La vie est belle!

Wir sind wieder unterwegs. Nach langen, kalten und dunklen Monaten im Winterquartier haben wir die Leinen gelöst, kurz zurück gewinkt und sind leichten Herzens davongeschippert. Ist das ein gutes Gefühl!

Es scheint zwar schon mindestens eine Woche her, aber das war erst gestern vormittag. Wie immer, wenn wir fahren, dehnt sich die Zeit ins fast Unendliche und nach ein paar Tagen sind wir so weit vom „festen“ Leben entfernt als wären wir zum Mond geflogen. Wir fallen jedes Mal buchstäblich aus der Zeit. Ich liebe dieses Gefühl.

Die ersten Meter sind jeweils besonders aufregend. Spätestens nach der ersten Schleuse (in unserem Fall jetzt nach vielleicht 200 Metern) ist man wieder drin in der Routine. Die Handgriffe sitzen, die Kommunikation zwischen den Crew-Mitgliedern (Intercom sei Dank) auch und die Hunde finden sich ebenfalls schnell wieder auf ihren Lieblingsplätzen ein. Dieses Jahr hatten wir für unseren Senior eine angenehme Überraschung bereit: einen Outdoor-Teppich, der fast das ganz obere Deck bedeckt. Nun kann er sich ohne Angst vor dem Ausrutschen überallhin bewegen und er geniesst dies sichtlich.

Kurz vor Reims, nach einer relativ zügigen Fahrt unter knallblauem Himmel, holten wir zu unserer Überraschung ein Hotelboot ein, das mindestens eine Stunde vor uns in Sillery abgelegt hatte. In der Folge schipperten wir 12 Kilometer lang im langsamsten vorstellbaren Schneckentempo hinter der „Pivoine“ (Pfingstrose) her. Wir beteten uns vor, dass wir es ja nicht eilig hätten und gingen etwas auf Distanz, konnten jedoch dann einen gewissen, leichten Stress nicht vermeiden, als wir realisierten, dass dieses fast 40 Meter lange Schiff sich anschickte, an UNSEREM Lieblingsort anzulegen. Zum Glück konnten wir uns dann doch auch noch hinquetschen. Genug Poller hatte es jedoch nicht mehr für uns. Wir schlugen also schon am ersten Tag unsere Piquets (Pflöcke) ein, die uns ein Frechdachs von Peniche kurze Zeit später bereits wieder lockerte, weil er mit dem Tempo nicht herunterging – wie es Vorschriften und Höflichkeit gebieten würden -und an uns nur so vorbeirauschte; Also so mit 8 km/h, genug um die Pflöcke etwas zu lockern. Grrrh. Wir holten dann die etwas stärkeren Dinger aus dem Bootsbauch und die hielten dem Zug, den das nächstfolgende Boot verursachte, bestens stand. Tant mieux.

Nach einem wundervollen Abend und früher Bettruhe (die viele frische Luft, Sonne und Wind….), ging es heute sehr zeitig raus und VOR der Pivoine los. Wir hatten keine Lust nochmals hinter ihr herzozockeln.

Dieser Kanal ist einfach etwas Besonderes; diese Wasserfarbe habe ich noch nie wo anders gesehen. Es ist eine Freude auf diesem türkisgrünen Wasser zu fahren. Die Schleusen sind sehr gepflegt und im Nu sind wir noch vor Mittag in Berry-au-Bac angelangt. Von hier aus geht es dann ins Unbekannte: nach steuerbord Richtung Canal des Ardennes. Da sind wir sehr gespannt!

Rapsfelder am Kanalrand
Die Pivoine hat uns eingeholt

Autor: suzyintheflow

Of Swiss origin, living in France on a houseboat with husband and two dogs. Intends to travel all over the navigable waterways of Europe in the years to come. No specific plans but open to any adventure and curious about the people and the places waiting to be met!

4 Kommentare zu „La vie est belle!“

    1. Danke dir. Unser Senior schätzt das wirklich sehr. Gerade heute Abend bewunderten wir seine Fähigkeiten: dieser taube und fast blinde Hund fand den Eingang des Bootes, nota bene an einem völlig neuen Liegeplatz, nach dem Spaziergang frei voraus laufend ohne Probleme. Er orientiert sich fast ausschließlich nach Geruch und Gefühl! Buah!

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