Hallo, bin zurück

auf meinem Blog. Wir hatten mehrtägigen Besuch auf der Escapade und da ist es schwierig, Beiträge zu schreiben und gleichzeitig für Freunde voll da zu sein.

Für die Wohnkabine, die zum Gästezimmer umfunktioniert wird wenn welche da sind, wurde kurz vor Ankunft unserer Freunde die neue Eingangstreppe geliefert. Ich bin mächtig stolz auf unsere neue Lösung. Über die ganze Breite der Schiebetüren befindet sich nun ein Korpus mit Deckelklappen, oder heisst es Klappendeckel. Egal, auf jeden Fall können wir da drin viel verstauen, das sonst irgendwie herumstehen würde. Insbesondere Schuhe und Stiefel. Davor haben wir eine Stufe, die uns erlaubt vom Heck her ein-und auszusteigen. Dieser Tritt ist in einer Holzschiene eingehängt, damit er sich nicht weg vom Korpus bewegt wenn wir draufstehen und gleichzeitig lässt er sich auf derselben Schiene auf der ganzen Breite nach rechts und links verschieben, je nachdem wo man gerade den Ausstieg möchte oder wo er Platz hat. Zudem hat der Korpus eine angenehme Sitzhöhe und bei vielen Gästen haben wie eine zusätzliche Sitzbank gleich beim Sofa. Die mobile Stufe wurde von unseren Gästen gleich als Nachttischchen eingeweiht. Sie fanden das super bequem!

Neue Lösung für den Heckeinstieg (siehe Text)
Neue Lösung für den Heckeinstieg

Nun ist es wieder still und ich glaube alle kennen das: man freut sich auf den Besuch, unternimmt und organisiert viel, hat Spass und geniesst es. Und wenn sie wieder abgereist sind realisiert man erst, wie man doch ständig unter einer gewissen Spannung war und fährt erst mal ein wenig runter! Das tue ich jetzt gerade 😉

Gestern konnten wir bei sehr schönem Wetter mit eindrücklichen Wolkenformationen doch noch eine Flussfahrt von 4-5 Stunden bieten; unsere Gäste haben sich sogar kurz in eine Siesta verabschiedet und fanden es genial bei offenen Schiebetüren bei leisem Wasserrauschen vom Heck, dem tiefen Brummen des Motors und leichten Wellenbewegungen den Mittagsschlaf zu halten. Ich bin jetzt nicht ganz sicher, welchen Teil sie schöner fanden, jenen an Deck mit einem Drink in der Hand oder den mit der Wiege-Siesta! Aber egal, schön wenn es der Besuch voll geniessen kann.

Es ist übrigens nicht selten, dass Mitfahrende in den ersten Tagen auf dem Wasser extrem herunterfahren und hie und da ein Nickerchen machen, auch wenn sie in der Nacht zuvor schon wohlig (durch)geschlafen haben. Wir sollten uns vielleicht spezialisieren auf Schlafkuren. Oft sagen uns Freunde nach 2, 3 Tagen sie hätten das Gefühl schon wochenlang in den Ferien zu sein und seien soooo entspannt wie schon lange nicht mehr. Wie entspannt sollten denn wir beide erst sein?

 

 

Eine etwas andere Art von Frühlingsstimmung!

Liebe Leute, morgen geht es los. Na ja, es geht lös-chen. Wir gehen auf Testfahrt. Richtig und definitiv ablegen tun wir erst nächste Woche. Vorher werden Boot und Motor bewusst strapaziert und wie schon beschrieben, wollen wir die häufigsten Manöver durchspielen, auf dass wir ohne uns anzuschreien die zukünftigen Fahrten geniessen können ;-).

Morgen soll die Sonne den ganzen Tag scheinen, der Wind wird sich auf 5 km/h beschränken, die Helfer sind organisiert und uns allen hier kribbelt es unter den Nägeln. Wir sind nicht die Einzigen, die unter Vorfreude „leiden“. Man spürt es regelrecht vibrieren hier auf den Pontons. Wir machen alle noch schnell ab auf ein Bierchen/Glas Wein oder um zusammen zu essen, denn alle haben das Gefühl dann mal „plötzlich weg zu sein“. So ähnlich muss die Stimmung bei Zugvögeln sein!

Die Boote werden also von vorne bis hinten geschrubbt,  Taue und Leinen auseinandergedröselt und säuberlich aufgehängt oder gecoilt (geschneckelt? Spiralförmig ausgelegt),Leinen ordentlichScheiben geputzt, Sonnendächer aufgezogen, die vom Winter zerfetzten Flaggen ersetzt, Mäste aufgezogen und, und, und. Plötzlich sind Boote,auf denen wir monatelang keine Menschenseele gesehen hat, wieder bevölkert. Ankömmlinge rumpeln auf den Pontons  mit Koffern und Taschen, Eingekauftem und allerlei Notwendigem für’s Boot und für unterwegs.

Wir hatten uns die Winterzeit auch vertrieben mit in Katalogen blättern oder scrollen. Kataloge die alles anbieten was eines Bootlers Herz begehrt. Das eine oder andere Bestellte ist eingetroffen und wird nun montiert, angeschraubt und getestet. Das Armaturenbrett beim Steuer ist komplett, selbst die seit Monaten nur halbmontierte Anzeige für die Batteriekontrolle ist nun plötzlich vollständig montiert! Unsere Fahrräder kriegen noch ihr Aufhängesystem, damit sie sicher sind auf grosser Fahrt und ich werde für meine Leinen noch grosse Haken an der Reling erhalten, damit ich sie aufhängen kann. Die 20 Meter langen Dinger sind mir nämlich zu schwer um sie ordentlich aufzuschiessen (schlingen und aufhängen).Leinen aufschiessenMeist lasse ich sie mehr oder weniger ordentlich an Deck liegen und das sind berüchtigte Stolperfallen. Auf einem Segler ginge das ja nun gar gar gar nicht!

Auf morgen bin ich aber vor allem gespannt wegen der Ausfahrt aus der Anlegebucht. Wie schon beschrieben müssen wir zu Beginn praktisch ausfädeln; es ist sehr, sehr eng! Auch deshalb haben wir so lange zugewartet. Wir hatten fast jeden Tag zum Teil sehr heftigen Wind. Den können wir nämlich absolut nicht gebrauchen und Petrus hat uns für morgen fast Windstille versprochen. Hoffentlich hält das.