Bordküche: Cannelloni mit Lauch

Ich mag Cannelloni fast lieber als Lasagne. Eigentlich kommt es auf dasselbe heraus, nur finde ich, Cannelloni können besser serviert werden. Bei Lasagne flutschen die Schichten meist voneinander und das sieht in den Tellern unschön aus.

Überbackene Cannelloni mit dem, was heute der Kühlschrank hergibt:

Für eine Auflaufform von ca. 20/28 cm, für 2-3 Personen.

  • 12 Cannelloni-Röhren
  • 100 gr. Beinschinken, in Würfelchen
  • 100 gr. würziger Käse, in Würfelchen
  • 2 Lauchstangen, ganz klein geschnitten (der Länge nach in 4 oder 6 Teile und dann quer kleinschneiden)
  • 200 gr gehackte Tomaten aus der Dose
  • 120 gr. Nature-Joghurt
  • 1,5 dl Sahne
  • Salz und Pfeffer
  • geriebener Parmesan nach Belieben

Die Form mit etwas Olivenöl einpinseln. Die Cannelloni mit einem Teil der gehackten Schinken-Käse-Lauch – Mischung locker füllen. Nebeneinander in die Form legen. Den Rest der Mischung darüberstreuen. Dann die Tomaten mit der Flüssigkeit darübergeben. Salzen und pfeffern. Den Joghurt und die Sahne mischen und über die Canelloni verteilen. Im vorgeheizten Backofen bei knapp 200°C in der zweituntersten Rille 45 Minuten gratinieren. Dann mit dem geriebenen Parmesan bestreuen und 10 Minuten bei 230°C überbacken.

 

 

 

 

 

Überschwemmt!

Seit Tagen regnet es und es ist zu warm. Heute Nacht ging die Saône hier endgültig über die Ufer. Der Damm des Hafens ist überschwemmt und der Uferweg zum grossen Teil auch. Und das Wasser steigt immer noch sichtlich. Des einen Freud, des andern Leid!

Ein Teil der Boote ist nicht mehr zugänglich. Wer jetzt noch nicht zu den überflutungs-sicheren Pontons gewechselt hat, und Zugang zu seinem Boot möchte, hat Pech. Auf unserer Seite liegt der Zugang noch rund 1 1/2 Meter höher. Ich hoffe, soweit wird das Wasser nicht steigen.

 

Das Auto los und jetzt autolos

Bis Anfang Dezember hatten wir hier am Hafen noch ein Auto stehen, für alle Fälle. Viele, die hier auf einem Boot leben, haben noch ein Fahrzeug. Es war uns schon klar, spätestens wenn wir unser Vagabundenleben im zeitigen Frühling aufnehmen werden, ist es Zeit, sich vom Auto zu verabschieden.

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Nun ist uns aber unsere Kutsche zuvor gekommen und hat uns den Entscheid abgenommen. Der Motor war ganz plötzlich hin. Kein Alarmzeichen, kein Ton und kein Aufleuchten am Armaturenbrett! Bloss die Motorkühlung lief auf einmal auf Hochtouren und dies bei 0°C Aussentemperatur. Der Mann in der Werkstatt hob nur bedauernd die Schultern; nichts zu machen. Na super.

Unser Umsteigen auf Fahrräder hatten wir schon angedacht, nun kam das aber etwas gar plötzlich. Ein grosses Problem auf den Hausbooten ist immer, wohin mit den Rädern wenn sie nicht gebraucht werden. Meist sind sie schlicht im Weg, weil die Bootsbauer das Verstauen von Fahrrädern nicht einplanen. So kommt es, dass die Räder irgendwo hingestellt werden und ständig im Weg sind oder die gute Sicht behindern. Blaue Beulen an den Beinen, verhedderte Leinen oder kompliziertes Abladen der Räder und an Land stellen sind die Folge. Wir wollten das natürlich ganz perfekt machen und das Platzproblem lösen bevor wir die Räder kaufen.

Tja, das war ursprünglich sicher eine gute Idee. Nun waren wir überrumpelt und gar nicht vorbereitet, aber wir brauchten dringend eine Transportmöglichkeit für unsere Einkäufe. Hier in Auxonne haben wir unüblich weit zum Einkaufen. Also e-Bikes, sofort.

Normalerweise Onlinekunden, wollten wir diesmal in einem Fachgeschäft kaufen. In Dijon wurden wir fündig und da auch topp beraten! Nach ein paar Tagen wurden uns die Räder geliefert und seither sind wir ständig damit unterwegs. Wir kaufen ein, holen Brötchen, die Zeitung, und suchen alle möglichen Vorwände um mit ihnen eine Fahrt zu machen. Einfach toll. Dazu trägt auch unsere besondere Lage bei: wir befinden uns hier gleich am Uferweg, den sich Spaziergänger und Radfahrer friedlich teilen. Wir nehmen den, um dann auf der richtigen Stelle, zack, in die Stadt abzuzweigen und so umgehen wir weitgehend den Ortsverkehr. Einfach genial und sicher. Und mit unseren geräumigen Fahrradtaschen können wir ganz gut auch einen grösseren Einkauf tätigen, alles hat Platz. Trotz Regen und Wind habe ich ein Auto nicht eine Sekunde vermisst! Und für eine sichere und platzsparende Aufhängung der Räder am Heck haben wir auch schon eine gute Idee, muss nur noch umgesetzt werden.

Die Mississippi wandelt sich zur L’Escapade

Fortsetzung von Testfahrt und Entscheid!

Wir waren nun also stolze Besitzer eines Hausboots. Es sollten aber noch eineinhalb Jahre dauern bis wir definitiv darauf umziehen und unseren neuen Lebensentwurf umsetzen konnten. Noch arbeitete ich ja.

Bis im Herbst war sie noch im Dienst als Ferienboot und wir konnten nicht über sie verfügen. Im Oktober 2016 ging sie dann voll in unseren Besitz über und wurde gleich ausgewassert und in die Werft überführt für technische Überholung, diverse Umbauten und einen neuen Anstrich. Damals wussten wir noch nicht, dass Veränderungen an einem Boot viel komplexer sind und länger dauerten als bei einem Haus. Wir hatten ja noch keine Erfahrung diesbezüglich.

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Die Festungsmauern von Auxonne

Wir sind ja oft mit beiden Hunden unterwegs. Heute jedoch war ich alleine mit Janusz draussen. Merry musste zur Tierärztin und war mit meinem Mann. Wir haben festgestellt, dass es ganz gut ist, die beiden mal getrennt auszuführen; sie sind einzeln ganz anders. Der Meute-Effekt ist weg. Janusz ist ein absolut unkomplizierter Hund alleine, aber da Merry nicht will, dass er mit anderen Hunden Kontakt hat, geschweige denn mit ihnen spielt, befinden sich die beiden oft in so einem blöden Verhaltenskarussell das uns gar nicht gefällt. Heute also ich und Janusz ganz allein. Wir liessen uns Zeit und spazierten dem Fluss entlang, an den Vauban-Stadtbefestigungen entlang Richtung Schleuse. Zu zweit achet man ja viel weniger auf Details, man spaziert einfach an interessanten und schönen Dingen vorbei, vertieft in ein Gespräch oder konzentriert auf die Hunde. Heute habe ich, obwohl schon einige Male daran vorbei gegangen, realisiert, was für ein Riesenglück Auxonne doch hat, noch so viele ihrer historischen Bauwerke in so gutem Zustand zu haben. Die Stadt war einst mit ihrer Brücke über die Saône ein wichtiger Ort zwischen Dijon und Dole und wurde schon im Mittelalter mit Erdwällen und Dornbüschen befestigt. Später kam eben Vauban und hat die ganze Ummauerung erbaut. Viel davon ist noch da, sogar ein Teil der Burggräben. Seht doch selbst (und sorry für die zum Teil miesen Lichtverhältnisse):

 

Den Abend ausklingen lassen

Nach einem äusserst stürmischen Tag mit Spaziergängen bei garstigem Wetter sitzen wir vor unserem Kaminfeuer-Ersatz. Wir zwei Grossen bei einem Glas Wein, und die beiden Hunde schnarchend glücklich, warm und wieder trocken zu unseren Füssen. Ein idyllischer Tagesausklang der Körper und Seele gut tut. Solche Momente könnten ewig dauern!