Tschüss ‚Bad Hair Days‘

Vor einem halben Jahr und ein paar Tagen sagte ich dem klassischen Haar-Shampoo ade. Ich habe umgestellt auf Bicarbonat und Essig.

Bad Hair Days

Meine fast täglichen ‚Bad Hair Days‘ war ich Leid und wollte eine dauerhafte Lösung gegen schnell nachfettende Haare und nicht existentes Volumen. Weiterlesen „Tschüss ‚Bad Hair Days‘“

No Poo: nach vier Wochen

Als ich vor gut vier Wochen spontan beschlossen habe, meine Haare fortan nicht mehr mit Shampoo zu waschen, hatte ich einfach genug vom ewigen Kampf gegen schnell hängende, kraftlose Haare. Alle 2 Tage waschen und trotzdem morgens aufstehen mit völlig aus der Form geratener Frisur;

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No Poo – 1. Woche

 

Folge von

Tag 1, Samstag, Haare waschen, aber ohne Shampoo Selbstversuch: No Poo

Tag 2, Sonntag

Ich habe offenbar auf einer Nackenrolle geschlafen ohne es zu merken. Meine Haare sind am Morgen schon frisiert. Einmal mit der Bürste durch und fertig. Normalerweise sind sie morgens auf einer Seite platt und auf der anderen Seite stehen sie ab wie eine Bürste. Gestern Abend verwendete ich sogar Haarspray, weil ich dem neuen Frieden nicht traute und wir im Restaurant essen gingen. Normalerweise muss ich dann aber am folgenden Tag die Haare waschen. Heute nicht. Angenehme Überraschung.

Tag 3, Montag

Die Haare sind etwas müder, lassen sich jedoch immer noch durch bürsten schön aufplustern. Normalerweise würde ich sie heute waschen. Ich warte zu.

Tag 4, Dienstag

Waschen oder nicht waschen? Mit Waschen meine ich natürlich nicht Shampoo! Entscheide mich für etwas Talkumpuder – normales Trockenshampoo mag ich nicht – an den Ansatz mit anschliessendem Durchbürsten. Ist ok, ich kann so unter die Leute gehen. Nochmals einen Tag zuwarten.

Tag 5, Mittwoch

Es ist soweit: Haare waschen. Die Mischung mit dem Soda-Bicarbonat hatte ich Samstags in einer Halbliter-Flasche vorgemischt damit ich nicht bei jeder Haarwäsche mit Esslöffel und Messbecher hantieren muss. Ich brauchte sie nur noch zu schütteln und davon ca. 1 dl in ein separates Gefäss umzuschütten. So ist die Verteilung auf dem nassen Haar einfacher. Mit dem Essigwasser verfahre ich gleich. Als Essig habe ich keinen (empfohlenen) Apfelessig; mit dem vorrätigen weissem Modena-Essig geht es aber auch. Mit dem Ergebnis bin ich wiederum sehr zufrieden. Allerdings musste ich meine Ohren nachsäubern, sie fühlten sich ganz salzig an. Also daran denken, die Ohren ebenfalls gut spülen!

2. Haarwäsche mit Soda-Bicarbonat. Saubere und locker fallende Haare

 

Heute Mittag habe ich den Termin zum Haare schneiden. Zum Leben auf einem Boot gehört es, dass ich leider keine Lieblingsfriseuse haben kann. Ich bin meist an einem neuen Ort wenn es Zeit ist für’s Nachschneiden. Der Besuch eines Frisörsalons ist demnach fast jedes Mal für eine Überraschung gut – in beide Richtungen, positiv und negativ! Mal sehen.

Tag 6, Donnerstag

Hab den Frisörbesuch überlebt und bin sogar zufrieden! Nicht selbstverständlich bei mir. Die Coiffeuse entsprach meinem Wunsch und schnitt die Haare trocken und ohne zu plappern wie ein Wasserfall. Jetzt hab ich wieder für zwei Monate Ruhe. Noch nie im Leben hab’ich so wenig bezahlt für einen Salonbesuch: 12 Euro!

Tag 7, Freitag

Gestern auf der Bootsfahrt wurden meine Haare arg durchgestrubbelt. Trotzdem hatte ich am Abend immer noch eine Frisur! Heute früh auch. Das ist was ganz neues! Keine Haarwäsche nötig. Wow.

Um Euch nicht gar zu fest langweilen mit dem Thema, gebe ich erst in einem Monat ein neues Feedback (ausser ich breche das Experiment ab!). Direkte Fragen beantworte ich jedoch jederzeit gerne!

♥♥♥♥

Da einige Leserinnen Fragen auf dem Blog oder direkt gestellt hatten, hier noch genauere Angaben:

Soda-Bicarbonat

Es gibt einiges an Verwirrungen wegen dem Soda Bicarbonat: Ich musste selbst auch nachforschen. Hier kaufe ich es unter Bicarbonate de Sodium, auf Englisch heisst es Bicarbonate of Soda und offenbar ist es dasselbe wie Natron oder Backpulver. Sicherheitshalber kaufe ich es nicht in der Backabteilung sondern in der Apotheke, da ist es garantiert rein und hat nicht noch irgendwelche Zusätze. Mit diesem Produkt kann man Putzen, Zähne reinigen und vieles mehr. Mein Mann putzt seine Zähne 2 mal wöchentlich damit, nach einem Rezept seines Zahnarztes. Hier im Blog, und von mir getestet, geht es jedoch einzig um die Haarpflege.

Hier nochmals das Rezept

nach dem ich meine Mischungen für das Waschen und Spülen der Haare herstelle:

Haarwäsche: 1 gehäufter Esslöffel Soda-Bicarbonat auf 2 dl Wasser

Am Besten eine etwas grössere Menge herstellen und in ein Behältnis füllen. Ich benutze heisses Leitungswasser damit sich das Pulver besser auflöst. Die Mischung kann mit ein paar Tropfen essenziellen Öls parfümiert werden. Für eine Haarwäsche reicht mir ½ dl (im Titelbild die kleinen Fläschchen) auf die angefeuchteten, mittellangen Haare. Die Mischung auf den Haarboden geben. Diesen etwa eine Minute lang damit massieren und dann gründlich ausspülen. Die Haare werden so automatisch mitgereinigt. Ausdrücken, nicht rubbeln.

Haarspülung:  1-2 Esslöffel Essig (Apfelessig) auf 2 dl Wasser

Auch hier mische ich auf Vorrat und gebe etwas essenzielles Öl für einen feinen Duft hinzu (der Essiggeruch verschwindet spätestens beim Trocknen der Haare!) Auch hier reicht mir ½ dl. Die Spülung auf den Haarboden und die noch feuchten Haare verteilen, kurz massieren und anschliessend mit klarem, nicht zu heissem Wasser ausspülen. Gut ausdrücken. Diese Spülung kann auch nach einer Haarwäsche mit normalem Shampoo angewendet werden.

Selbstversuch: No Poo

Mein Haar ist extrem fein, zum Glück habe ich viel davon. Trotzdem, seit ich denken kann, habe ich nie wirklich die richtige Haarpflege gefunden. Ein neues Shampoo? Super für drei Haarwäschen und dann funktionierts nicht mehr. Es macht schlapp, ist strohig oder pappig. Ob teuer oder billig, konventionell oder bio / Naturprodukt, vom Frisör oder aus dem Supermarkt, egal mit welchen tollen Ingredienzen, das Resultat ist stets dasselbe: nach spätestens 10 Tagen bin ich mit dem Produkt unzufrieden und so stapeln sich die Shampoo-Flaschen im Bad – natürlich alle aus Plastik – , weil ich sie alle abwechselnd benutze. Ich kann noch fast volle Flaschen ja nicht einfach in den Müll geben.

Jetzt, auf dem Boot, bin ich in Bezug auf Einkauf ziemlich eingeschränkt. Meist haben wir keine grosse Wahlmöglichkeit; einfach im örtlichen Supermarkt. Ich möchte gerne auf die Umweltverträglichkeit achten, schliesslich geht der Überlauf des Schwarzwassertanks in den Kanal oder Fluss. In Frankreich sind die Umweltdeklarationen auf den Verpackungen aber noch in den Kinderschuhen. Ob Waschmittel oder eben Shampoo, ich habe keine Ahnung was ich da womöglich ins Wasser lasse. Putzmittel machen mir keine Sorgen, da bin ich schon vor Jahren auf Schmierseife und Essig umgestiegen. Ausserdem tuts meistens reines Wasser.

Nun also das Shampoo-Problem: Auf dem Hausboot haben wir nur ein kleines Badezimmer und Stauraum ist knapp. Deshalb bin ich schon lange weg von den ach so tollen Shampoos und auf Babyshampoo umgestiegen (und gucke mich halt einfach nicht an im Spiegel). Heute war wieder „Waschtag“, und meine Babyshampoo-Flasche war leer. Spontan habe ich beschlossen, komplett aufzuhören mit Shampoos: No poo, ab sofort! Ich habe das schon mal gemacht, und ich hatte, nach ein paar Anfangsschwierigkeiten, herrlich griffige und viel vollere Haare. Keine Ahnung, weshalb ich doch wieder zum schamponieren zurückgekehrt bin. Aber ich erinnere mich, dass die Coiffeuse die Haare nicht gerne trocken schnitt, und resolut zur Shampooflasche griff. Was das Ganze natürlich in Frage stellt; der Sinn der Sache ist doch, dass sich der Haarboden dahingehend normalisiert, dass eine eigentliche Haarwäsche nicht mehr nötig wäre, sondern bloss noch ein Ausspülen des Umweltschmutzes!

Heute früh mixte ich mir also wieder mein Haarreinigungsmittel selbst: Soda-Bicarbonat und Wasser (1 El. auf eine Tasse heissem Wasser) zum Waschen und Essigspülung (2 El. Essig auf eine Tasse Wasser). Zum parfümieren gabs ein, zwei Tropfen Teebaumöl in die Reinigungsflüssigkeit und 2 Tropfen Citronella-Essenz in die Spülung, der Essiggeruch ist ja nicht sehr erbaulich (obwohl er total verfliegt, sobald die Haare trocken sind).

Das Waschen ist gewöhnungsbedürftig da es nicht schäumt. Auch die Spülung ist natürlich nicht cremig. Das in Form föhnen jedoch geht easy, keine Knoten, kein Ziepen. Das Haar lässt sich gut in Form bringen. Seit meinem letzten Haarschnitt liegen zwar auch schon wieder viele Wochen und der Schnitt war nicht gerade der Beste je. Aber das Haar fällt luftig und duftet leicht zitronig. Ich bin ganz zufrieden. Mal sehen ob ich die Intervalle zwischen den Haarwäschen, die ich mit klassischen Shampoos mit Ach und Krach auf 2, 3 Tage ausdehnen konnte, weiter verlängern kann.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Wie mein Haar reagiert, wie lange es frisch bleibt ohne nachzufetten, wie es sitzt und sich frisieren lässt. Ob Flop oder Top, dazu gibt’s noch mindestens einen Beitrag!

 

– fadegrad

Wir treffen oft, ich schwör!

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