Daneben geraten

Heute Samstag, Tag 5, Lust auf Süsses! Das ist bei mir sehr selten, wahrscheinlich hilft unser confinement, der staatlich verordnete Hausarrest, da mit. Da liegen noch ein paar Äpfel herum, wir haben Mandeln, Haferflocken, Rohzucker und Agavensaft. Ein Apfelkuchen liegt da nah! Da ich mich selten an irgend ein Rezept halten kann, sondern gerne nach Lust und Laune abändere bis das ursprüngliche Rezept nicht mehr erkennbar ist, konnte ich es auch heute nicht lassen.

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Etwas schnippeln plus 1 Nacht

Als sich letzten Sommer wieder einmal Besuch ansagte und wir gefragt wurden, was uns denn aus der Heimat mitgebracht werden könnte, wollte mir fast nichts einfallen. Zu Beginn hier, gleich nach unserem Umzug nach Frankreich, da wären mir aus dem Stegreif eine ganze Liste von Produkten eingefallen, die ich vermisste. Noch hatte ich mich noch nicht so richtig umgestellt, kannte mich zuwenig aus und vor allem zum Kochen fehlten mir kleine Dies und Das. Gewöhnungssache.

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Von Knien, Alleinsein und Brot

In letzter Zeit war ich etwas diskret in Bezug auf unser Wohlergehen und die Befindlichkeiten. Der langersehnte und ehrlich gesagt auch gefürchtete Termin der Knie-Operation ist schon vorbei und der Patient ist bereits daran, sich die alte Beweglichkeit wieder anzutrainieren. Die Fortschritte sind überraschend gut. Wir hoffen es bleibt so und geht weiterhin linear bergauf.

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Sommergerichte für Faulpelze

Also genau richtig für mich! Ich bin Meisterin in der Bschiiss-Chuchi, zu gut Deutsch etwa „Betrügerische Küche“; Gerichte, die einiges hermachen und toll schmecken, aber im Wesentlichen recht simpel sind. Vor allem im Sommer kommt das sehr gelegen. Aktuell ist es stets um die 30°C warm und lange in der Küche herumstehen ist ein Qual, denn auch da wird es den Tag über und bis tief in die Nacht, trotz Beschattung und Durchzug, ziemlich warm. Da mag ich es gern, wenn ein Gericht sich selber kocht! Weiterlesen „Sommergerichte für Faulpelze“

Eine neue Passion

Seit Wochen, was sag ich da, seit Monaten sammle ich Gläser. Gläser mit Deckeln in allen Grössen. Ich will langsam aber sicher meine Plastikbehälter Vergangenheit werden lassen. Weiterlesen „Eine neue Passion“

Risotto-Offenbarung unterwegs

Heute hatten wir einen Risotto zu Abend, diesmal mit getrockneten Tomaten aromatisiert. Risotto ist bei uns sozusagen ein Longseller. Er kann immer wieder variiert werden und braucht nie gleich zu sein. Meine Mutter machte tolle Risotti, von ihr habe ich gelernt zu kochen. Aber, ein paar der ultimativen Tricks habe ich aus einer Radiosendung. Und an diese habe ich heute Abend wieder denken müssen. Weiterlesen „Risotto-Offenbarung unterwegs“

Joghurt made on board

In einem französischen Supermarkt vor einem Regal mit Joghurt zu stehen ist eine Qual. Es gibt viele Joghurtmarken, meist Nahrungsmittel-Giganten, viele  Sorten und x-verschiedene Verpackungsgrössen. Einzelne Joghurtbecher gibt es nicht. Die allermeisten Verpackungen sind sortengemischt und meinen Geschmack treffen sie meist nicht. Die Joghurtregale füllen ganze Supermarktgänge. Aus diesen Gründen und auch wegen dem Schwindel, der mich befällt wenn ich die Zutatenliste anschaue, haben wir begonnen griechischen Joghurt nature zu kaufen. Auch diesen gibt’s ausschliesslich von den Marktbeherrschern und in einer Packung zu vier Becher. Wenigstens hat es da ausser Milchprodukte (Milch, Sahne, Milchpulver) und die Joghurtbakterien nichts anderes drin.

Mann kaufte für sein Müesli noch eine Zeitlang die aromatisierten 125 gr. Portionen, schlussendlich stieg auch er auf Nature-Joghurt nach griechischem Rezept um. Wir mischen uns selber Früchte, Kompott oder Honig rein. Ich finde das viel schmackhafter und ….  man wird sich so bewusst wieviel Zucker, Aromen und Farbstoff es braucht um die Süsse, den Geschmack und die Farbe der gekauften Joghurts zu erreichen! Endlich ist mir damit auch klar, weshalb die Produzenten diese extrem gesüssten Joghurts mit Säuerungsmittel wieder zurück säuern müssen. Sie wären ungeniessbar süss. Eindrücklich.

Vom gekauften griechischen Joghurt war es nun nur noch ein kleiner Schritt zum Selbermachen: Wir sind seit Kurzem stolze Kleinstproduzenten von Joghurt! Zwar sind wir noch in der Phase des Ausprobierens und Herausfindens wie wir die Konsistenz unserer Joghurts gerne hätten. Aber schon jetzt kann ich sagen: sie schmecken, und wie! Dabei ist es so einfach, diese herzustellen. Grundsätzlich 1 Liter Vollmilch und ein  Joghurt der vorherigen Produktion, 40°C während mindestens 8 Stunden. Voilà les yaourts faits maison!

Hier wird gerade Joghurt ausgebrütet
Hier wird gerade Joghurt ausgebrütet

Natürlich kann am Grundrezept noch herum gebastelt werden. Ich gebe etwas Sahne hinzu; man kann auch Milchpulver für etwas dickeren Joghurt zugeben, oder die Brutdauer erhöhen, oder direkt frische Früchte, Kompott, Konfitüre usw. auf den Glasboden geben bevor die Milchmischung zugefügt wird. Das werden wir in den nächsten Wochen alles durchprobieren!

Der Abfallberg wiederum ist um ein paar Becher kleiner. Die mit dem Gerät mitgelieferten Glasbehälter sind mir sympathischer und endlos wieder verwendbar. Perfekt und nachhaltiger als Becher aus irgend einem Kunststoffgemisch, die in jedem Hafen anders entsorgt werden müssen.

Mit der gekauften Maschine (also eigentlich ist es ein Brutgerät, weiter ist da ja nichts dabei) kann ich sogar Frischkäse herstellen, ich brauch nur noch Lab zu finden. Hätte ich einen Keller, stände einer eigenen, kleinen Käseproduktion nichts im Wege!