Von Knien, Alleinsein und Brot

In letzter Zeit war ich etwas diskret in Bezug auf unser Wohlergehen und die Befindlichkeiten. Der langersehnte und ehrlich gesagt auch gefürchtete Termin der Knie-Operation ist schon vorbei und der Patient ist bereits daran, sich die alte Beweglichkeit wieder anzutrainieren. Die Fortschritte sind überraschend gut. Wir hoffen es bleibt so und geht weiterhin linear bergauf.

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Pyjama-Sonntag

Was haben wir das als Kinder geliebt: Pyjama-Sonntag. Sich nicht anziehen müssen, den ganzen Tag herum fläzen, nichts tun müssen, nicht mal einen Sonntags-Spaziergang (langweilig). Womöglich sogar, die Ultra-Version des Pyjama-Sonntags, nicht einmal die Zähne putzen! Heute würde man vielleicht schon angezeigt wegen Kindsvernachlässigung. Mütter und Väter, sagt mir das. Ich habe keine Ahnung da kinderlos.

Auf jeden Fall kam für uns damals ein Pyjama-Sonntag gleich nach Geburtstag oder Weihnacht in der Bedeutung. Es gab an einem solchen Tag einfach keine Regeln. Wir mussten nicht am Tisch essen, wir mussten nicht einmal zusammen essen, sondern wo und wann wir wollten. Wir legten Riesen-Puzzles auf dem Esstisch aus, bauten im Wohnzimmer Burgen, Höhlen oder was auch immer auf, je nachdem welche Bücher oder Filme gerade unsere Favoriten waren. Oder, in späteren Jahren, lagen auf dem Bett und lasen den ganzen lieben langen Tag ein spannendes Buch, das wegzulegen, und sei es auch nur für eine oder zwei Stunden ganz unmöglich war. Es war so richtig dekadent und machte riesigen Spass.

Heute, mieses Wetter, Graupelschauer, mittelgrauer Himmel, schien genau der richtige Tag, einen Pyjama-Sonntag einzuschalten. Ich habe gerade ein neues Buch zu lesen begonnen, das mich von der ersten Seite an gefangengenommen hatte. Allerdings ging es etwas zivilisierter zu bei uns heute und wir hatten immerhin gemeinsame Mahlzeiten. Auch das mit dem Pyjama wollte nicht so richtig klappen; die Hunde mussten raus, Pyjama hin, Sonntag her. Aber der Rest des Programms fand genauso statt wie in der Kindheit: auf dem Bett liegend lesen, lesen, lesen. Ab und zu frischen Kaffeen holen, und sofort zurück, wieder hingefläzt, Seite um Seite verschlungen. Ich habe sogar wieder einmal ein richtiges physisches Buch und kein eBuch. Ach tut das gut! Das völlige Abtauchen in eine Geschichte, das sich verlieren darin, Stunde um Stunde. Eigentlich viel schöner als ein Film, denn der ist nach spätestens zwei Stunden zu Ende. Ein Buch nicht, vor Allem nicht die Bücher welche ich gerne wähle. Viele Seiten sind ein wichtiges Kriterium! Das sagt zwar nichts über die Qualität eines Buches aus, aber ich gebe das offen zu; ein Buch unter – sagen wir 250 Seiten – hat keine Chance bei mir, es müssen so richtig dicke, endlose Bücher sein.

So, und jetzt muss ich leider hier Schluss machen; das Buch ist noch nicht zu Ende gelesen.

PS. Ich lese „The Tea Rose“ von Jennifer Donnelly. Immerhin 557 Seiten 😉

PS.PS. und doch, ich habe die Zähne geputzt.