Ik leer Nederlands

Im Sommer 2016, als frischgebackene Hausboot-Besitzer, waren wir ganz enthusiastisch daran herauszufinden, wo überall in Europa wir befahrbare Flüsse und Kanäle finden würden. Bis dahin kannten wir uns nur in Frankreich aus. Wir konnten zu jenem Zeitpunkt unser Hausboot noch nicht nutzen. Es war noch anderweitig vermietet und wir mussten uns gedulden bis wir es im Herbst definitiv übernehmen konnten. Also cruisten wir halt auf Karten und in Büchern. Eine gute Vorbereitung ist ja auch wichtig. 40’000 Kilometer befahrbare Wasserwege gibt es in Europa allein. Gut, das sollte uns eine Weile beschäftigen.

Schon damals war ziemlich klar, dass wir über kurz oder lang in den flämischen Teil Belgiens und in den Niederlanden unterwegs sein werden. Logische Folge: Ich habe mir eine Sprach-App heruntergeladen und lerne seither Holländisch. Genauer gesagt, habe ich ein volles Jahr durchgehalten und das ist für meine Person enorm. Es war ganz praktisch: stets am Morgen und am Abend, auf dem Arbeitsweg hatte ich bequem eine Dreiviertelstunde Zeit mich auf diesen Kurs zu konzentrieren. Kaum hatte ich meinen Platz im Schnellzug eingenommen, Stöpsel rein und holländern.

Es machte mir riesigen Spass; mit Verlaub, es IST eine lustige Sprache! Natürlich lernte ich im Zug stumm. Nachsprechen konnte ich mir nicht erlauben denn auch ich habe gewisse Hemmungen! Leider kam mir dann dieser angenehme Rhythmus abhanden. Im Oktober zogen wir aus unserem Haus aus, Mann direkt aufs Boot und ich noch für 2 Monate in ein Bed & Breakfast (weil ich noch 2 Monate zu arbeiten hatte) mit neu einem ganz kurzen Arbeitsweg. Die App blieb ungenutzt, selbst die wiederholten Einladungen der App doch bitte weiterzumachen ignorierte ich. Zu viel um die Ohren.

Abendstimmung im Sommer auf einem Platz in Brügge. Restaurant-Terrassen mit vielen Gästen unter weissen Sonnenschirmen, darüber die typischen dekorativen alten Häuser mit spitzen Giebeln.
Häuserzeile in Brügge

Heute habe ich den Faden wieder aufgenommen! Ich muss weitermachen, denn jetzt ist es klar, na ja, so ungefähr klar, welche Strecke wir fahren möchten sobald wir hier los können: vom Burgund via Paris und Nordostfrankreich nach Belgien bis an den Ärmelkanal. Vielleicht reicht es für ein Zipfelchen Holland, aber es bleibt wahrscheinlich beim nördlichen Teil von Belgien mit den Städten Brügge, Gent und Antwerpen. Da freue ich mich ganz besonders darauf, diese vom Wasser her zu erobern! Da wird bekanntlich Flämisch – ich weiss, ist nicht ganz identisch mit Holländisch, aber fast – gesprochen und ich möchte zumindest ein wenig quatschen können, auch wenn die Gespräche noch nicht in die Tiefe gehen werden. Aber ein Bier bestellen, mal fragen wo man den besten Fisch kauft, an welchem Tag Markttag ist usw. will ich schon. Ich finde das Lernen der holländischen Sprache ist gar nicht so schwierig. Aber das Reden und vor allem das Verstehen hat’s in sich. Ich gucke mir ab und zu etwas auf You Tube an. Puh, da muss ich mich aber sehr konzentrieren und verstehe trotzdem fast nur Bahnhof. Also, die Ärmel aufgekrempelt und noch etwas Gas geben. Im Spätsommer wird das Lern-Ergebnis getestet!

PS: Übrigens, die App heisst Duolingo und ich finde sie ganz cool aufgebaut.

Wer wagt, gewinnt

… und wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

So verkürzt würde ich es nicht unbedingt ausdrücken. Sagen wir mal so, wer nicht das Bedürfnis hat, einmal etwas zu wagen: Ist auch ok; für Alle die ist dieser Beitrag nichts.

An alle andern: WAGT ES! Wartet nicht zu. Wartet nicht auf bessere Zeiten, eine solidere finanzielle Lage, den besseren Partner, den besseren Job, bis die Kinder gross sind, was weiss ich. Wir haben nicht Alle 100 gesunde Jahre zur Verfügung; also los, Träume umsetzen.

Sofort, jetzt. Dann heute also! Heute starte ich mit der Suche nach der neuen Wohnung, dem neuen Job, organisiere ich mein Auslandjahr oder die Auswanderung, beende die beengende Beziehung. Ab heute sage ich was ich denke, höre ich auf mit den ewigen Einwänden, schaffe ich mir eine Auszeit, breche ich aus meinen Denk-und Verhaltensmuster aus. Ab heute lerne ich mein Wunschinstrument spielen. Heute fange ich an meine Selbstständigkeit zu planen … genau heute.

Ich kann mich da durchaus selber an der Nase nehmen (siehe Artikel gestern) und habe manchmal furchtbare „Hänger“. Ich verbleibe einfach in meiner Schlaufe und bin dann, ehrlich gesagt, gar nicht sooo unglücklich dabei. Es ist vorübergehend; das weiss ich aus Erfahrung. Meist geht es plötzlich einfach wieder los, ab, quer durch die Mitte und quasi wie von selbst. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, merke ich dann was ich da losgetreten habe. So fand ich mich jeweils in einem neuen Job, in einem neuen Land, und, und, und …. und jetzt eben auf einem Hausboot. Das ist aber meine ureigene Persönlichkeit, nicht jeder tickt so.

Als Gesellschaft sind wir sind leider alles Kinder einer Sicherheits- und Versicherungskultur. Aber totale Sicherheit gibt es nicht und ich finde, diese Kultur schränkt uns ungemein ein. Wir haben Angst vor dem eigenen Schatten bekommen. Klar kann etwas schief gehen, der tolle Job ist nicht das Erträumte, die neue Wohnung hat auch Defizite, die neue Stadt oder das neue Land verlangt einem Einiges ab, ohne Partner ist man allein (Überraschung!), das eigene Unternehmen legt nicht einen Senkrechtstart hin und das Buch, das man endlich geschrieben hat, ist nicht gerade ein Bestseller geworden.

Aber es bereichert uns! Wir haben dazu gelernt und uns selbst besser kennen gelernt. Wir haben uns durchgebissen und sind schon etwas stolz auf uns. Wir haben Unbekanntes und Unbekannte getroffen. Wir haben uns in eine andere Kultur eingelassen und uns lösen müssen von angelernten Denkschemata. Wir sehen die Welt von einer etwas anderen Perspektive. Wenn’s ganz ganz schlimm kommt, brechen wir die Übung ab, geben auf, buchstabieren zurück. Auch dazu braucht es Mut. Hey, sogar Misserfolge bringen uns weiter!

Die Wahrscheinlichkeit, dass es gut kommt, ist hingegen viel grösser. Wir machen tolle neue Erfahrungen, erleben unerhört Spannendes, lernen neue Menschen kennen. Die neue Wohnung, die neue Stadt, das neue Land ist einfach toll. Manchmal ist es ein wenig anstrengend, aber das gehört einfach dazu. Das neue Leben ist belebend, spannend und auch herausfordernd. Wir schlagen uns durch und sind mega stolz auf uns, lernen dazu und freuen uns, dass wir etwas gewagt und geschafft haben!

Wer’s nie wagt, verliert eben doch irgendwie.

An Alle, die es bereits gewagt haben: SUPER! Finde ich grossartig. Bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen.

 

Sonntagsarbeit

Wir haben’s irgendwie noch nicht so im Griff.

Manchmal habe ich das Gefühl etwas aus der Zeit gefallen zu sein. Aus einem früher strukturierten Leben bin ich im Land des „Irgendwie“  gelandet. Ich schlafe am Montag aus, mache am Dienstag rein gar nichts, feiere am Mittwoch, mache den Wocheneinkauf am Donnerstag, lasse den Freitag verstreichen, Samstag sehe ich den Wäscheberg und klemm mich in den Hintern, Sonntags (heute) stören mich die Hundehaare überall und ich zerre alles hervor um mal richtig sauber zu machen. Natürlich scheint dann auch die Wintersonne und leuchtet jedes Staubkörnchen an als wolle sie sagen: schau hier auch noch und da und da und da… Die Wochenenden sind mir abhanden gekommen!

Eigentlich wursteln wir ständig an irgend was rum. Wie schon erwähnt bin ich ein Nachtmensch und glücklicherweise Mann und Hunde auch, obwohl ich sie um Längen schlage!

Unser Hund Janusz, gähnend hin geflegelt in einen Sessel.
Januzs als Versinnbildlichung meiner eigenen Faulheit

Auch wenn wir erst spät aus den Betten rollen, bleibt der Tag lang und irgendwie auch produktiv, nur eben nicht strukturiert sondern ziemlich chaotisch. Aber diese Wochenend-Hektik ist schon seltsam. Wahrscheinlich habe ich es noch tief in mir, dass auf Montag alles erledigt sein muss, weil es sich sonst einfach um eine Woche verzögert und verschlimmert (Wäsche- und Hundehaar-Gebirge statt nur -Berge). Am Montag morgen fällt mir dann ein, dass ich nicht aufstehen muss, falle in den Ferien-Modus und schlafe genüsslich aus. Finde ich schön, wäre nur das kleine Teufelchen auf meiner Schulter nicht, das mir ständig ein schlechtes Gewissen einreden will!

Fazit: ich brauche wieder mehr Struktur. Vielleicht beginne ich gleich morgen früh damit. Nee, morgen fange ich erst mal mit der Planung der Struktur an, oder vielleicht nehme ich mir nächste Woche noch etwas frei und lasse den Entschluss erst mal auf mich einwirken?

Bordküche: Kürbis-Curry-Suppe

Wir sind ja immer noch in der Kürbissaison. Heute Abend haben wir Gäste und ich koche zur wärmenden Vorspeise wieder einmal eines meiner Lieblingsrezepte. Ich mag es, nicht ständig am Herd oder Ofen stehen zu müssen, wenn Gäste da sind, schliesslich will ich auch mitreden und Spass haben. Deshalb sind meistens die Speisegänge so ausgewählt, dass ich a) vieles vorkochen kann und b) die Küche möglichst aufgeräumt bleibt. Wir haben hier auf dem Hausboot beschränkten Platz und da sieht es sehr schnell sehr überstellt aus.

Für 4 Portionen:

  • 1 Schalotte, gehackt
  • 1-2 El. Olivenöl
  • 1 Karotte, geschält und gewürfelt
  • 1 mittlere Kartoffel, geschält und gewürfelt
  • 1 Apfel, saure Sorte, geschält und gewürfelt
  • 700-800 gr. Speisekürbis, geschält und in grobe Würfel geschnitten

zuerst die Schalotte im Öl anziehen und dann die Gemüsewürfel nach und nach zugeben und andünsten.

  • 1 – 1,5  El. Currypulver, mittlere Schärfe

zum Gemüse geben und mit dünsten.

  • 3 dl. Hühnerbrühe

damit ablöschen und das Ganze auf mittlerem Feuer kochen bis das Gemüse gut durch ist.kuerbiscurrysuppe2

Etwas abkühlen lassen. Dann mit dem Stabmixer sämig pürieren.

Ich schmecke sie jeweils gleich ab, so kann ich mich später auf anderes konzentrieren und muss die Suppe nur noch erwärmen. Also eventuell abschmecken mit

  • einem Spritzer hellem Modena-Essig (ich habe keinen hier an Bord, dafür einen ganz feinen Reisessig, das geht auch)
  • etwas mehr Brühe, falls die Suppe zu dick ist
  • Salz und Pfeffer nach Gusto

Später die Suppe wieder erwärmen und in Teller anrichten.

  • einen Klacks Crème fraîche und
  • etwas Kerbel (oder gehackter Petersilie)

darauf anrichten und sofort servieren.

Dazu passt frisches, knuspriges Baguette und durchaus ein kräftiger Rotwein!

 

 

Unsere Nachbarn I

Eigentlich wollte ich einen anderen Nachbarn vorstellen: den Kormoran. Aber der ist mir einfach zu schnell. Egal ob er daher fliegen kommt, ums Boot schwimmt und dann unvermittelt untertaucht um dort wieder mit einem grossen Fisch im Schnabel aufzutauchen, wo ich die Kamera eben grad nicht hingerichtet hatte. Auf den meisten Bildern sieht man einfach nur noch ein paar Wellen, im besten Fall einen verschwommenen Vogel oder – noch schlimmer – nur einen Teil davon. Frustrierend.

Daher die neugierigen Schwäne, aufgenommen im Hafenbecken. Die halten wenigstens still. Sie sind bereits ein wenig in Frühlingslaune, wir haben schon ein paar synchrone Bewegungsabläufe gesehen. Das erscheint mir gar früh, ist aber wohl dem sonnigen Wetter zu zuschreiben. Oder vielleicht spüren sie einen frühen Lenz? Hoffen wir es! Die Amseln habe ich schliesslich auch bereits gehört.

 

Unbekannter Gast heute

Für heute hatte ich eine Unbekannte zum Mittagessen eingeladen. Wir haben diese Frau vorher noch nie gesehen, nur kurz am Telefon gehört. Sie ist ein Kontakt von mir auf Facebook und dazu kam ich über eine FB-Gruppe die weltweit Frauen, die auf Booten leben, vereint. Zufällig lebt R. gar nicht so weit weg von uns auch auf einem Hausboot. Wettermässig war es in den letzten Wochen schwierig einen Termin zu finden und heute hat es geklappt und, wie gesagt, ich habe sie spontan zum Lunch eingeladen. Also so ziemlich das „unschweizerischste“ was man tun kann.

Es war absolut toll! Wir verstanden uns auf Anhieb. Zu dritt, Mann war auch dabei, haben wir stundenlang erzählt, gelacht und diskutiert. Wir haben gegessen, ein Bierchen dazu getrunken und uns bestens unterhalten. Trotz unserer verschiedenen Lebenswege, haben wir viele Ähnlichkeiten gefunden und konnten uns ein jeder in den anderen hinein versetzen. Es war sicher nicht das letzte Mal, dass wir uns getroffen haben und ihren Mann, der heute abwesend war, würde ich sehr gerne kennenlernen.

Jetzt frage ich mich

Diese Einladung war eigentlich mehr oder weniger ein Zufall, es traf sich einfach so. Obwohl ich kein Feind von impulsiven Entscheiden bin, unbekannte Menschen zu mir einzuladen ist jetzt auch für mich nicht Alltag. Jetzt frage ich mich nur eines: weshalb machen wir das nicht öfter? In unserem westlichen und vor allem im europäischen Kulturkreis ist es ja nicht üblich, Leute einfach einzuladen und zu verköstigen. Wovor haben wir eigentlich  –   ja was? Bedenken? Angst? Sind wir gestresst, weil wir nicht aufgeräumt haben, nicht extra eingekauft, kein Bier mehr haben, oder – bewahre – nicht geputzt? Gehen uns Gedanken durch den Kopf wie: ich kenne die ja gar nicht, Herr Jesses, wenn uns die Gesprächsthemen ausgehen, was dann? Und wenn die nicht gerne Fisch essen (Vegetarier sind, allergisch auf Eier….).

Ich habe etwas gelernt heute

Es hätte auch in die Hose gehen können, aber es war unheimlich bereichernd, lustig und sympathisch, schon fast seelenverwandt. Aber nehmen wir mal an, es wäre aus irgend einem Grund schief gelaufen, was wäre der Super-GAU? Wir hätten zusammen gegessen, ein wenig Small Talk gemacht, sie hätte sich wohl artig bedankt und verabschiedet. Und wir würden vielleicht nie wieder voneinander hören. Voilà tout. Keine Katastrophe also. Das reine Gegenteil ist aber eingetroffen, bingo!

Ich lade auf jeden Fall wieder Fremde ein, ich kann nur gewinnen!

Überschwemmung II (und die Lehre daraus)

Wir sind wiederum auf normalem Wasserstand. Die zweite Überschwemmung im Januar liegt hinter uns. Jetzt, wo alles vorbei ist und die Gemeindearbeiter auch bereits das Schwemmgut weggeräumt haben, wirkt es beinah unwirklich! Wir können wieder auf den normalen Wegen spazieren, und sagen uns: hier wäre uns das Wasser bis zur Oberkante Gummistiefel, hier bis zur Hüfte, hier bis 70 cm über den Kopf gekommen und können uns das kaum mehr vorstellen.

crue2
Normaler Wasserstand
Das Wasser steht auf der selben Säule jetzt auf plus 2 Meter 40!
plus 2,4 Meter über Normal

Dieses Mal ist das Wasser vor allem zu Beginn viel langsamer gesunken als vor 14 Tagen. Damals hatten viele Fische keine Zeit mehr ins Flussbett zurück zu kommen und blieben, falls sie nicht von jemandem gerettet wurden, auf den Wegen liegen. Viele Wildtiere wurden auf kleinen Inseln eingeschlossen oder ertranken und kleine Körper liegen überall herum. Unsere kleine Jägerin findet das faszinierend und würde stundenlang im Gestrüpp herum stöbern wenn wir sie denn liessen. Ich habe sie einmal aus einem überschwemmten Unterholz retten müssen und ein andermal konnte sie sich knapp selber befreien, als sie mit ihrem krausen Fell hängen blieb und kaum mehr vor -oder rückwärts konnte. Wie sie das im Wasser aushält ist mir ein Rätsel; glaubt mir, das Wasser ist a….kalt! Seitdem läuft sie vorübergehend an der Flexileine.

Der Hafen gesehen von ca. 30 Metern Höhe. Man sieht den überschwemmten Uferbereich, die Mole ist ganz verschwunden
Luftbild mit Drohne, bei Wasserstand von ca. plus 2 Meter

Für uns bestand zu keiner Zeit Gefahr; uns hebt es mit dem Hausboot und den Pontons (Schwimmstege) an. Und dann geht es den gleichen Weg wieder runter. Soweit, so gut. Aber: lieber im Winter als in der Saison. An Navigieren ist da gar nicht zu denken mit solchen Wassermassen. Ehrlich gesagt ist uns das Erlebte eine Lehre, denn wenn wir je an einem Quai, d.h. an einem festen Anlegeplatz, liegen würden und das Wasser steigt dermassen hoch und schnell, würden es uns über den Quai ziehen und unweigerlich sässen wir beim Absinken auf und kämen wohl nicht davon ohne Schaden. Wir haben es uns hinter die Ohren geschrieben: Wetterbericht und Detailinfos über Wasserstände genau studieren und es nicht draufankommen lassen!

 

Heimwerkertag

Das Chaos ist ausgebrochen

Ich kriege eine Steckdose für meine Küchenmaschine! Daher sieht es bei uns aktuell aus, als ob ein Orkan durch die Küche gefegt wäre. Ich, von Berufes wegen besser im Planen als im Umsetzen, bin dazu verdonnert in einem ganz kleinen Winkel des „carrés“ * auszuharren und mich still zu verhalten. In einem Boot wird es ob eines solchen Unternehmens gleich chaotisch und zwar überall. Ich habe keinen Schreibplatz mehr, der Schlafplatz der Hunde muss frei bleiben und sie müssen ins Exil (siehe Fotos). Viele Optionen gibt es auf einem Boot nicht; sie scheinen nicht sooo unglücklich mit den alternativen Plätzen. Der Einzige, der es aber wirklich unbequem hat ist mein Multipurpose-Ehemann-Captain-aufZeitElektriker, der sich auf dem Rücken und auf Knien zu schaffen macht.

Marie und ich

Meine Küchenmaschine und ich, wir lieben uns. Viel Luxus habe ich nicht aufs Hausboot mitgenommen. Aber nicht ohne meine gute, alte Kitchen Aid! Jetzt, wo ich endlich Zeit habe selbst Pasta herzustellen, Kuchen und Brot zu backen, feine Crêpes und selbstgemachtes Kartoffel-Puree aufzutischen! Ich bin froh, all die Halbfertig- und Fertigprodukte (die mir das Leben vorher zugegebenermassen erleichtert haben), in den Regalen stehen zu lassen und sie selber zu machen. So wissen wir was drin ist.

Bis jetzt habe ich den Strom für meine Marie und für den Reiskocher per Verlängerungskabel holen müssen. Das ist kompliziert und das herumliegende Kabel eine regelrechte Stolperfalle. Das Kabel verlief zudem noch auf den Stufen, die von der Wohnkabine in die Küche führen. Doppelte Gefahr. Und einen dummen Unfall können wir gar nicht gebrauchen!

Schön einen weiteren Punkt auf unserer To Do-Liste abhaken zu können. Kleine Freuden verschönern das Leben!

 

Wenn wir hier alles wieder montiert und aufgeräumt haben, fangen wie mit Nudeln machen an. Ich freue mich schon auf die Mehlschlacht.

* le carré: das ist der Hauptraum eines Boots. In unserem Fall Steuerhaus-Küche-Esszimmer. Keinen Schimmer, wie das auf deutsch heisst!?

Wild anlegen

Das erscheint euch wahrscheinlich banal, aber wir freuen uns riesig darüber, endlich eine Gangway zu haben. Unser Boot wurde uns ohne verkauft. Während unserer 14-tägigen Testfahrt hatten wir uns mit einem Holzbrett beholfen, was weder die Hunde noch wir ideal fanden. Holz wird, kaum ist es ein wenig feucht, sehr rutschig.

Kein Problem, dachten wir, kaufen wir eine. Ha! Das war gar nicht so einfach. Die Auswahl ist nicht gross, die meisten Gangways sind für Segelboote gemacht, zu schmal, zu wenig lang, zu schwer, faltbar, nicht hundegerecht oder schlicht zu teuer. Karbon-Gangways für 1600 €? Nein, danke.

Ganz Europa haben wir online-shop-mässig abgegrast. Fündig wurden wir in Italien: Gewicht, Länge, Breite, Material, Preis = top! Aber leider zur Zeit nicht vorrätig. Der Fisch ist an der Angel und jetzt wird der eingeholt, basta: Wir haben trotzdem bestellt und heute, nach monatelanger Wartezeit wurde sie geliefert! Hurra.

Wild anlegen ist ein Traum! Häfen sind ok und es braucht sie, um die Vorräte aufzutanken. Aber wild übernachten ist etwas ganz anderes. Während unserer diversen Kanalferien haben wir an Orten übernachtet, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Nur ein paar Rinder in der Nähe, die neugierig wissen wollen wer denn da ihre pastorale Idylle stört. Einmal gerieten wir an eine Pferdeweide, die Tiere kamen alle bis zum Ufer und beknabberten das Boots-Equipement um dann bei einer unbedachten Bewegung unsererseits furzend davon zu galoppieren.  An die Bieber-Familie mit ihren putzigen Babies, die wir einen lauen Sommerabend lang beobachten konnten, erinnere ich mich noch besonders gerne. An die Hornissen-Attacke bei Gray auf der Petite-Saône schon weniger.

Auf solche Abende freue ich mich. Aber eben, ohne Zugang zum Ufer wäre das nicht möglich, unsere Vierbeiner müssen sich auch mal versäubern und ein gemütliches Feuerchen am Ufer ist auch nicht zu verachten. Ach, wär doch nur schon Frühling, wir wären jetzt parat!

Ich bin keine Lerche

Folge von gestern „Ich bin eine Eule“:

Leider hat das Rezept des weiblichen, amerikanischen Gurus nicht funktioniert. Ich habe meinen fulminanten Start als Lerche zwar minutiös vorbereitet, nur gab es einen Fehlstart. Der Kaffee kam zu spät, was den Zeitplan durcheinander brachte und dann zählte ich zwar brav rückwärts von fünf zu eins und dann los, aber eben nicht auf Amerikanisch (kann ich sowieso eigentlich nicht, nur Englisch) sondern auf Deutsch. Ich Eule, äh, Esel!

Keep it alive

A look at life, achieving good physical and mental health and happiness

– fadegrad

Wir treffen oft, ich schwör!

AUSWANDERERBLOG

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Taufrisch war gestern

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