Nass und noch nässer

Puh, das schlechte Wetter hat uns fest im Griff! Es regnet fast ohne Pause. Die Stimmung erinnert mich irgendwie an verregnete Campingferien in meiner Jugend. Mit der Ausnahme, dass wir rund um unsere Behausung keine Graben ziehen müssen! Aber sonst: überall hängen nasse Jacken zum Trocknen, feuchte Schuhe und Stiefel dampfen vor sich hin und die Hunde riechen – nun, nach Hund – zumindest bis sie wieder trocken sind. Weiterlesen „Nass und noch nässer“

Durchatmen

Uff, die hohen Temperaturen haben übers letzte Wochenende merklich nachgelassen! Am Samstag war es noch tropisch heiss und feucht, die Nacht auf Sonntag noch viel zu warm um ordentlich durchzuschlafen und am folgenden Morgen dann die (angekündigte) Überraschung: ein frischer, kühler Tag! Was bin ich froh, denn hier im Hafen gibt’s es für uns gar keinen Schatten. Das Boot auskühlen können wir einzig über Nacht und das ist mit nächtlichen Temperaturen von um die 20°C wirklich nicht einfach. Frühmorgens hatten wir drinnen stets noch tropische Bedingungen und das ist hoffentlich jetzt vorbei.

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Familie Feuerstein

Wir befinden uns hier zur Abwechslung mal nicht irgendwo auf dem Land, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, sondern an einer der Lebensadern dieses Städtchens. Bei dem herrschenden schönen und heissen Wetter, wo es bis in die späten Abendstunden warm genug ist um sich im T-Shirt draussen aufzuhalten, wird vor allem Abends die Uferpromenade gut genutzt. Die drei, vier Restaurants und Brasseries sind offen, die Menschen sitzen auf den Terrassen und wir hören das alles natürlich. Es ist eine Stimmung wie irgendwo am Mittelmeer; Leute lachen und reden, ein Motorrad knattert vorbei, Junge sind etwas übermütig und laut, Musik wummert hier und dort wird ein Kind gerufen, ein Hund bellt einen andern an. Wir sitzen an Bord und hören und schauen dem Ganzen zu. Die Saône plätschert neben uns, ab und zu hören wir einen Fisch springen, die Hunde schnarchen. Wie im Urlaub.

Ah, und da ist noch Familie Feuerstein. Auf den langen Quai-Stufen unterhalb der Mauer richten sie sich jeweils gemütlich ein. Normalerweise erscheinen sie so um Mittag, gerne zusammen mit noch anderen Familien. Von der Lautstärke her fühlen wir uns dann sogleich inmitten einer Badeanstalt. Die Kinder, es müssen an ein Dutzend sein zwischen 6 und 16 Jahren, schwimmen, springen und tauchen in der träge fliessenden und ganz sauberen Saône. Klar geht das alles nicht lautlos. Die Grossen halten sich im Schatten der Quaimauer und an einem Bier und schwatzen stundenlang oder hocken am Wasser und fischen. Gegen 19 Uhr dann wird der Grill aus dem Haus, gleich auf der anderen Seite der Strasse, geholt und die gefangenen Fische werden zum Abendessen gegrillt. Gestern Abend waren wir schon lange im Bett, da waren ihnen lustige Gesprächsthemen noch nicht ausgegangen und die Kiddies hatten immer noch ihren Spass!

Wie gesagt, das geht schon einige Tage so und wird haben uns entschieden, uns weder vom Geschrei der Kinder noch von den pausenlosen Diskussionen der Eltern nerven zu lassen. Geht ganz gut. Ausserdem, und das muss ich lobend erwähnen, räumen sie jeden Abend total gut auf; am folgenden Morgen ist alles weg, kein Krümelchen, kein Fetzen Papier, keine Aschespuren! Es sieht aus als wären sie nie da gewesen.

Eigentlich sind diese Familien – wir wissen nicht ob sie alle Urlaub haben oder arbeitslos sind – total in Ordnung. Die Kinder haben ihren Spass, auch ohne ein einziges Smartphone oder sonst ein Spielzeug, und die Erwachsenen ebenso. Sie hocken zusammen und tauschen sich aus, teilen sich die Flaschen und die Fische und haben es gut und lustig miteinander. Sie sind zwar laut, haben aber nie Streit, auch die Kinder nicht. An denen wird auch nicht ständig herum gezettelt. Sie sind einfach zusammen, geniessen es und haben’s schön. Eigentlich doch völlig ok, nicht!?