise wurden wir auch gestern Nacht geschüttelt. Unglaublich, die Kraft des Eises! Zum Glück blieb es dann irgendwann mal ruhig. Die Rumms und Bumms waren aber nichts im Vergleich mit der Nacht von Sonntag auf Montag, da hatte sich das Eis angefangen zu bilden und machte einen Riesenlärm. Es entstanden offenbar mehrere Platten und da ein starker Wind ging, schob es die ersten Eisflächen ständig hin und her. Der Stahlrumpf des Schiffs verwandelte sich in ein Resonanzkörper. Schaurige Töne. Ich habe sowas noch nie gehört!

Ich habe mich hier auf dem Boot zu einer Abhängigen entwickelt. Süchtig nach Wettervorhersagen und Temperaturmeldungen. Wir haben überall Thermometer montiert: Draussen natürlich, das ist wohl noch verständlich, dann in jeder Kabine und in allen Abteilen des Bootsrumpfs. Das nimmt jetzt aber groteske Ausmasse an! Eine kleine Entschuldigung habe ich: wir sind wirklich Wind und Wetter ausgeliefert und haben eine viel einfachere Infrastruktur als wir im Haus hatten, da waren überall Thermostaten an den Heizkörpern. Mann ist da zum Glück etwas lockerer, er schaut mich jeweils nur mit gehobener Augenbraue an, dann weiss ich sofort, die Pferde sind wieder mal mit mir durchgegangen, sprich, ich übertreibe masslos.

Ich gelobe Besserung!

Tauwetter-Impressionen

altes Tau im Schnee
Tauwerk im Schnee

Detailaufnahme einer Boots-Reling. Tauende kleine Eiszapfen
an der Reling taut es auch

 

Heutige Eindrücke

Der Hafen ist voll mit Eis bedeckt, Enten machten heute Spaziergänge anstelle ihrer Schwimmrunden und die lokale Feuerwehr hielt auf der Saône ein Tauchtraining ab. Die Burschen musste ich bewundern. Ich weiss nicht was für besondere Tauchanzüge sie da benutzten, wahrscheinlich mit Lammfell gefütterte. Die Saône war bestimmt nicht viele Grade über Null und die Ufer hatten angefangen in der Nacht auf heute ebenfalls zu zufrieren. Das ist nicht gerade wie Tauchen auf den Seychellen!

Die Enten und Schwäne lassen sich vom Eis nicht beeindrucken. Im Gegenteil, die Enten hatten heute ihren Spass. Die Schwäne auf dem Bild waren beschäftigt mit dem Abbrechen des Eises am Rand gegen den offenen Fluss. Sie stiegen flügelschlagend auf die Ränder und wirkten so richtig selbstzufrieden wenn das Eis brach. Sie liessen uns für einmal alle vier durchspazieren ohne jedes Fauchen. Die Wasservögel haben offensichtlich nicht kalt, haben wohl Frostschutzmittel in den Adern, währenddessen wir bis über die Ohren eingepackt unterwegs waren.

Im Hafen hat ein Bootsbewohner versucht das Eis um sein Boot herum mit dem Pickel aufzubrechen. Er liegt etwa 60 Meter von uns weg. Die Schläge auf das Eis hat sich so stark auf unser Boot übertragen, wir sind fast von den Stühlen gefallen vor Schreck, dermassen gedröhnt hat es.

Heute Abend hat sich der Himmel wieder überzogen und die nächtlichen Temperaturen sollen nicht mehr so tief fallen. Wir werden ruhiger schlafen können. Und ab morgen gehen die Temperaturen rapide rauf. Bis am Sonntag auf 13°C. Verrückte Welt!