Hallo? Hilfe, wir sind auf Grund gelaufen!

Nein, nicht wir selbst, touchons du bois, touch wood, tocca ferro, klopf auf Holz!

Aber noch jedes Mal wenn wir mit dem ehemaligen Besitzer am Boot arbeiten oder uns an seinem Ponton befinden, wie gerade jetzt, erhält er einen Notruf von einem aufgelaufenen Boot. Die Bootsverleiher haben sich regional organisiert und je nach dem wo genau ein Boot aufläuft oder sonst eine Panne hat, macht sich der auf die Socken, der sich am nächsten befindet um zu dépanner, „entpannen“. Ich find dieses französische Wort so treffend und finde kein Äquivalent in Deutsch. Man hat eine Panne und jemand kommt und entpannt einen. Das Wort gibt’s nicht auf deutsch, keine Frage, aber das ist doch eine absolut logische Wortkonstruktion. Oder etwa nicht?

Zurück zur Panne des Urlauberboots. Mein Mann geht gerne mit, um a) zu helfen, b) um etwas zu lernen und c) um den Kollegen nicht alleine gehen zu lassen. Und dieses Mal handelt es sich beim aufgelaufenen Boot um ein Mietboot mit sechs jungen Frauen an Bord! Aber das habe ich erst erfahren, als es schon „zu spät“ war, da waren die extralangen Leinen, das Dingi, die dicken Handschuhe und mein Mann schon an Bord der Lone Star und bereit zum Ablegen. Na ja, ich habe ihm dann kurzum vom Ponton aus noch sein Lieblingsdessert versprochen für heute Abend 😉

Leider kann ich jetzt von dieser Aktion nicht aus erster Hand berichten weil ich nicht dabei bin/war. Ich weiss theoretisch wie ein aufgelaufenes Boot befreit wird, aber es geht mir auch gar nicht so sehr um die Aktion selbst sondern ums Vermeiden. Bereits auf unserem allerersten Bootsurlaub haben wir so einen Fall live mitbekommen. Wir waren mit einer besseren Sardinenbüchse unterwegs, nichts Schnittiges. Vor unserer Nase stets der Streckenführer, in welchem wirklich jedes Hindernis, jede Brücke und auch alle Anlegemöglichkeiten und sonst Wichtiges oder Interessantes verzeichnet sind. Auf unserer gemächlichen Fahrt auf der Mayenne, im Westen Frankreichs, wurden wir von einer Bootsladung übermütiger junger Italiener in einem modernen Boot überholt. Viel Gejohle und Winken. Junges Gemüse eben. Wir zottelten hintendrein und sahen gerade noch wie sie am Ende einer grossen Flussschleife aufliefen. Tja, die Sandbank war eingezeichnet! Sie winkten wieder, diesmal etwas weniger enthusiastisch. Scusate ragazzi, dovete chiamare qualcun’altro per aiutarvi! Sorry Jungs, ihr müsst jemand anderen rufen um euch zu helfen. Wir hätten eh nicht gewusst, was zu tun gewesen wäre und – bei aller Hilfsbereitschaft – das war nicht unsere Aufgabe. Aber es war unangenehm, die Typen einfach da hängen zu lassen.

Hier auf der Saône gibt es in regelmässigen Abständen riesige Pfosten die den Fahrkanal bezeichnen. Wir sehen immer wieder Bootsführer, die offenbar Mühe haben sich den schiffbaren Kanal im Fluss bildlich vorzustellen. Sie fahren buchstäblich von einem Pfosten zum nächsten und schneiden in diesem Fall die Kurve wie auf einer Strasse. Die Saône hat sehr breite und flache Uferzonen, deshalb auch der Fahrkanal, der regelmässig wieder ausgebaggert wird. Klar, dass da die Gefahr besteht einer Biegung die nötige Tiefe nicht mehr zu haben und stecken zu bleiben.

Auflaufen ist keine Bagatelle. Ich habe schon Boote gesehen mit verbogenen Rudern, geknickten Schraubenblättern oder vom Rausziehen herausgerissenen Klampen. O-oh, das wird teuer! Es kann stets etwas Dummes passieren und manchmal hat man einfach Pech. Aber alle können wir viel selbst tun um Dummheiten zu verhindern. In den Führern steht wirklich fast alles drin, aber man muss sie LESEN und nicht einfach nur dabeihaben! Die meisten sind hier im Urlaub, ok, aber es ist doch ratsam Vernunft und Vorsicht walten zu lassen, eine Bootsfahrt ist keine Fahrt im Vergnügungspark.

Mal sehen was die beiden Männer heute Abend erzählen. Sie haben eine Fahrt von einer Stunde; der Pannenort befindet sich etwas 13 Kilometer südlich von hier bei Uchizy. Die jungen Frauen werden nach dem Freischleppen noch mindestens ein zusätzliches Problem haben: Es wird ziemlich spät werden bis sie wieder fahren können (falls das Boot noch fahrtüchtig ist) und bis dann haben sie auch noch in beide Richtungen rund eine Stunde um die nächsten Anlegeplätze zu erreichen. Da wird es weit nach 20 Uhr sein und um diese Zeit sind die Plätze oft schon besetzt und ausserdem wird es dann irgendwann mal dunkel. Mir wäre das zu stressig!

Also wenn überhaupt auflaufen, dann lieber Vormittags.

Auf dem Bild sieht man die Pfosten für die Fahrrinne (links grün-weiss, rechts rot-weiss) deutlich. Das auf Grund gelaufene Boot befindet sich eindeutig im flachen Uferbereich und lag auf Felsen!

Dumm gelaufen 1
Dumm gelaufen 1!

Dumm gelaufen! Das Boot befindet sich weit von der Fahrrinne entfernt
Dumm gelaufen 2!

 

PS. Es waren am Ende doch keine 6 junge Frauen, ich wurde veräppelt von den Beiden: es waren zwei bestandene Ehepaare 🙂 aber die Savarins au Rhum sind schon gemacht.

 

– fadegrad

Wir treffen oft, ich schwör!

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