Alle Jahre wieder?

Nicht ganz. Aber dieses Jahr und zwar so früh und ungewohnt, wie noch nie!

1. Der Kanal ist zu Eis gefroren. Im Dezember!

2. Unsere Zentralheizung hat eine Panne,wieder!

Ehrlich jetzt. Ich muss mich schon ein wenig zusammenreissen, um nicht gleich los zu jammern. Think positiv, Mädchen, könnte (noch) schlimmer sein.

Um zu sehen, wie wir so eine Situation das letzte Mal gemeistert haben, blätterte ich zurück zu alten Beiträgen. Als erstes gefunden habe ich den Beitrag vom 14.02.2021: Hüttenzauber

Jetzt, nach dem Lesen jenes Beitrags, fühle ich mich ob meiner schlechten Laune etwas beschämt. Ich kann so eine Situation demnach besser bewältigen als mit Ärger und verzagten Gefühlen. Denn damals war ich trotz allem guter Dinge und heute fühle ich mich dermassen angepisst. Ts, ts, das muss ändern.

Denn eigentlich ist es ja wunderschön hier. Heute drückt die Sonne durch, in der winterlich geschmückten Stadt tätigen wir vormittags ein paar kleinere Einkäufe (Kerzen!!!), genehmigten uns einen Glühwein für den Heimweg und hatten eine wunderbar wärmende Quiche Lorraine zu Mittag.

Auf dem Weg in die Stadt
Unser Liegeplatz, kalt aber sonnig
Der Frost hat uns im Griff

Wir wussten es doch und alle hatten es uns bestätigt: auf einem Boot ist immer etwas, das nicht so funktioniert wie gewünscht. Tja. So ist es tatsächlich. Wir kämpfen mit einem empfindlichen Ganzen, bestehend aus viel Technik, Elektronik und marinen Dingen von denen ich nicht allzu viel verstehe. Alles muss zusammenspielen und der Witterung und der Tatsache, dass es sich bewegt, widerstehen.

C’est compliqué. Wenigstens für mich.

In solchen Fällen bete ich mir meist vor, was alles funktioniert und was immer noch Freude macht und wie gut es uns im Grunde doch geht. Dies bringt mich meist wieder runter und die negativen Emotionen lösen sich auf.

Zum Glück haben wir immer noch unsere mobilen Ölradiatoren und konnten dafür einen zweiten Stromanschluss mieten, sodass unser Strommanagement nicht allzu stressig wird. Es wird uns les yeux de la tête kosten, aber in dieser saukalten Woche muss das sein. Die Strompreise gehen auch in Frankreich durch die Decke. Wir wurden auch bereits von der Capitainerie zusammen getrommelt und informiert, dass, wahrscheinlich sehr bald, die astronomischen Kosten für Strom auf uns Alle abgewälzt werden müssen, zusätzlich zur Platzmiete. Verständlich. Es soll uns hier nicht anders gehen als allen anderen auch. Da müssen wir nun durch und alles Schimpfen und Klagen bringt da nichts.

Ein früherer Kollege sagte in solchen Fällen stets lapidar: S‘ isch wie’s isch. Recht hat er. Die Nepali seinerzeit hoben üblicherweise die Schultern und meinten: के गार्ने Ke garne. Was kann man schon tun. Der typische Indonesier würde dazu wohl eher ergeben tidak apa apa, es ist nichts, sagen und dabei lachen um die Tragik etwas abzuschwächen. Ich sage nun: es gibt Schlimmeres et voilà, c’est comme ça.

Nächste Woche wird es bedeutend wärmer, und unsere Sorge, dass Leitungen im Boot gefrieren könnten, werden obsolet. Wenigstens bis zum nächsten Mal, bleiben wir jedoch optimistisch.

Guten Mut uns Beiden.

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

8 Kommentare zu „Alle Jahre wieder?“

  1. Ach Mensch….das tut mir so leid…ich schicke jede Menge guter vibes und warme Gedanken und drücke die Daumen…. – ja und nebenbei: die Fotos sind wunderschön! – Umarmungen aus dem ebenfalls gefrorenen Chaos hier im Ruhrgebiet…

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