Kleine Welt

Kleine und fast heile Welt.

Wir beginnen heute die fünfte Woche des confinements. Papa Macron hat vorgestern den Lockdown um zwei Wochen verlängert, allerdings mit einigen wichtigen Lockerungen: kleine Läden dürfen wieder aufmachen. Deren Schliessung wurde landesweit diskutiert und stiess mehrheitlich auf grosses Unverständnis. Unser persönlicher Aktionsradius wurde von 1 auf 20 km und von einer einzigen Stunde pro Tag auf täglich 3 Stunden erhöht. Fühlt sich an wie Freiheit!

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Guter Entscheid

Wir sind nun froh, haben wir die Weiterfahrt nach der Wiedereröffnung unseres Kanals nicht in Angriff genommen. Wir wären aus zwei Gründen wiederum gestrandet. Einmal wegen des immer noch geschlossenen Nachfolgekanals, den wir zwingend hätten befahren sollen und dann auch wegen dem erneuten Lockdown. Aus unserem Zufluchtsort, an dem wir während der Wasserknappheit im August und jetzt während des confinement geblieben sind, wird auch unser Überwinterungs-Ort werden. In meinen schlimmsten Träumen hätte ich nicht voraussehen können, dass uns das so passieren wird; eine Fahrsaison von gut 2 Monaten ist wirklich arg kurz!

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Herbst

Herbst, meine bevorzugte Jahreszeit. Ich geniesse es, wieder lange Ärmel zu tragen und vom kühleren Aussenbereich rein an die Wärme zu kommen, liebe die nebligen Vormittage und die frühe Abenddämmerung, freue mich wieder über dampfendem Tee und heissem Kakao, duftende Aufläufe und würzige Eintöpfe und an den satten, bunten Herbstfarben von Bäumen und Sträuchern kann ich mich gar nicht sattsehen. Am Abend noch ein Glas Rotwein zu geniessen und dabei einen Plaid über den hochgelegten Beinen zu haben – das ist das Nonplusultra des Wohlbehagens! Fehlte bloss das Knistern eines Kaminfeuers.

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Wir haben’s geschafft

Wir haben unseren eigentlichen Winterplatz verlassen und sind von Ponton D nach Ponton A, geschätzte 250 Meter, gefahren. Immerhin ein Anfang.

Vorgesehen war dieser Wechsel schon längere Zeit. Der der Hafenausfahrt am nächsten liegende Steg A hat die tollste Sicht. Im Winter ist der jedoch nicht überflutungssicher und daher liegen bloss unbewohnte Boote hier. Aber jetzt sind wir nun hier angelangt. Diese kleine Fahrt hatten wir immer wieder verschoben, zwischenzeitlich wieder etwas vergessen und dann letztes Wochenende dem Hafenmeister definitiv angesagt. Bingo: Wir hatten für dieses Miniprojekt die windigste Woche seit langem ausgesucht!

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Kleine Freiheiten

Das ersehnte Ende unseres Hausarrests hat ein paar Veränderungen gebracht, aber das am meist Herangewünschte noch nicht: ich möchte wieder einmal nicht selber kochen und mit einem hervorragenden Essen bedient werden!

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Freundschaft in Zeiten von Corona

Im alten, normalen Leben war alles ganz einfach! Man traf sich, sass zusammen, schwatzte, lachte oder weinte auch einmal zusammen. Treffen waren ungezwungen und locker. Wir nahmen gar nie wahr, was das für ein unglaubliches Geschenk war!

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Verwirrend, aber doch schön

Die Sonne scheint, die Vögel singen. Die Enten ruhen auf einem Seitensteg und erzählen sich leise schnatternd die letzten Neuigkeiten, die Möven draussen auf der Saône werben laut um ein mitten im Fluss sitzendes Weibchen. In der Ferne höre ich zwei, drei Kuckucks rufen (Mist, ich ertappe mich immer wieder beim zählen der Rufe!).

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Fundstücke

Der Lockdown ist ja manchmal etwas mühsam. Übermorgen kommen wir in die sechste Woche und das scheint doch langsam lange. Es hat jedoch auch seine Vorteile; wir kramen so ein bisschen herum und finden lang Gesuchtes und schon ewig Vergessenes! Entdeckungsreise im eigenen Heim!

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