Wir fangen bei uns selber an

Unser Leben an Bord wird immer nachhaltiger und das macht mich im wahrsten Sinn froh. Genau genommen macht es sogar riesigen Spass. Es ist gar nicht so kompliziert wie ich dachte! Hier unsere Erfahrungen nach etwa einem Jahr.

Wäsche: Dass ich unsere Wäsche mit Naturseife und Bicarbonat wasche habe ich ja schon mal beschrieben. Ich bleibe dabei; es klappt wunderbar, ist einfach und günstig. Weiterlesen „Wir fangen bei uns selber an“

Tschüss ‚Bad Hair Days‘

Vor einem halben Jahr und ein paar Tagen sagte ich dem klassischen Haar-Shampoo ade. Ich habe umgestellt auf Bicarbonat und Essig.

Bad Hair Days

Meine fast täglichen ‚Bad Hair Days‘ war ich Leid und wollte eine dauerhafte Lösung gegen schnell nachfettende Haare und nicht existentes Volumen. Weiterlesen „Tschüss ‚Bad Hair Days‘“

Eine neue Passion

Seit Wochen, was sag ich da, seit Monaten sammle ich Gläser. Gläser mit Deckeln in allen Grössen. Ich will langsam aber sicher meine Plastikbehälter Vergangenheit werden lassen. Weiterlesen „Eine neue Passion“

Ich hab‘ die Lösung gefunden!

Mir liegt viel daran, mit unserem Leben auf dem Wasser zu eben diesem Wasser Sorge zu tragen. Eines der grossen Probleme hier in Frankreich ist, genaue Informationen über die Qualität der Waschmittel zu erhalten. Wir haben zwar einen Schwarzwassertank, den wir auch 1 bis 2 mal im Jahr leeren. Der hat aber einen Überlauf und diese wässerige Flüssigkeit geht in die Gewässer. Genau dies ist der Punkt: Weiterlesen „Ich hab‘ die Lösung gefunden!“

Flexi…was?

Interessante Gesprächsthemen haben wir in letzter Zeit. Ich treffe Freunde und die erzählen mir, was sie alles nicht mehr fertig kaufen sondern selber machen, man weiss ja nie was da alles drin ist; respektive man weiss es, versteht es aber nicht. Man tauscht sich Rezepte aus für Granola, Konfitüre, Chutney, Brot, Pasta und, und, und. Dabei kommt oft noch die Weiterlesen „Flexi…was?“

No Poo: nach vier Wochen

Als ich vor gut vier Wochen spontan beschlossen habe, meine Haare fortan nicht mehr mit Shampoo zu waschen, hatte ich einfach genug vom ewigen Kampf gegen schnell hängende, kraftlose Haare. Alle 2 Tage waschen und trotzdem morgens aufstehen mit völlig aus der Form geratener Frisur;

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Joghurt made on board

In einem französischen Supermarkt vor einem Regal mit Joghurt zu stehen ist eine Qual. Es gibt viele Joghurtmarken, meist Nahrungsmittel-Giganten, viele  Sorten und x-verschiedene Verpackungsgrössen. Einzelne Joghurtbecher gibt es nicht. Die allermeisten Verpackungen sind sortengemischt und meinen Geschmack treffen sie meist nicht. Die Joghurtregale füllen ganze Supermarktgänge. Aus diesen Gründen und auch wegen dem Schwindel, der mich befällt wenn ich die Zutatenliste anschaue, haben wir begonnen griechischen Joghurt nature zu kaufen. Auch diesen gibt’s ausschliesslich von den Marktbeherrschern und in einer Packung zu vier Becher. Wenigstens hat es da ausser Milchprodukte (Milch, Sahne, Milchpulver) und die Joghurtbakterien nichts anderes drin.

Mann kaufte für sein Müesli noch eine Zeitlang die aromatisierten 125 gr. Portionen, schlussendlich stieg auch er auf Nature-Joghurt nach griechischem Rezept um. Wir mischen uns selber Früchte, Kompott oder Honig rein. Ich finde das viel schmackhafter und ….  man wird sich so bewusst wieviel Zucker, Aromen und Farbstoff es braucht um die Süsse, den Geschmack und die Farbe der gekauften Joghurts zu erreichen! Endlich ist mir damit auch klar, weshalb die Produzenten diese extrem gesüssten Joghurts mit Säuerungsmittel wieder zurück säuern müssen. Sie wären ungeniessbar süss. Eindrücklich.

Vom gekauften griechischen Joghurt war es nun nur noch ein kleiner Schritt zum Selbermachen: Wir sind seit Kurzem stolze Kleinstproduzenten von Joghurt! Zwar sind wir noch in der Phase des Ausprobierens und Herausfindens wie wir die Konsistenz unserer Joghurts gerne hätten. Aber schon jetzt kann ich sagen: sie schmecken, und wie! Dabei ist es so einfach, diese herzustellen. Grundsätzlich 1 Liter Vollmilch und ein  Joghurt der vorherigen Produktion, 40°C während mindestens 8 Stunden. Voilà les yaourts faits maison!

Hier wird gerade Joghurt ausgebrütet
Hier wird gerade Joghurt ausgebrütet

Natürlich kann am Grundrezept noch herum gebastelt werden. Ich gebe etwas Sahne hinzu; man kann auch Milchpulver für etwas dickeren Joghurt zugeben, oder die Brutdauer erhöhen, oder direkt frische Früchte, Kompott, Konfitüre usw. auf den Glasboden geben bevor die Milchmischung zugefügt wird. Das werden wir in den nächsten Wochen alles durchprobieren!

Der Abfallberg wiederum ist um ein paar Becher kleiner. Die mit dem Gerät mitgelieferten Glasbehälter sind mir sympathischer und endlos wieder verwendbar. Perfekt und nachhaltiger als Becher aus irgend einem Kunststoffgemisch, die in jedem Hafen anders entsorgt werden müssen.

Mit der gekauften Maschine (also eigentlich ist es ein Brutgerät, weiter ist da ja nichts dabei) kann ich sogar Frischkäse herstellen, ich brauch nur noch Lab zu finden. Hätte ich einen Keller, stände einer eigenen, kleinen Käseproduktion nichts im Wege!

 

Selbstversuch: No Poo

Mein Haar ist extrem fein, zum Glück habe ich viel davon. Trotzdem, seit ich denken kann, habe ich nie wirklich die richtige Haarpflege gefunden. Ein neues Shampoo? Super für drei Haarwäschen und dann funktionierts nicht mehr. Es macht schlapp, ist strohig oder pappig. Ob teuer oder billig, konventionell oder bio / Naturprodukt, vom Frisör oder aus dem Supermarkt, egal mit welchen tollen Ingredienzen, das Resultat ist stets dasselbe: nach spätestens 10 Tagen bin ich mit dem Produkt unzufrieden und so stapeln sich die Shampoo-Flaschen im Bad – natürlich alle aus Plastik – , weil ich sie alle abwechselnd benutze. Ich kann noch fast volle Flaschen ja nicht einfach in den Müll geben.

Jetzt, auf dem Boot, bin ich in Bezug auf Einkauf ziemlich eingeschränkt. Meist haben wir keine grosse Wahlmöglichkeit; einfach im örtlichen Supermarkt. Ich möchte gerne auf die Umweltverträglichkeit achten, schliesslich geht der Überlauf des Schwarzwassertanks in den Kanal oder Fluss. In Frankreich sind die Umweltdeklarationen auf den Verpackungen aber noch in den Kinderschuhen. Ob Waschmittel oder eben Shampoo, ich habe keine Ahnung was ich da womöglich ins Wasser lasse. Putzmittel machen mir keine Sorgen, da bin ich schon vor Jahren auf Schmierseife und Essig umgestiegen. Ausserdem tuts meistens reines Wasser.

Nun also das Shampoo-Problem: Auf dem Hausboot haben wir nur ein kleines Badezimmer und Stauraum ist knapp. Deshalb bin ich schon lange weg von den ach so tollen Shampoos und auf Babyshampoo umgestiegen (und gucke mich halt einfach nicht an im Spiegel). Heute war wieder „Waschtag“, und meine Babyshampoo-Flasche war leer. Spontan habe ich beschlossen, komplett aufzuhören mit Shampoos: No poo, ab sofort! Ich habe das schon mal gemacht, und ich hatte, nach ein paar Anfangsschwierigkeiten, herrlich griffige und viel vollere Haare. Keine Ahnung, weshalb ich doch wieder zum schamponieren zurückgekehrt bin. Aber ich erinnere mich, dass die Coiffeuse die Haare nicht gerne trocken schnitt, und resolut zur Shampooflasche griff. Was das Ganze natürlich in Frage stellt; der Sinn der Sache ist doch, dass sich der Haarboden dahingehend normalisiert, dass eine eigentliche Haarwäsche nicht mehr nötig wäre, sondern bloss noch ein Ausspülen des Umweltschmutzes!

Heute früh mixte ich mir also wieder mein Haarreinigungsmittel selbst: Soda-Bicarbonat und Wasser (1 El. auf eine Tasse heissem Wasser) zum Waschen und Essigspülung (2 El. Essig auf eine Tasse Wasser). Zum parfümieren gabs ein, zwei Tropfen Teebaumöl in die Reinigungsflüssigkeit und 2 Tropfen Citronella-Essenz in die Spülung, der Essiggeruch ist ja nicht sehr erbaulich (obwohl er total verfliegt, sobald die Haare trocken sind).

Das Waschen ist gewöhnungsbedürftig da es nicht schäumt. Auch die Spülung ist natürlich nicht cremig. Das in Form föhnen jedoch geht easy, keine Knoten, kein Ziepen. Das Haar lässt sich gut in Form bringen. Seit meinem letzten Haarschnitt liegen zwar auch schon wieder viele Wochen und der Schnitt war nicht gerade der Beste je. Aber das Haar fällt luftig und duftet leicht zitronig. Ich bin ganz zufrieden. Mal sehen ob ich die Intervalle zwischen den Haarwäschen, die ich mit klassischen Shampoos mit Ach und Krach auf 2, 3 Tage ausdehnen konnte, weiter verlängern kann.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Wie mein Haar reagiert, wie lange es frisch bleibt ohne nachzufetten, wie es sitzt und sich frisieren lässt. Ob Flop oder Top, dazu gibt’s noch mindestens einen Beitrag!