Überschwemmt!

Seit Tagen regnet es und es ist zu warm. Heute Nacht ging die Saône hier endgültig über die Ufer. Der Damm des Hafens ist überschwemmt und der Uferweg zum grossen Teil auch. Und das Wasser steigt immer noch sichtlich. Des einen Freud, des andern Leid!

Ein Teil der Boote ist nicht mehr zugänglich. Wer jetzt noch nicht zu den überflutungs-sicheren Pontons gewechselt hat, und Zugang zu seinem Boot möchte, hat Pech. Auf unserer Seite liegt der Zugang noch rund 1 1/2 Meter höher. Ich hoffe, soweit wird das Wasser nicht steigen.

 

Das Auto los und jetzt autolos

Bis Anfang Dezember hatten wir hier am Hafen noch ein Auto stehen, für alle Fälle. Viele, die hier auf einem Boot leben, haben noch ein Fahrzeug. Es war uns schon klar, spätestens wenn wir unser Vagabundenleben im zeitigen Frühling aufnehmen werden, ist es Zeit, sich vom Auto zu verabschieden.

20171231_143529

 

Nun ist uns aber unsere Kutsche zuvor gekommen und hat uns den Entscheid abgenommen. Der Motor war ganz plötzlich hin. Kein Alarmzeichen, kein Ton und kein Aufleuchten am Armaturenbrett! Bloss die Motorkühlung lief auf einmal auf Hochtouren und dies bei 0°C Aussentemperatur. Der Mann in der Werkstatt hob nur bedauernd die Schultern; nichts zu machen. Na super.

Unser Umsteigen auf Fahrräder hatten wir schon angedacht, nun kam das aber etwas gar plötzlich. Ein grosses Problem auf den Hausbooten ist immer, wohin mit den Rädern wenn sie nicht gebraucht werden. Meist sind sie schlicht im Weg, weil die Bootsbauer das Verstauen von Fahrrädern nicht einplanen. So kommt es, dass die Räder irgendwo hingestellt werden und ständig im Weg sind oder die gute Sicht behindern. Blaue Beulen an den Beinen, verhedderte Leinen oder kompliziertes Abladen der Räder und an Land stellen sind die Folge. Wir wollten das natürlich ganz perfekt machen und das Platzproblem lösen bevor wir die Räder kaufen.

Tja, das war ursprünglich sicher eine gute Idee. Nun waren wir überrumpelt und gar nicht vorbereitet, aber wir brauchten dringend eine Transportmöglichkeit für unsere Einkäufe. Hier in Auxonne haben wir unüblich weit zum Einkaufen. Also e-Bikes, sofort.

Normalerweise Onlinekunden, wollten wir diesmal in einem Fachgeschäft kaufen. In Dijon wurden wir fündig und da auch topp beraten! Nach ein paar Tagen wurden uns die Räder geliefert und seither sind wir ständig damit unterwegs. Wir kaufen ein, holen Brötchen, die Zeitung, und suchen alle möglichen Vorwände um mit ihnen eine Fahrt zu machen. Einfach toll. Dazu trägt auch unsere besondere Lage bei: wir befinden uns hier gleich am Uferweg, den sich Spaziergänger und Radfahrer friedlich teilen. Wir nehmen den, um dann auf der richtigen Stelle, zack, in die Stadt abzuzweigen und so umgehen wir weitgehend den Ortsverkehr. Einfach genial und sicher. Und mit unseren geräumigen Fahrradtaschen können wir ganz gut auch einen grösseren Einkauf tätigen, alles hat Platz. Trotz Regen und Wind habe ich ein Auto nicht eine Sekunde vermisst! Und für eine sichere und platzsparende Aufhängung der Räder am Heck haben wir auch schon eine gute Idee, muss nur noch umgesetzt werden.

Die Mississippi wandelt sich zur L’Escapade

Fortsetzung von Testfahrt und Entscheid!

Wir waren nun also stolze Besitzer eines Hausboots. Es sollten aber noch eineinhalb Jahre dauern bis wir definitiv darauf umziehen und unseren neuen Lebensentwurf umsetzen konnten. Noch arbeitete ich ja.

Bis im Herbst war sie noch im Dienst als Ferienboot und wir konnten nicht über sie verfügen. Im Oktober 2016 ging sie dann voll in unseren Besitz über und wurde gleich ausgewassert und in die Werft überführt für technische Überholung, diverse Umbauten und einen neuen Anstrich. Damals wussten wir noch nicht, dass Veränderungen an einem Boot viel komplexer sind und länger dauerten als bei einem Haus. Wir hatten ja noch keine Erfahrung diesbezüglich.

Weiterlesen „Die Mississippi wandelt sich zur L’Escapade“

Die Festungsmauern von Auxonne

Wir sind ja oft mit beiden Hunden unterwegs. Heute jedoch war ich alleine mit Janusz draussen. Merry musste zur Tierärztin und war mit meinem Mann. Wir haben festgestellt, dass es ganz gut ist, die beiden mal getrennt auszuführen; sie sind einzeln ganz anders. Der Meute-Effekt ist weg. Janusz ist ein absolut unkomplizierter Hund alleine, aber da Merry nicht will, dass er mit anderen Hunden Kontakt hat, geschweige denn mit ihnen spielt, befinden sich die beiden oft in so einem blöden Verhaltenskarussell das uns gar nicht gefällt. Heute also ich und Janusz ganz allein. Wir liessen uns Zeit und spazierten dem Fluss entlang, an den Vauban-Stadtbefestigungen entlang Richtung Schleuse. Zu zweit achet man ja viel weniger auf Details, man spaziert einfach an interessanten und schönen Dingen vorbei, vertieft in ein Gespräch oder konzentriert auf die Hunde. Heute habe ich, obwohl schon einige Male daran vorbei gegangen, realisiert, was für ein Riesenglück Auxonne doch hat, noch so viele ihrer historischen Bauwerke in so gutem Zustand zu haben. Die Stadt war einst mit ihrer Brücke über die Saône ein wichtiger Ort zwischen Dijon und Dole und wurde schon im Mittelalter mit Erdwällen und Dornbüschen befestigt. Später kam eben Vauban und hat die ganze Ummauerung erbaut. Viel davon ist noch da, sogar ein Teil der Burggräben. Seht doch selbst (und sorry für die zum Teil miesen Lichtverhältnisse):

 

Den Abend ausklingen lassen

Nach einem äusserst stürmischen Tag mit Spaziergängen bei garstigem Wetter sitzen wir vor unserem Kaminfeuer-Ersatz. Wir zwei Grossen bei einem Glas Wein, und die beiden Hunde schnarchend glücklich, warm und wieder trocken zu unseren Füssen. Ein idyllischer Tagesausklang der Körper und Seele gut tut. Solche Momente könnten ewig dauern!

Testfahrt und Entscheid!

Fortsetzung von Es muss etwas ändern!
Da waren wir also. Das Boot in Empfang genommen, kurzer Lehrgang mit dem Vermieter absolviert (Vous comprenez? C’est facile! Alles klar, hoffentlich). Unsere ersten Test-Gäste sind da und es geht los. Von Tournus aus sollte es hinunter zur Seille gehen, hinauf bis Louhans, dann die Seille wieder stromabwärts via Tournus – Gäste abladen – und zu zweit nach St-Jean-de-Losne. St-Jean ist das Zentrum der Freizeit-Binnenschifffahrt in Frankreich und wir wollten die vielen dort zum Verkauf angebotenen Boote sehen. Dann einen neuen Gast an Bord nehmen, mit ihr stromaufwärts bis Mantoche und wieder zurück, in St-Jean Gast wieder an Land lassen und „heim“ nach Tournus. Ein Trip von zwei Wochen. Weiterlesen „Testfahrt und Entscheid!“

Bordküche: Quiche Lorraine

20171229_140057Ich liebe Quiche Lorraine, habe aber immer gedacht, diese sei sehr aufwändig zu machen und es deshalb nie versucht. Nun haben sich überraschend auf den Nachmittag Gäste angemeldet und ich wollte zu einem Glas Wein nicht nur Süsses anbieten, sondern auch etwas herzhaftes. Ich hatte alle Zutaten da für die Quiche und sie ist so einfach und schnell gebacken!

Es braucht dazu:

  • 1 rund ausgewallter Blätter-oder Mürbeteig, selbst gemacht oder gekauft, ca. 300 gr
  • 2 Handvoll geriebenen Käse, ich habe Comté (ähnlich Greyerzer) verwendet
  • 200 – 250 gr. leicht angebratene Speckwürfelchen
  • 2 – 2,5 dl Vollrahm
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer und Muskatnuss

eine runde Form mit dem Teig belegen, diesen ein paar mal einstechen und den abgeklappten Rand mit etwas Milch bestreichen. Den Käse und die etwas abgekühlten Speckwürfel auf dem Teig verteilen. Den Rahm mit den Eiern verquirlen, mit Salz, Muskatnuss und grosszügig Pfeffer würzen und darüber giessen. Sofort in den auf  220°C vorgeheizten Ofen, mittlere Rille, schieben. 30 Minuten Backzeit und noch warm servieren. C’est tout.

Mich an ein vorgegebenes Rezept zu halten, fällt mir schwer. Ich hatte im Kühlschrank da noch so ein paar Cherry-Tomaten, diese habe ich geviertelt und über die Füllung verteilt, dazu noch ein paar Kleckse meiner Petersilien-Pesto, die ich im Winter stets vorrätig habe. War überraschend lecker und dazu so einfach und schnell!

 

Ausmisten: Unterwegs zum leichten Leben

Mehr und mehr hatte ich in den letzten Jahren das Gefühl einen Klotz am Bein zu haben. Da liest man in Zeitschriften, Blogs und anderen Medien wie toll es doch ist, all den Ballast an Besitztümern loszuwerden. Natürlich gleich versehen mit Anleitungen, wie da zu verfahren wäre. Das hat dann den Anschein als sei die Entrümpelung eine Riesenparty und gaaanz einfach. Also ehrlich, die kennen uns nicht. Wir sind da ganz andere Kandidaten in diesem Wettbewerb der Reduktion! Weiterlesen „Ausmisten: Unterwegs zum leichten Leben“