Sonne pur heute

Heute haben sich Regen und Wind freigenommen. Ein schöner, milder Tag – fast frühlingshaft!

 

Alles raus frühmorgens (also, früh für uns!) und mit Kamera (Mann) und Handy (ich)bewaffnet los. Endlich haben wir gutes Licht! Wir sind ganz angetan von den vielen charmanten Details auf den Booten. Ich wiederhole mich, aber kein einziges Boot ist gleich wie das andere. Das älteste Exemplar hier ist an die 100 Jahre alt! Und dies ist beileibe keine Ausnahme auf diesen Kanälen! Schiffe sind eigentlich etwas für die Ewigkeit, das ist die eine Wahrheit. Die andere ist: es gibt immer etwas zu reparieren, ersetzen, malen, putzen, polieren.

 

PS. Wir sind wiederum auf dem Wasserstand vom 10. Januar: 2.30 Meter über normal. Wir steuern wieder auf den kritischen Punkt von + 2.70 zu, an dem der Zugang zu unseren bewohnten Booten langsam auch überschwemmt wird. Die Gummistiefel stehen schon bereit.

 

Essen gehen in Auxonne

Die Stadt ist nicht gerade mit Esstempeln gesegnet, aber direkt bei der Kirche befindet sich das „Hôtel du Corbeau“ mit seinem Restaurant. Da waren wir schon ein paar Mal und sind jedes Mal überrascht vom angenehmen Ambiente und der Qualität die aus der Küche kommt. Die Inneneinrichtung ist edel, modern und eher zurückhaltend. Ich mag keine bunten Restaurant-Dekorationen, die Farben habe ich lieber auf dem Teller.

Das Restaurant hat eine relativ kleine Karte, ist aber stolz darauf, dass alles frisch und mit regionalen Produkten zubereitet wird. Es gibt jeweils einen Menu-Vorschlag, und sonst steht die Karte zur Wahl. Die à la carte – Gerichte haben keine Preise; man hat einfach die Wahl zwischen einem Tellergericht, einem 2-gängigen, oder einem 3-gängigem Menu mit freier Wahl von der Karte. Finde ich echt eine geniale Idee!

Zur Vorspeise haben wir beide die „Terrine de Campagne“ vom Tages-Menu gehabt, ländlich-rustikal mit frischem Baguette, dann für mich Entenbrust, perfekt gebraten und leicht süss-säuerlich, serviert mit Kürbis-Püree, eine optimale Kombination. Für den zweiten Gast ein zartes Black Angus-Entrecôte mit selbstgemachten, gewürzten Frites und Salat. Zum Nachtisch ein Gedicht von grillierter Ananas-Timbale auf Crumble mit salzigem Caramel-Eis! Mit dem diskreten und äusserst freundlichen Service unter dem „chef de salle“ Laurent, der auch seine Weinkarte bestens kennt, haben wir uns wohl und gut beraten gefühlt. Eine Wonne, da Gast zu sein!

Trotzdem das Restaurant sich in einem sehr alten Gebäude mit hoher Decke befindet, ist es auch bei vollem Haus nicht lärmig. Etwas das ich sehr schätze. Für mich ist das „du Corbeau“ genau der Typ Restaurant den ich mag: gute französischen Küche, wo mit Fantasie aber ohne viel Brimborium frisch gekocht wird. Einfach perfekt. Und die warme Ananas habe ich jetzt noch auf der Zunge!

Wir sinken wieder

Das Wasser geht zurück. Wahnsinnig schnell. Gestern früh haben wir gehört, dass das Wasser stromaufwärts in Gray am sinken ist und haben ausgerechnet, bei uns könnte das in 12 bis maximal 24 Stunden auch der Fall sein. Da waren wir noch auf ca. 2.5 Meter über normal. Die Gangway, die sont eine fast unangenehmen Steigung aufweist, war fast eben und die Rampe voll. Auf dem Uferweg konnten wir gerade noch 20 Meter gehen.

Tatsächlich fing der Wasserspiegel gestern am späteren Nachmittag an zu sinken. Heute Morgen lagen wir bereits deutlich unter dem 2 Meter-Strich und seht wo wir jetzt liegen. Nur noch auf 70 cm über dem normalen Wasserstand.

Heute Nachmittag haben wir das erste Mal wieder den allerdings noch verschlammten Uferweg begehen können. Wir haben sogar ein paar verzweifelte Fische gerettet, die da in den letzten wassergefüllten Senken keinen Ausweg mehr fanden.

Das erste Mal haben wir Hochwasser von einem Boot aus erlebt. Wir stiegen mit dem Wasser, unsere Aussicht vom Boot aus vergrösserte sich; jetzt sinken wir und nach und nach verschwindet der Rundblick wieder. Für die Menschen hier war das Hochwasser auch aussergewöhnlich. Viele kamen hier an den Hafen um sich das anzusehen. Jetzt sind wir einfach froh, ist es bald vorüber und ausser den Landschäden ist nichts passiert.

In St-Jean-de-Losne, weiter flussabwärts, allerdings steht die Entspannung der Lage noch aus. Das Bild unten hat uns heute Mittag erreicht. Noch völlig überfluteter Uferbereich und Felder.

Die Stadt liegt wie ein Insel in den Fluten. Rechts die übervolle Saône, links unten der Zugang zum Canal de Bourgogne, darüber der Hafen. Unter den Brücken ist eine Durchfahrt nicht mehr möglich.
Die Stadt liegt wie ein Insel in den Fluten. Rechts die übervolle Saône, links unten der Zugang zum Canal de Bourgogne, darüber der Hafen. Unter den Brücken ist eine Durchfahrt nicht mehr möglich. (Bild von Mairie de St-Jean-de-Losne)

 

Überschwemmt!

Seit Tagen regnet es und es ist zu warm. Heute Nacht ging die Saône hier endgültig über die Ufer. Der Damm des Hafens ist überschwemmt und der Uferweg zum grossen Teil auch. Und das Wasser steigt immer noch sichtlich. Des einen Freud, des andern Leid!

Ein Teil der Boote ist nicht mehr zugänglich. Wer jetzt noch nicht zu den überflutungs-sicheren Pontons gewechselt hat, und Zugang zu seinem Boot möchte, hat Pech. Auf unserer Seite liegt der Zugang noch rund 1 1/2 Meter höher. Ich hoffe, soweit wird das Wasser nicht steigen.

 

Den Abend ausklingen lassen

Nach einem äusserst stürmischen Tag mit Spaziergängen bei garstigem Wetter sitzen wir vor unserem Kaminfeuer-Ersatz. Wir zwei Grossen bei einem Glas Wein, und die beiden Hunde schnarchend glücklich, warm und wieder trocken zu unseren Füssen. Ein idyllischer Tagesausklang der Körper und Seele gut tut. Solche Momente könnten ewig dauern!

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