Blitz und Donner

Wir sind ja froh, regnet es jetzt endlich!

Gestern Abend gingen hier mehrere Gewitter nieder. Eines davon zog direkt über den Hafen von Toul. Das Getöse war unglaublich.

Dreimal dürft ihr raten, was dann passiert ist.

Genau! Ein Blitz, grosses Krachen, und ein verdächtiges bszszsz an Bord. Es hat bei uns eingeschlagen.

Natürlich sind wir in unserem Metallkasten sicher, aber dieses Geräusch hat uns gar nicht gefallen. Wir waren schon im Bett, standen nochmals auf und checkten alles durch. Vom Steg kam kein Strom mehr, wir liefen auf Batterie. Einen Stromunterbruch hatten wir jedoch selsamerweise nicht oder kaum, denn die Uhr am Backofen lief noch, und die ist sensibel auf den minimalsten Unterbruch.

Wegen dem noch tobendem Gewitter wagten wir es nicht, raus an die Säule zu gehen, um dort nachzuschauen, was los ist. Das Licht der Säule war jedenfalls noch an. Wir kappten unseren Stromeingang und versuchten wieder zu schlafen.

Heute früh stellte es sich heraus, dass bloss unser Anschluss an der Säule einen Schlag gekriegt hatte. Also wurde wirklich nur unser Boot getroffen. Die Sicherung an der Säule liess sich ohne weiteres wieder umklappen. Mit den Sonnenkollektoren stimmte jedoch irgend etwas nicht. Normalerweise laden sie keinen Strom wenn wir welchen vom Steg kriegen (sonst würden die Batterien ja überladen und sich erhitzen). Etwas war faul, denn die Sonnenzellen lieferten und luden hohe Wattzahlen auf die bereits wieder vollen Batterien. Also besser Strom wieder abhängen.

Hektische Suche nach der Ursache. Telefonate hin und her. Runter in die Bilge, rauf aus der Bilge. Ergebnis: Zwei Sicherungen bei den Hauptkabeln scheinen durchgebrannt (ich gehe hier nicht ins Detail, könnte ich auch nicht, denn ich bin eine absolute Null in Elektrik). Deshalb konnte das Strommanagement des Victrons wohl nicht richtig funktionieren. Beim Ausbau der beiden Sicherungen stellt sich heraus, sie sind wie neu. Also werden sie wieder montiert, und, oh Wunder, das Herumbasteln hat offenbar gewirkt wie ein Resetting: es funktioniert alles wieder, wie es sollte!

Ehrlich jetzt: Anstelle eines Blitzschlags hätten wir jetzt lieber mal im Lotto einen Treffer! Nun ja, natürlich müssten wir dafür erst auch spielen 🤔

*****

Ach übrigens

habe ich hier mal erzählt, wie mein Mann und ich vom Blitz getroffen wurden? Das war vor Jahrzehnten als wir in Indonesien lebten. Wir hatten auf einer Reise durch Java in Sarangan, einem beliebten Ferienort während der holländischen Kolonialzeit, in einem aus jener Zeit erhaltenen Hotel ein, zwei Tage verbracht. Der Ort liegt am idyllischen Kratersee eines erloschenen Vulkans, und den kann man in gut einer Stunde zu Fuß umrunden. Haben wir natürlich gemacht. Dabei wurden wir von einem heftigen Gewitter überrascht. Hin- und Rückweg waren etwa gleich lang. Keine Möglichkeit weit und breit um Schutz zu suchen. Wir zwei, sonst kein Mensch, an einem Seeufer, zusammen unter einem Schirm, den uns der Wind aus den Händen reissen wollte, und dessen Griff wir beide umklammerten.

Es blitzte und donnerte wie blöd. Da, ein Blitz, eine Verästelung fuhr durch den Metallstab des Schirms und durch uns hindurch (ich spüre das vibrierende Surren heute noch, wenn ich dran denke) und durch unsere zum Glück mit Gummi besohlten Sportschuhe wieder raus. Wir blieben, abgesehen vom Riesenschreck, unversehrt.

Telaga Sarangan

Das Hotel lag oben am Hang. Ich wusste bis dahin nicht, wie schnell ich bergauf rennen kann; wie eine Bergziege!

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

4 Kommentare zu „Blitz und Donner“

  1. Ihr seid einfach für alle Eventualitäten gewappnet und bleibt anscheinend recht cool
    Geniesst die Zeit weiterhin. Danke für die anschaulichen Beiträge, die ich sehr schätze.
    Die ökologischte Art zu reinen, einfach sich hineinträumen in eine andere Welt.
    Liebe Grüessli Brigitte

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    1. Schön, bist du stets auch mit dabei; wir können unbegrenzt blinde Passagiere mitnehmen! A propos Ökologie, mit unserem u.a. sparsamen Reiserhythmus, ohne Auto, und die Mini-Wohnfläche sind wir gemäss WWF-Test unter 1 Erde pro Jahr. ! Es hat aber noch sicherlich Luft und es ist uns wichtig, das zu verbessern. Liebe Grüsse, Suzy

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  2. Ihr solltet wirklich Lotto spielen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit zweimal vom Blitz getroffen zu werden? Und ohne bleibende Schäden bei Mensch und Material!
    Ich finde es auch schön, dass es mal wieder regnet, bei uns zum Teil größere Mengen innerhalb kürzester Zeit.

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